"Das Herz der Fantasy schlägt hier"

Traditionelles Familientreffen der Szene: Autoren zum Anfassen beim 34. Buchmesse Convent

Stelldichein der Fantasy-Szene: Das Bürgerhaus war als Messehalle der Bucon dicht gefüllt, die Fans stöberten in den frisch erschienenen Fantastikwerken und kauften viele Neuerscheinungen. Fotos: jost
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Stelldichein der Fantasy-Szene: Das Bürgerhaus war als Messehalle der Bucon dicht gefüllt, die Fans stöberten in den frisch erschienenen Fantastikwerken und kauften viele Neuerscheinungen.

Das ist eine Punktlandung: Der Saal im Pavillon des Sprendlinger Bürgerhauses ist schon voll besetzt, da rauscht Markus Heitz herein. „Just in time“, sagt der Bestsellerautor schmunzelnd, „ich komme im Tiefflug von der Buchmesse“.

Dreieich – Die Verlagswelt tummelt sich in Frankfurt – die Fantastik-Szene trifft sich, wie schon 33 Jahre zuvor, in Dreieich. „Wann immer es geht, bin ich hier dabei – denn als mich noch kein Mensch kannte, haben mich die Organisatoren der Bucon Dreieich schon hier lesen lassen – das vergesse ich den Jungs nie und kehre immer wieder gerne zurück an den Ort, an dem alles begann“, lässt Heitz seine Fans wissen.

Christian de Ahna, seit 24 Jahren vom Jugendclub Wiric im Organisationsteam der Bucon, muss lachen: „Ich habe die E-Mail noch, wie er mit ,Mein Name ist Markus Heitz" seine Anfrage begann und bat, aus seinem ersten Roman lesen zu dürfen.“

Dreieich: Ein Superstar der Fantastikwelt

Die Zeiten sind lange vorbei und Heitz ein Superstar der Fantastikwelt. In Sprendlingen stellt er seine neue Serie „Doors“ vor. Er verspricht, die Geschichte der Hackerin Suna wie einen Kinotrailer um die spannende Story anzureißen und so mehr Geschmack zu machen auf ein Konzept, bei dem der Leser selbst entscheiden kann, wie der Roman weitergeht. Er teilt einen Blick rund um die Story in der Frankfurter Fressgass und entscheidet sich für den Roman „Die Vorsehung“. Die Zuhörer sind nach wenigen Minuten tief versunken in die Geschichte um die Tochter eines russischen Wissenschaftlers und einen Schreinermeister.

Für Christian de Ahna und Roger Murmann ist diese 34. Bucon wieder ein voller Erfolg. Rund 700 Besucher tummeln sich um die 50 Stände von den Verlagen, Kleinverlagen und Autoren – und bei den Lesungen in den sechs unterschiedlichen Sälen bleibt kaum ein Stuhl frei. „Es ist viel mehr als eine Messe für die Leser, es ist auch zu weiten Teilen ein Treffpunkt für die Autoren und Verlage, die an diesem einen Termin im Jahr fast alle hier zusammenkommen“, weiß de Ahna um die Bedeutung der Bucon. Er schätzt, alleine die Hälfte der 700 Menschen, die am Samstag durch das Bürgerhaus flanieren, sind Teil der Szene.

Robert Corvus (links) und Bernhard Hennen waren als Bestsellerautoren sehr gefragt. Fotos: jost

Auch für Bernhard Hennen, wie Heitz Spiegel-Bestsellerautor, ist der Besuch der Bucon ein fester Termin. „Das Herz der Fantasy schlägt hier, nicht in Frankfurt. Die Atmosphäre ist viel intimer, familiärer. Und wir sind ein bisschen weg von der Arroganz der Literaturszene auf der Buchmesse“, sagt Hennen und muss lachen.

Er selbst stellt das neuste Werk aus der PHILEASSON-Saga mit seinem Kollegen Robert Corvus vor. Es ist die Romanfassung alter Spieleabenteuer aus dem „Schwarzen Auge“. „Unsere Helden brechen ins Unbekannte der großen Aventurien-Welt auf. Spielleiter der Rollenspiele lieben die Romane, aber auch Leser, die noch nie etwas mit dem schwarzen Auge zu tun hatten, können leicht einsteigen“, verspricht Hennen.

Dreieich: Bucon mit eigener Preisverleihung

Die Zusammenarbeit mit seinem Autoren-Kollegen sei großartig. „Ich nehme mir bei jedem Buch vor, dass wir gemeinsam fertig sind. Aber Bernd (so heißt Corvus mit richtigem Namen) ist so viel strukturierter als ich, er ist immer fertig, bevor ich überhaupt angefangen habe“, verrät er. Am Ende zählt das gemeinsame Werk, das auch in Dreieich wieder gut ankommt: Kaum einer muss an diesem Nachmittag so viele Autogramme geben wie das Duo Hennen und Corvus.

Die Bucon hat seit dem Jahr 2014 auch ihre eigene Preisverleihung: Der Preis für das Lebenswerk geht diesmal an Robert Vogel. Seit mehr als 50 Jahren ist er Fan der Szene und organisiert seit 45 Jahren Fan-Foren, Fan-Treffen und große Veranstaltungen.

Preisträger des Bucon-Preises fürs Lebenswerk und den Ehrenpreis: Robert Vogel und Ann-Kathrin Karschnick. Fotos: jost

Den Bucon-Ehrenpreis nimmt eine völlig überraschte Moderatorin Ann-Kathrin Karschnick als erste Frau entgegen. Einst war sie als Fan auf der Bucon, inzwischen hat sie 25 Romane veröffentlicht und lässt nach wie vor keine Fantasy-Messe in Dreieich ausfallen.

VON NICOLE JOST

Gleichzeitig hat gerade die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten geöffnet. Die Dreieicher Fachleute haben sich in den Messehallen bereits umgesehen und schildern ihre Eindrücke der einmaligen Atmosphäre.

Außerdem macht dieWanderausstellung "100 Jahre Strom aktuell Station im Foyer des Dreieicher Rathauses auf ihrer Tour durch Stadt und Kreis Offenbach.

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