TVD würdigt Leistung seiner weiblichen Mitglieder

Die Frauen ins Licht gerückt

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Frauen stehen beim TVD hoch im Kurs. Auszeichnungen von Verein, Sportkreis und Landessportbund gingen an (vorne von links) Saskia Matheis, Sabine Dietrich, Monika Anthes, Andrea Knecht, Liane Neubecker, Silvia Streng, Elly Fuhrländer, Sigrid Bärenfänger und Lara Kubatiija. Es gratulierten (hinten von links) Gerhard Liebermann, Fußball-Abteilungsleiter Heiko Lenhard, Peter Dinkel und Dr. Rolf Müller.

Dreieichenhain - Der Turnverein Dreieichenhain (TVD) ist gut 130 Jahre alt. Die Geschichte der Frauen im Verein ging aber erst vor genau 100 Jahren los. Von Enrico Sauda

Deshalb widmete der Klub seinen Neujahrsempfang dem weiblichen Geschlecht: „Frauen, das soziale Band im TVD“ hieß es nun beim Empfang in der sehr gut gefüllten vereinseigenen Halle an der Koberstädter Straße.

Morgens wartete direkt der erste Höhepunkt auf die Besucher: Bundestagsabgeordnete Uta Zapf, Landrat Oliver Quilling und Stadtverordnetenvorsteherin Renate Borgwald eröffneten die Ausstellung zum Thema des Tages – mit selbst zusammengestellten Collagen zur Geschichte der Frauen, altehrwürdiger Sportkleidung und Relikten aus der Anfangszeit.

Blasorchester bringt alle in Schwung

Nachdem das Blasorchester auch die letzte Schlafmütze mit seiner Darbietung in Schwung gebracht hatte, machte Vorstandsmitglied Gerhard Liebermann in seiner Ansprache auf Herausforderungen aufmerksam, denen sich ein Verein „in den heutigen Zeiten“ stellen muss. Unter anderem beklagte er die Belastungen, die zunehmend auf Vereine übertragen werden, „sowohl was die Verantwortung als auch was Geldangelegenheiten betrifft“. Die Vereine würden „zur Bank für die Kommunen“. Grund: Die Klubs müssten immer mehr vorfinanzieren.

„Ende 2012 waren unsere Kassen leer, weil die zugesagten Zuschüsse ausgeblieben sind“. So sah sich der Vorstand gezwungen, einen Ausgabestopp auszurufen. Die Gesellschaft habe sich gewandelt, so Liebermann, „noch nie hatten wir eine solche Fluktuation bei den Mitgliederzahlen“. Der Verein stünde vor großen Problemen, „aber nicht alle nehmen das wahr“. Trotzdem wolle er sich nicht über die Zusammenarbeit beklagen. Denn die sei mit allen Institutionen sehr gut Es gelte, am System als solches etwas zu ändern.

Vereine als Garanten

Frauen stehen beim TVD hoch im Kurs. Auszeichnungen von Verein, Sportkreis und Landessportbund gingen an (vorne von links) Saskia Matheis, Sabine Dietrich, Monika Anthes, Andrea Knecht, Liane Neubecker, Silvia Streng, Elly Fuhrländer, Sigrid Bärenfänger und Lara Kubatiija. Es gratulierten (hinten von links) Gerhard Liebermann, Fußball-Abteilungsleiter Heiko Lenhard, Peter Dinkel und Dr. Rolf Müller.

Peter Dinkel stärkte dem TVD-Vorstand den Rücken: Der Sportkreis-Chef betonte, dass Vereine Garanten für die Demokratie seien. „Deshalb sollte der Staat zuletzt an ihnen sparen.“ Auch Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes, wies darauf hin, dass „endlich erkannt werden muss, was wir Vereine tun“. Er und Peter Dinkel hatten aber auch erfreuliche Aufgaben an diesem Vormittag: Sie ehrten Elly Fuhrländer, Silvia Streng und Sigrid Bärenfänger für ihre Verdienste. Dinkel zeichnete zudem die Boulerin Lara Kubatiija für ihre sportlichen Leistungen aus. Fünf weiteren Frauen gratulierte der TVD für ihr außerordentliches Engagement. Zu einem weiteren Höhepunkt avancierte die Vorführung des eigens produzierten Films „Nicht nur schmückendes Beiwerk“, der auf die wechselnde Rolle der Frau in Vereinen und der Gesellschaft eingeht.

Davon unabhängig ehrte der TVD langjährige Mitglieder: Für 60-jährige Mitgliedschaft zeichnete der Vorstand Karl Erb und Adolf Eichler aus. Seit 50 Jahren sind Margarethe Beck, Harald Bösser, Hans Leipold, Gernot Schmidt und Sigrid Bärenfänger dabei. Vier Jahrzehnte halten bereits Heinz Jürgen Bärenz, Hilde Gerhardt, Edgar Wicharz und Helmut Zuber dem TVD die Treue, und vor 25 Jahren traten Harald Amberg, Petra Amberg, Michaela Koch, Klaus Rose, Petra Windirsch, Brigitte Frank, Anni Maxeiner, Ingeborg Eichler, Michael Eichler, Albert Och, Ursel Schrom, Manfred Böhm, Monika Salfinger, Rene Unger, Hildegard Dietz, Irene Stoll, Günter Härtel, Frank Seidel und Alma Laforsch dem Verein bei.

Besondere Auszeichnung

Eine besondere Auszeichnung hielten der Vorstand und Bürgermeister Dieter Zimmer für Inge und Georg Haimerl bereit. Sie würdigten die Verdienste der beiden um die Halle. Doch damit nicht genug der Ehrungen: Der Turngau Offenbach/Hanau zeichnete Regina Ebert, Gerlinde Ruf und Heike Bizet aus.

Für Auflockerung zwischen den offiziellen Programmpunkten sorgten der Auftritt der Sänger Tanja Schmidkunz und Eric Vilhelmsson sowie die Vorführung der Gymwelt Gabi Gerhardts. Den Abteilungen bot sich die Chance, sich unter dem Titel „Sport und Musik für Frauen“ vorzustellen. Den Abschluss bildeten die Haaner Kerbbursche, die „Mein ist der Hain“ sangen.

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