Vorstoß zum Erhalt der Bäder

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Die Verlegung des Parkplatzes am Parkschwimmbad bringt die SPD ins Gespräch.

Sprendlingen - „Das ist unser Vorschlag, um mehr Geld einzunehmen“, erklärt SPD-Fraktionschef Rainer Jakobi und verweist auf den Antrag seiner Fraktion zur Verlagerung des Parkplatzes am Sprendlinger Parkschwimmbad. Von Holger Klemm

Während er auf Mehreinnahmen hofft, um nicht zuletzt die Bäder in Dreieich zu erhalten, kommt Kritik von Seiten der Linken. Stadtverordnete Natascha Bingenheimer sieht darin „die ersten Vorbereitungen, um den Bestand der Bäder in Dreieich anzutasten“.

In der kommenden Woche werden sich die ersten Ausschüsse mit der Materie befassen (siehe Artikel unten). Die SPD schlägt in ihrem Antrag vor, sowohl die Verlagerung des Tennisclubs Rot-Weiß als auch des Parkplatzes am Schwimmbad zu prüfen. Während der Club auf ein anderes Gelände an der Hainer Chaussee umsiedeln könnte, bietet sich nach Überlegungen der SPD eine 2430 Quadratmeter große Teilfläche der Liegewiese für den Bau eines neuen Parkplatzes an.

Das direkt am Eingang liegende Wiesenstück wird nach Meinung von Jakobi nicht so intensiv genutzt. „Das ist eine geringe Einschränkung.“ Der Tennisclub zeige sich gesprächsbereit. Durch eine neue Anlage werde er möglicherweise sogar besser gestellt. Die Vorteile liegen seiner Ansicht nach auf der Hand. Die Stadt könne durch die Verlagerung ein gut gelegenes und attraktives Baugrundstück gewinnen, dessen Wert unter Beachtung des Bodenrichtwerts bei 450 Euro pro Quadratmeter (für 10.668 Quadratmeter) liegen dürfte.

Auch wenn auf der anderen Seite Kosten für die Umsiedlung des Tennisclubs und die Neuanlage des Parkplatzes anfallen, rechnet die SPD unter dem Strich mit einem erheblichen Gewinn für die Stadt. Dieser könnte helfen, das im Kienbaum-Gutachten zur Schuldenbremse angestrebte Einsparziel von fünf Millionen Euro zu erreichen und trotzdem beide Bäder der Stadt zu erhalten. Kienbaum hatte die Schließung beider Bäder erwogen und die Aufgabe des Freibades bevorzugt.

Keine Garantie für Erhalt des Hallenbades

Jakobi wollte mittelfristig keine Garantie für den Erhalt des Hallenbades abgeben. Dieses müsse auf den Prüfstand, sollte das Einsparziel verfehlt werden oder die angepeilten fünf Millionen nicht ausreichen. Das Freibad soll aber auf jeden Fall bleiben. „Wir sanieren es doch nicht für 3,5 Millionen und machen es dann zu.“

Natascha Bingenheimer will das nicht so recht glauben. Sie sieht in dem Antrag die ersten Vorbereitungen, um den Bestand der Bäder in Dreieich anzutasten. „Davor können wir nur ausdrücklich warnen.“ Die Linke will in Dreieich beide Bäder erhalten und lehnt alle „Vorüberlegungen, um die Abwicklung über die Hintertür mittels so genannter Prüfungen zu betreiben, schlichtweg ab“. Bingenheimer sieht nicht ein, warum die Bürger für die „jahrelange finanzielle Misswirtschaft der Stadt“ büßen sollen.

Die Probleme könnten nicht durch den Abbau des Angebotsstandards gelöst werden. Vielmehr könnte der Wegzug einkommensstarker Einwohner die Folge sein. „Die Dreieicher Bürger sind bei dem Bäderthema sehr empfindlich“, fügt die Stadtverordnete in einer Stellungnahme hinzu. Bäder seien Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und beliebte soziale Treffpunkte.

Jakobi kann den Vorwurf von Bingenheimer im Hinblick auf den SPD-Antrag nicht nachvollziehen. Dieser solle doch gerade dazu dienen, die finanzielle Situation der Stadt so zu verbessern, damit die Bäder bestehen bleiben können. Die Stadtverordnete der Linken wolle dies einfach nicht verstehen.

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