Bewegte Ausstellung mit Videokunst und Installationen

Frühjahrsschau der 26. Kunsttage

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Ilse Dreher präsentiert die Videoarbeit von Mila Burghardt, die bei der Frühjahrsausstellung der 26. Kunsttage ein besonderer Hingucker sein wird.  

Dreieich - Nach dem Jubiläumsjahr 2015 mit unzähligen Aktionen und Ausstellungen präsentieren sich die Kunsttage quasi wieder im Normalmaß, was aber nicht minder vielversprechend ist. Für die 26. Ausgabe kündigt Ilse Dreher von der Kunstinitiative in zweierlei Hinsicht Neues an. Von Holger Klemm 

Bei der Schau „ART.Frühjahr.bewegt“ vom 14. April bis 1. Mai steht erstmals bei den Kunsttagen die Videokunst im Mittelpunkt. Hinzu kommen Installationen. Zudem soll jungen Künstlern eine Plattform gegeben werden, die im Umkreis von Dreieich leben und arbeiten. Sechs der acht Teilnehmer studieren an der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach. Trotz ihres jungen Alters haben sie ihre Arbeiten schon überregional und teilweise international präsentiert. Selbst Ankäufe in namhaften Sammlungen sind schon erfolgt. Ilse Dreher freut sich deshalb, die acht nach Dreieich holen zu können.

Die Videokunst selbst steht aktuell hoch im Kurs. „Jeder Jugendliche nutzt sein Smartphone, um eigene Videos zu drehen“, betont Ilse Dreher. Kein Wunder also, dass parallel eine künstlerische Beschäftigung mit dem Medium stattfindet. „Das bewegte Bild wird immer mehr eine treibende kulturelle Kraft des 21. Jahrhunderts“, heißt es in der Ankündigung.

Einen Vorgeschmack präsentiert Ilse Dreher bei der gestrigen Programmvorstellung. Auf einem Bildschirm ist eine junge Frau zu sehen, die sich quasi durch Straßen- und Landschaftsaufnahmen isst. Die Arbeit stammt von Mila Burghardt, die in Weimar studierte.

Auch das Flüchtlingsthema spielt eine Rolle. Die aus Bosnien-Herzegowina stammende Künstlerin Lejla Kadic beschäftigt sich mit eigenen Erfahrungen und dem kriegsbedingten Identitätskonflikt zwischen östlicher und westlicher Kultur. Um den Kampf zwischen Freiheit und Abhängigkeit sowie um Gefängnisse, die man sich selbst baut, geht es in der Video-Installation von Bill Raab mit drei hochkant gestellten Bildschirmen. Interaktive Installationen steuern Nadja Büttner und Stefan Thürck bei. Bei Silence von Nadja Büttner reagieren Sensoren auf die Umgebung und versetzen Gipsringe, die eine menschliche Gestalt darstellen, in Bewegung. Beim Waldspaziergang von Stefan Thürck bewegen sich wiederum Raben-Attrappen unnatürlich. Mit seinem kinetischen Seilbahn-Objekt Wasserbüffel, das zwischen Wänden hin und her fährt, ist Kai Wolf vertreten. Abgerundet wird die Schau durch Janina Castellano und Kim Lotte Stöber. Von Letzteter stammt eine Performance zu ihrer Installation Schwarm bei der Vernissage am Donnerstag, 14. April, um 19 Uhr in der Städtischen Galerie, Fichtestraße 50. Darsteller, die gemeinsam in einer zweiten Haut stecken, reagieren auf die Bewegung der anderen.

25. Kunsttage in Dreieich

Zum Rahmenprogramm gehören eine Führung und ein Gespräch am Freitag, 22. April, um 19 Uhr mit der HfG-Stiftungsprofessorin Julika Rudelius, die über die Arbeiten ihrer Schüler sprechen wird. Während der Musiktage gestalten Ronja Macholdt, Flöte, und Maximilan Geiss, Klavier, ein Konzert in der Ausstellung am Mittwoch, 27. April, um 20 Uhr.

Die Öffnungszeiten sind bis zum 1. Mai freitags von 17 bis 21 Uhr, samstags von 15 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Zu den 26. Kunsttagen gehören auch eine Ausstellung in der Burg vom 7. Juli bis 21. August sowie die Herbstschau vom 15. September bis 2. Oktober.

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