Natürlicher Bewuchs und Holzgeländer sollen Gefahren reduzieren

Für mehr Sicherheit am Burgweiher in Dreieichenhain

Hölzerne Geländer als Schutzvorrichtung: Derzeit ist eine Firma damit beschäftigt, den Burgweiher in Dreieichenhain besser zu sichern.
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Hölzerne Geländer als Schutzvorrichtung: Derzeit ist eine Firma damit beschäftigt, den Burgweiher in Dreieichenhain besser zu sichern.

Am Burgweiher in Dreieichenhain laufen gerade Arbeiten, um die Gefahr von Unfällen zu reduzieren. Dazu dienen ein natürlicher Bewuchs und Holzgeländer.

Dreieich – Der Fall hatte bundesweit Betroffenheit und Trauer ausgelöst. Im nordhessischen Neukirchen ertranken 2016 drei Kinder in einem Dorfteich. Der damalige Bürgermeister der Gemeinde wurde wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er nach Ansicht des Amtsgerichts Schwalmstadt die Verkehrssicherungspflicht verletzt hatte. Von dem Teich sei ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgegangen, so das Gericht. Der frühere Rathauschef hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, aber quer durch die Republik stellen sich Städte und Gemeinden seither die Frage: Wie können künstlich angelegte Gewässer sicherer gemacht werden?

Auch in Dreieich wurde intensiv darüber diskutiert, ob und wie die stehenden Gewässer im Stadtgebiet zu sichern sind, um die Wahrscheinlichkeit für ein Unglück zu reduzieren. Der Magistrat hat sich mit seinen Sorgen an den Gemeindeversicherungsverband (GVV) gewandt. Der sprach schließlich eine Empfehlung aus, wo er Handlungsbedarf sieht. Der Verband kam zu dem Ergebnis, dass vier Gewässer nachgerüstet werden sollten, woraufhin der für die Pflege und Bewirtschaftung der Gewässer zuständige städtische Dienstleistungsbetrieb (DLB) damit beauftragt wurde, ein Sicherungskonzept zu entwickeln.

In diesen Tagen haben die Arbeiten am Burgweiher in Dreieichenhain begonnen. Dort installiert eine Firma mehrere Holzgeländer. „Hier war es dem Magistrat wichtig, die richtige Balance zu finden. Zum einen müssen die Maßnahmen gewisse Sicherheitsansprüche erfüllen, zum anderen soll das Ambiente nicht darunter leiden“, sagt Bürgermeister Martin Burlon. Dazu hat die Stadtregierung Gespräche mit dem Geschichts- und Heimatverein geführt, dem Eigentümer der Burgruine. Auch der Denkmalschutz wurde ins Boot geholt. Die hölzernen Abgrenzungen sind nur an einigen Stellen vorgesehen, der weitaus größte Teil des Ufers wird durch eine Verdichtung und Erweiterung der Bepflanzung gesichert. Dazu werden auch Beete verbreitert und Lücken geschlossen. Zwei kleine Zäune sind unumgänglich, sollen sich aber optisch einfügen.

In den Fokus geraten sind drei weitere Gewässer. In Götzenhain soll der Zugang vom Weg oberhalb des Mühlenweihers geschlossen werden. Weitere Sicherungsmaßnahmen sind mit der planmäßigen Entschlammung geplant. Auch am Weiher an der Winkelsmühle sind Arbeiten vorgesehen. Hier laufen allerdings noch die Abstimmungsgespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Wasserbehörde. Beim Herrenweiher – nur einen Steinwurf vom Burgweiher entfernt – sollen alte Geländer erneuert und der dortige Übergang geschlossen werden.

Für die Arbeiten sind Kosten von 140 000 Euro veranschlagt. Die Stadtverordneten haben die Mittel im Dezember freigegeben. (von Frank Mahn)

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