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Treffpunkt Backstage bei den Burgfestspielen Dreieichenhain

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Von: Holger Klemm

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Für die drei Gewinner von „Treffpunkt Backstage“, Roswitha Kutschera und ihre Enkel Max und Oskar, gibt Saleh Yazdani schon mal eine Kostprobe seiner einzigartigen Handstand-Akrobatik auf dem Schaukelpferd.
Für die drei Gewinner von „Treffpunkt Backstage“, Roswitha Kutschera und ihre Enkel Max und Oskar, gibt Saleh Yazdani schon mal eine Kostprobe seiner einzigartigen Handstand-Akrobatik auf dem Schaukelpferd. © strohfeldt

Einer der Höhepunkte und Publikumsmagneten der Burgfestspiele Dreieichenhain ist regelmäßig „Varieté unter Sternen“. Auch in diesem Jahr waren die vier Vorstellungen ausverkauft. In den Genuss am Freitagabend kommen Roswitha Kutschera und ihre Enkel Max und Oskar, die bei der Aktion Treffpunkt Backstage der Burgfestspiele und unserer Zeitung Karten gewannen.

Dreieichenhain - Und der Abend hat sich für die drei richtig gelohnt. Nach einer Führung hinter den Kulissen, einem Gespräch mit Künstlern, einem Imbiss und natürlich dem Besuch der Vorstellung zeigt sich das Trio begeistert. „Sehr schön, es war keine Minute langweilig“, freut sich Roswitha Kutschera. „Das war super cool“, pflichtet der 13-jährige Max bei. Und auch der siebenjährige Oskar, der die Darbietungen gebannt verfolgte, findet es toll.

Alle drei sind keine Neulinge bei den Festspielen. Kutschera war bei der Italienischen Opernnacht, Oskar beim „Dschungelbuch“, das ihm sehr gefallen hat. „Aber hinter der Bühne seid ihr noch nie gewesen“, verspricht Festspielleiter Benjamin Halberstadt zur Begrüßung. Zuvor geht es noch in den Burgkeller mit seinem mittelalterlichen Gewölbe, dessen „Geheimgang“ zum Burgweiher es den Jungs natürlich angetan hat.

Hinter der Bühne nimmt Veranstaltungsleiterin Maria Ochs, die für die Zusammenstellung des Varieté-Abends verantwortlich zeichnet, die Gäste in Empfang. Neben ihr sind schon einige Künstler da, die sich aufwärmen oder die Gelegenheit zu einem Plausch nutzen. „Die Jungs sind ganz gespannt auf den Bauchredner“, erzählt Kutschera. Und Daniel Reinsberg wartet schon auf der Bank.

„Auch wenn man schon länger im Geschäft ist, muss man täglich üben“, antwortet er auf eine entsprechende Frage von Max. Und da kommen Spiegel und Handy zum Einsatz. Reinsberg, der auch der Moderator des Abends ist, will nicht verraten, wie viele seiner Figuren er zum Sprechen bringen wird. „Das ist eine Überraschung.“ Für ihn ist es auch wichtig, auf die Kollegen, die er ja anzusagen hat, einzugehen.

Von seiner Ausbildung an der Artistenschule in Berlin erzählt Saleh Yazdani, der ja im Mittelpunkt der Frage zu Treffpunkt Backstage stand. Mit seiner verblüffenden Handstand-Performance am Schaukelpferd gewann er 2017 die Bronzemedaille beim Wettbewerb „Cirque de Demain“ in Paris. „Ich hatte schon als kleiner Junge ein Schaukelpferd und überlegte, mehr daraus zu machen“, berichtet er. Yazdani ließ sich für seinen Auftritt ein großes bauen und hatte dabei schon die verschiedenen Möglichkeiten für seine artistischen Kunststücke im Kopf, die zugleich nostalgisch und poetisch sind. Fotograf Marc Strohfeldt fragt ihn, ob er für eine Aufnahme etwas zeigen kann. „Ich bin zwar noch nicht aufgewärmt, kann es aber versuchen“, sagt er und legt einen Handstand auf der Bühne hin. Begeistert schaut Roswitha Kutschera mit ihren beiden Enkeln zu.

Wie bei der ersten Aktion von Treffpunkt Backstage darf auch diesmal bei der Führung der kleine Pool nicht fehlen, der rege genutzt wird. Doch erst einmal kommt es auf die aktuelle Vorstellung an. „An jedem Abend müssen alle Artisten auf dem Punkt und konzentriert sein“, so Ochs. Und das gelingt.

Im Gespräch erzählt sie, dass sie mit dem Ende der Show bei der Premiere am Vortag nicht ganz zufrieden war. „Da überlegen wir noch etwas.“ Mit einer Choreografie, die Samira Wanitschek ausgearbeitet hat, treten alle elf Künstler zum Finale gemeinsam auf. Schon zu Beginn der Show kommen alle nacheinander durch den Zuschauerraum auf die Bühne. Damit will Ochs den Teamgeist unterstreichen. Die Artisten denken nicht nur an ihren Auftritt, sondern helfen sich gegenseitig und unterstützen sich. Und das soll mit dem Finale zum Ausdruck kommen. Nach dem begeisterten Schlussapplaus am Freitagabend zeigt sich die Veranstaltungsleiterin sehr zufrieden. „Das hat heute viel besser geklappt.“

Von Corona blieb „Varieté unter Sternen“ allerdings nicht verschont. Eine Künstlerin musste wenige Tage vorher absagen. Ochs suchte fieberhaft nach einem Ersatz. In Berlin erreichte sie Pipsa Ilpala, die für ihre Fußjonglage bekannt ist. Die Finnin erklärte sich bereit, einzuspringen. Allerdings arbeitet sie gerade mit der Hula Hoop-Artistin Masha Terentieva an einer neuen Nummer. So kam diese kurzerhand mit. Während beide tagsüber zusammen an ihrer Darbietung feilten, brillieren sie abends mit ihren Einzel-Nummern. Beide sorgen für eine Bereicherung der rundum gelungenen Ausgabe von „Varieté unter Sternen“.

Von Holger Klemm

Perfekter Abend

Staunen, lachen, träumen – Varieté unter Sternen 2022 hat alles zu bieten, was eine gute Show ausmacht. Die Fäden in der Hand hat dabei Moderator, Comedian und Bauchredner Daniel Reinsberg, der locker flockig durchs Programm führt. Dabei begeistert er nicht nur mit seinem coolen Pinguin Scholli und einem sprechenden Wachlappen, sondern legt zwei Besuchern nach der Pause Worte in den Mund und singt sogar. Für Lacher sorgt auch Komiker Sebastian Matt mit seiner unnachahmlichen Mimik. In der ersten Hälfte ist er der verhinderte Magier, dem einfach nichts gelingt, nach der Pause entgleitet ihm als Kellner sein Badehandtuch. Nackt versucht er, mit einem Tablett voller Wasserflaschen und einer Zeitung seine Blöße zu bedecken. Das Publikum kann sich kaum halten vor Lachen. Das Duo Leole (Leonie Körner und Ole Lehmkuhl) verschmilzt am Cyr Wheel zu einer harmonischen Einheit. Elegant, anmutig und poetisch sorgt Saleh Yazdani mit seiner Akrobatik auf dem Schaukelpferd für einen ersten Höhepunkt. Pipsa Ilpala beweist, dass es möglich ist, gekonnt mit den Füßen zu jonglieren. Der aus dem Elsass stammende Thomas Staath lässt das Publikum mit einer atemberaubenden Nummer am chinesischen Mast staunen. Kraftvoll und voller Anmut klettert und fällt er. Dabei fängt sich Staath kurz vor dem Boden immer wieder auf, als würden die Gesetze der Schwerkraft von ihm fallen. Und der Kraftprotz trägt danach den Mast mit Leichtigkeit von der Bühne. Ein und mehrere Hula Hoop-Reifen beherrscht Masha Terentieva perfekt. Am Trapez lässt Anna Shvedkova mit eleganten Bewegungen einen dynamischen Tanz entstehen. Passend zur Dunkelheit setzen die Canavaltwins einen leuchtenden Schlusspunkt. Die Zwillinge Michael und Florian Canaval aus Österreich präsentieren mit „Twin Glow“ eine tolle-Jonglage mit einem modernem LED-Equipment. Vor Beginn und in der Pause sorgte das Trio Grande für den passenden musikalischen Rahmen. hok

Zu einer artistischen Einheit verschmelzen Leonie Körner und Ole Lehmkuhl am Cyr Wheel.
Zu einer artistischen Einheit verschmelzen Leonie Körner und Ole Lehmkuhl am Cyr Wheel. © -strohfeldt

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