Klubs aus Sprendlingen und Offenthal

Fußballvereine schießen sich aufs Gutachten ein

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Der Sportplatz An der Sandkaut ist die Heimat des FC Offenthal.

Dreieich - Das vom Magistrat in Auftrag gegebene Gutachten zur Auslastung der städtischen Sportplätze ist für die Fußballvereine aus Sprendlingen und Offenthal das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. Von Frank Mahn

Auf Basis dieser Expertise könne keine fundierte Aussage über die Aufgabe von Plätzen getroffen werden, meinen die Kritiker. Seit der Vorstellung des Gutachtens vor ein paar Tagen brodelt es in der Dreieicher Fußball-Landschaft. Das ist nichts Neues, aber es hat den Anschein, als würden die Gräben immer tiefer aufgerissen. In einer gemeinsamen Mitteilung haben gestern SKG und FV 06 Sprendlingen, Susgo und FC Offenthal sowie der JFV Dreieich 2015 (Jugend von SKG und Susgo) ihr Erstaunen über das Ergebnis der Untersuchung zum Ausdruck gebracht. Aus ihrer Sicht taugt es nur dazu, eventuelle pflegerische Maßnahmen auf den Weg zu bringen, nachdem nun die Beschaffenheit der Rasenplätze bekannt sei.

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Die Verfasser rechnen vor: Sowohl in Sprendlingen und Offenthal als auch in Dreieichenhain und Götzenhain stünden den Vereinen jeweils sechs Plätze zur Verfügung. Es gebe aber einen gravierenden Unterschied: In Sprendlingen und Offenthal spielten 53 Mannschaften, in Dreieichenhain und Götzenhain seien es nur 26. Wenn, wie vom Büro aus Kaiserslautern empfohlen, die Plätze des FCO und des SVD aus Kostengründen geschlossen würden, blieben für „jede Gruppe“ fünf Plätze übrig. Mit Blick auf die Zahl der Mannschaften „erkennt jeder neutrale Beobachter, dass hier etwas nicht stimmen kann“, schreibt Susgo-Vorsitzender Norbert Haller namens der genannten Vereine.

„Steigt man tiefer in das Gutachten ein, zeigt sich, dass die zu Grunde gelegten Parameter einfach nicht alle Kriterien zu einer Beurteilung abdecken“, führt Haller weiter aus. Er listet auf:

  • Die Betrachtung der Auslastung umfasse lediglich die gemeldeten und über Vereins-Websites veröffentlichten Zeitstunden. Die tatsächliche Nutzung nach Anzahl der Mannschaften sei nicht berücksichtigt.
  • Die Auslastungsgrade seien an der Anzahl der Stunden gemessen, die ein Bodenbelag pro Jahr aushalte, nicht an realistisch möglichen Trainingszeiten.
  • Die Nutzungsmöglichkeit von Naturrasen richte sich nach der Gegebenheit des Platzes (Flutlicht oder nicht) und danach, wie die Stadtverwaltung dieses witterungsabhängig zulasse, sei also beliebig und nur durch die Stadt beeinflussbar.
  • Es sei falsch, Wintertrainingszeiten pauschaliert mit den Sommertrainingszeiten darzustellen. In den Wintermonaten würden aufgrund von Witterungs- und Lichtverhältnissen zusätzlich Hallenzeiten angemietet.

Der Gutachter habe selbst darauf hingewiesen, dass es sich bei seiner Arbeit nicht um eine Sportstättenentwicklungsplanung handele, wie sie das Büro ikps 2005 vorgelegt habe. „Was also soll dieses Gutachten?“, fragt Haller. In einer Mail an die Fraktionen und den Magistrat ist der Susgo-Chef deutlicher geworden. Dass die beauftragte Firma L.A.U.B. auf Sportplatzbau spezialisiert sei und „keinerlei Kompetenz über die Bodenbeschaffenheit von Sportplätzen hinaus aufweisen kann, passt ins Bild eines amateurhaften Vorgehens. Dass ein solches Gutachten, trotz vorheriger Hinweise seitens der Sprendlinger und Offenthaler Vereine von der Stadtverwaltung kommentarlos veröffentlicht wird, ist ein starkes Stück“.

Dabei sei es einfach, eine Gleichheit zwischen den Vereinen herzustellen, meint Haller als Sprecher der Offenthaler und Sprendlinger Allianz. Ein denkbares Modell sei die Aufgabe der drei Hartplätze in Dreieichenhain und Götzenhain und die Umwandlung eines Rasenplatzes in einen Kunstrasen. „Die Stadt hätte eine entsprechende Einsparung, die Vereine wären mit Sportstätten gleicher Qualität und proportionaler Quantität ausgestattet und auf die ungeliebte Sportplatznutzungsgebühr könnte verzichtet werden.“

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