Keine Belastung durch Pflege

Neue gärtnerbetreute Partnergräber auf Waldfriedhof Dreieichenhain

Sie kümmern sich um die Partnergräber auf dem Friedhof Dreieichenhain (von links): Sabrina Eggert (Treuhandstelle), Dirk Wolff (Steinmetz, Firma Kaufmann), Walter Fischer (Friedhofsverwalter), Norbert Gerhardt (Blumen Gerhardt) und Andrea Mansfeld (Friedhofszweckverband).
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Sie kümmern sich um die Partnergräber auf dem Friedhof Dreieichenhain (von links): Sabrina Eggert (Treuhandstelle), Dirk Wolff (Steinmetz, Firma Kaufmann), Walter Fischer (Friedhofsverwalter), Norbert Gerhardt (Blumen Gerhardt) und Andrea Mansfeld (Friedhofszweckverband).

Auf dem Waldfriedhof Dreieichenhain gibt es ab sofort neue Partnergräber. Das neue Komplettangebot für zwei Urnen hat eine Laufzeit von 20 Jahren. Auch die Kosten für die Grünpflege sind für zwei Jahrzehnte inklusive. 

Dreieich – Bei einem Trauerfall müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Wie soll der geliebte Mensch beerdigt werden? Ist ein großes Erdgrab gewünscht, eine Urne oder die Bestattung unter einem Baum? Ein Problem stellt sich immer häufiger: Die Kinder des Verstorbenen wohnen weit weg, möglicherweise gibt es keine Nachkommen und andere Angehörige können oder wollen die Grabpflege nicht übernehmen. Dennoch soll es einen Ort der Trauer, der Ansprache für die Familie geben.

Dafür gibt es auf dem Friedhof in Dreieichenhain eine neue Lösung: Gemeinsam mit der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen hat der Friedhofszweckverband Neu-Isenburg/Dreieich das Konzept der gärtnerbetreuten Partnergräber aufgelegt. Die ersten neun dieser Gräber, die ab sofort zur Auswahl stehen, wurden in dieser Woche auf einer Wiese hinter der Trauerhalle auf dem Waldfriedhof eingeweiht. Es ist ein schöner Ort unter Bäumen in einer ruhigen Ecke. Hier, an einem frisch gepflanzten Apfelbaum, um den eine Rundbank gezimmert ist, können Hinterbliebene trauern.

„Wir haben die Partnergräber auf dem alten Friedhof und dem Friedhof Buchenbusch in Neu-Isenburg schon seit einiger Zeit. Dort werden sie gut angenommen. Es ist ein Komplettangebot für zwei Urnengräber mit einer Laufzeit von 20 Jahren“, erläutert Andrea Mansfeld, Geschäftsführerin des Friedhofszweckverbands. Die Besonderheit daran: Um die Pflege des kleinen Urnengrabs mit Bepflanzung müssen sich die Angehörigen nicht selbst kümmern, auch der Grabstein mit Beschriftung ist inklusive. Fällt die Wahl auf ein begrüntes Grab, kosten Pflege und Grabmal für die 20 Jahre 4 328 Euro, wenn die Pflanzen und bunten Blumen saisonal drei Mal im Jahr ausgetauscht werden sollen, kostet das Partnergrab 5 840 Euro. Heruntergerechnet auf das Jahr sind das bei Grünpflege 139 Euro und bei saisonaler Bepflanzung 211 Euro. Die Kosten für den Erwerb des Nutzungsrechts auf dem Friedhof fallen zusätzlich an (bei den Partnergräbern sind das 1573 Euro).

Vorteil der Partnergräber: Die Angehörigen des Verstorbenen haben einen Ort der Erinnerung – ohne mit den Verpflichtungen der Grabpflege belastet zu sein. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Leute dann doch gerne mal einen Blumenstrauß oder eine Kerze aufstellen möchten. Das ist auch erlaubt“, so Mansfeld. Die Arbeiten am Gedenkstein übernimmt die Firma Kaufmann aus Neu-Isenburg, um die Pflanzen kümmert sich Norbert Gerhardt von der Firma Blumen Gerhardt aus Dreieichenhain. „Wir sind im Gespräch mit den Menschen, wenn sie einen besonderen Wunsch für die Blumen haben, richten wir uns danach, wenn es in den Rahmen passt“, erklärt Gerhardt.

Das Geld, das vorab für die 20 Jahre Grabpflege bezahlt wird, verwaltet die Treuhandstelle. „Wir kontrollieren die Leistungen und kümmern uns darum, wenn ein Betrieb aussteigt, dass die Gräber auf jeden Fall weiter gepflegt werden“, erklärt Sabrina Eggert von der Treuhandstelle. Auch eine Verlängerung der Partnergräber ist möglich, wenn die Angehörigen das Grab stehen lassen möchten oder die zweite Urne erst zehn Jahre später dazu kommt und die 20 Jahre Ruhezeit noch nicht erreicht sind. Im Vergleich zu den Urnenwänden, die günstiger sind, müssen die Urnen aus den Partnergräbern nach Abschluss der 20 Jahre oder länger nicht bestattet werden. In den Urnenwänden bleiben die Urnen so, wie sie hineingestellt werden – eine Bestattung ist nötig. Bei den Partnergräbern zerfallen die Urnen in der Erde.

Andrea Mansfeld rät den Familien: „Beschäftigen Sie sich schon vor dem Tod mit dem Thema Beerdigung. In der Situation der Trauer ist es eine Erleichterung, wenn die Familie schon weiß, wie es sich der Verstorbene gewünscht hätte und die Hinterbliebenen einen Ort zum Trauern haben.“ Fragen beantwortet der Friedhofszweckverband nach einer Mail an info@friedhofszweckverband.de oder unter 06102 73150. (Nicole Jost)

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