Sprendlingen

Gefährlicher Schulweg: Eltern fordern Stadt Dreieich zum Handeln auf

Einer der Gefahrenpunkte Ecke Gartenstraße/Vogtei: Morgens um viertel vor acht ist hier viel los. Das nicht mehr vorhandene Drängelgitter lässt den kleinen Rollerfahrern freie Bahn und es kommt zu gefährlichen Situationen.
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Einer der Gefahrenpunkte Ecke Gartenstraße/Vogtei: Morgens um viertel vor acht ist hier viel los. Das nicht mehr vorhandene Drängelgitter lässt den kleinen Rollerfahrern freie Bahn und es kommt zu gefährlichen Situationen.

Eltern der Schillerschule in Dreieich (Kreis Offenbach) bemängeln den gefährlichen Schulweg der Kinder. Doch die Stadt sieht zunächst „keinen Handlungsbedarf“.

Dreieich - Morgens um viertel vor acht in Sprendlingen: In der direkten Einflugschneise der Schillerschule geht es auf der Kreuzung Garten-/Bachstraße beinahe zu wie auf einer Roller-Autobahn. Die Grundschüler kommen die Vogtei hinunter gesaust und bremsen nur minimal ab, um die Straße zu queren. Mittendrin ein paar Schüler, die in Gruppen laufen. Von links aus der Gartenstraße kommen im Sekundentakt Autos und damit Elterntaxis, die den Nachwuchs vor der Schillerstraße rauslassen wollen und die vor der Schule auch schon mal hupen, wenn der Verkehr in dem Fahrrad-, Roller- und Fußgänger-Chaos ins Stocken kommt. Um das Verkehrs-Durcheinander perfekt zu machen, kommen aus der Bachstraße Teenager mit großer Geschwindigkeit auf Fahrrädern entgegen, um pünktlich an der Weibelfeldschule anzukommen.

Schule im Kreis Offenbach: „Das hier ist nur ein Gefahrenpunkt, den wir sehen“

„Das hier ist nur ein Gefahrenpunkt, den wir sehen“, sagt Kevin Knecht vom Schulelternbeirat der Sprendlinger Grundschule. Das Abmontieren des Drängelgitters der Vogtei – ein Wunsch aus dem Runden Tisch Radverkehr –habe das Risiko noch erhöht, weil die Kinder jetzt ungebremst auf die Gartenstraße treffen. Knecht und seine Kollegen aus den Elternbeiräten an der Schillerschule haben große Sorgen, was die Schulwegsicherheit in Zukunft betrifft. Nach den Sommerferien tauschen die Schillerschüler mit den Georg-Büchner-Schülern die Gebäude. Das Einzugsgebiet der Grundschule wird ein bisschen größer und der Schulweg für die Kinder zum Teil noch weiter.

„Bislang gibt es noch keinen Plan, wie die neuen Erstklässler an ihre Schule in der Konrad-Adenauer-Straße laufen sollen, wo die Schulwege lang führen sollen. Aus der Verwaltung gibt es seit 2012 keine neuen Schulwegpläne mehr. Die Markierungen – 2018 zum letzten Mal erneuert – sind zum großen Teil kaum noch lesbar“, kritisiert Knecht. Der Schulelternbeirat hat in diesem März im Rathaus nachgefragt, wie es um die Pläne bestellt ist, gerade jetzt mit dem anstehenden Gebäudewechsel. „Wir haben die Antwort erhalten, dass die Stadt im Augenblick keinen Handlungsbedarf sieht“, ist Knecht halbwegs entsetzt. An beiden Schulen seien bereits verkehrsregelnde Maßnahmen zur Sicherung des Weges erfolgt, betont die Stadt, beide Schulen befänden sich in einer Tempo-30-Zone und das Verkehrszeichen „Kinder“ wurde installiert.

Kreis Offenbach: Eltern bitten Stadtverwaltung von Dreieich um Hilfe

Damit wollen sich die Eltern nicht zufrieden geben. Gemeinsam hat der Schulelternbeirat ein 15-seitiges Dokument erarbeitet, das die wichtigsten Punkte zusammenfasst. Die Eltern kritisieren, dass die Verkehrsdichte seit dem letzten Schulwegplan 2012 erheblich zugenommen habe. Zudem sei das Neubaugebiet Heckenborn, das es damals noch nicht gab, dementsprechend nicht berücksichtigt, obwohl viele Kinder aus dem Gebiet zu den Schulen laufen. Die Zahl der Elterntaxis sei steigend, was für die Anwohner und Umwelt belastend und auch für die Kinder – Stichwort Selbstständigkeit – nicht gut sei.

Die Eltern bitten die Stadtverwaltung um Hilfe, um das Gefahrenpotenzial für die Kinder zu minimieren. „Insbesondere durch die Baustelle in der August-Bebel-Straße, die ja auch noch etliche Monate andauern wird, ist der Druck hoch“, sagt Knecht. Eine von den Eltern ausgemachte Gefahrenstelle sei dabei die Poststraße. „Ein echtes Nadelöhr, durch das die Kinder laufen müssen. Zum einen sind hier derzeit extrem viele Autos meist zu schnell unterwegs und außerdem gibt es keine Querungshilfe“, erläutert er.

Dreieich: Eltern fordern Kontrolle zur Einhaltung der Geschwindigkeit vor Schulen

Auch für die Liebknecht-, die Schul-, die Pestalozzi- und die Herrnröther Straße brauche es den Hinweis Schulweg sowie Fußgängerüberwege für den morgendlichen, stark frequentierten Berufsverkehr. An der Auestraße sei sogar eine Ampelanlage zur Überquerung der Hauptstraße wünschenswert. Die Markierung von Seitenstreifen vor Parkplätzen neben der Fahrbahn würde für mehr Übersicht sorgen. Zudem fordern die Eltern von der Ordnungsbehörde mehr Überwachungen zur Einhaltung der angemessenen Fahrgeschwindigkeit.

Die Projektgruppe der Schillerschule hat viel Herzblut in die Dokumentation gesteckt, hat gefährliche Straßenecken fotografiert und Verbesserungsvorschläge markiert. „Wir hoffen jetzt, dass die Stadt die Schulwegplanung in den Fokus nimmt“, so Knecht abschließend. Eine Eingangsbestätigung des Papiers im Rathaus haben die Eltern zumindest schon mal bekommen. (Nicole Jost)

Der Stadtteil Sprendlingen in Dreieich nahe Offenbach wird schon länger von einem Parkplatz-Chaos geplagt. Doch jetzt will die Stadt Abhilfe schaffen.

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