Elternbeirat kritisiert Umleitung

Gefährliches Verkehrsaufkommen vor Grundschule – Eltern besorgt

Ausnahmeregelung: Linienbusse dürfen die Breslauer Straße in Richtung August-Bebel-Straße durchfahren. Alle anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer nicht. Daran hält sich aber nicht jeder. 	Foto: mahn
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Ausnahmeregelung: Linienbusse dürfen die Breslauer Straße in Richtung August-Bebel-Straße durchfahren. Alle anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer nicht. Daran hält sich aber nicht jeder.

Eine Baustelle in Dreieich sorgt für Sorgen bei Eltern. Eine Umleitung könnte Kinder in Gefahr bringen.

Dreieich - Die Großbaustelle in der August-Bebel-Straße in Dreieich bringt seit Oktober allerlei Unannehmlichkeiten nicht nur für die unmittelbaren Anwohner mit sich. So kann die Buslinie 64 seit Anfang Mai nicht mehr durch die Konrad-Adenauer-Straße zurück auf die August-Bebel-Straße (oder umgekehrt) fahren. Die Umleitung führt durch die parallel verlaufende Breslauer Straße. Damit der Bus diese Strecke nehmen kann, gibt es eine Ausnahme von der sonstigen Verkehrsführung. Sie betrifft den Abschnitt direkt vor der Erich-Kästner-Schule. Der Elternbeirat der Grundschule kritisiert diese Umleitung, weil sie die Kinder in Gefahr bringe.

Bei normalem Schulbetrieb geht es vor der Kästner-Schule und dem benachbarten Ricarda-Huch-Gymnasium vor allem morgens zu wie in einem Taubenschlag. Um die Situation zu entschärfen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, hatte die Stadt 2016 eine Neuerung eingeführt, die allseits begrüßt wurde: Demnach dürfen Autofahrer während des Schulbeginns von 7 bis 9 Uhr nur noch von der August-Bebel- in die Breslauer Straße einfahren. Diese Regelung ist jetzt ganztägig aufgehoben worden. Allerdings nur für den Linienverkehr, sprich den Bus. Alle anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer haben sich nach wie vor an das Verbot zu halten.

Dreieich: Schulweg für Kinder soll sicherer werden

Viele tun das aber nicht, klagen Michaela Prostmeyer und Andrea Herrmann vom Elternbeirat der Kästner-Schule. „Die Situation ist für uns nicht weiter tragbar. Aktuell fahren aufgrund der Sackgasse in der Konrad-Adenauer-Straße Linienbusse, Entsorgungsfahrzeuge und viele Autos durch die Breslauer Straße.“ Etliche Pkw-Fahrer ignorierten das Durchfahrtsverbot. Das hohe Verkehrsaufkommen berge erhebliches Gefahrenpotenzial, so die Vertreterinnen des Elternbeirats. Das Gremium hat sich an die Stadt gewandt mit der Bitte, an dieser Stelle etwas zu unternehmen, damit der Schulweg für die Kinder wieder sicherer wird. Auf eine Reaktion habe man vergeblich gewartet, kritisieren Prostmeyer und Herrmann.

Karin Eisenhauer, Leiterin des städtischen Fachbereichs Bürger und Ordnung, räumt ein, „dass zwangsläufig nicht so viel kontrolliert werden konnte wie sonst üblich“. Das Personal sei mit der Überwachung der Coronaregeln sehr stark ausgelastet. Da sich die Lage hier etwas entspannt hat, könne man den Fokus nun auch wieder etwas mehr auf den „normalen“ Betrieb legen. Eisenhauer kündigt an, dass in der Breslauer Straße wieder verstärkt kontrolliert wird.

Schule in Dreieich: Baustelle sei „auf einmal da gewesen“

Was dem Elternbeirat auch aufstößt: „Unseres Wissens nach wurde die Schule nicht über die Änderung der Umleitung des Buslinienverkehrs informiert.“ Zudem sei diese zu Beginn mangelhaft ausgeschildert gewesen. Die Baustelle an der Schnittstelle von Konrad-Adenauer- und August-Bebel-Straße sei „auf einmal da gewesen“, schildert Michaela Prostmeyer. „Manche Kinder wussten gar nicht, wie sie laufen sollten. Erst- und Zweitklässler waren damit überfordert.“ Ein Vater habe schließlich einen Wegeplan gezeichnet, an dem sich die Kinder in der Anfangszeit hätten orientieren können.

„Der Bus muss ja irgendwie fahren“, sagt Steffen Arta. Der Geschäftsführer der Dreieicher Verkehrsbetriebe bekräftigt auf Anfrage, dass es keine Alternative zur jetzt gewählten Route gibt. Jedenfalls keine, auf der sich der Zeitplan annähernd einhalten ließe. (Von Frank Mahn)

Die Schillerschule in Dreieich wurde von den Folgen des kürzlichen Unwetters schwer getroffen. Im Keller stand das Wasser bis zur Decke.

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