Gefahr für Leib und Leben

Angst vor Verletzungen: Anwohner beklagt Verkehrssicherheit - Stadt relativiert

Gefahr im Verzug? Andreas Bogdan bewohnt das Haus neben dem gesperrten Verbindungsweg und einem Grundstück mit alten Bäumen. Einige von ihnen sind nach Bogdans Einschätzung nicht standsicher.
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Gefahr im Verzug? Andreas Bogdan bewohnt das Haus neben dem gesperrten Verbindungsweg und einem Grundstück mit alten Bäumen. Einige von ihnen sind nach Bogdans Einschätzung nicht standsicher.

Ein Anwohner aus Dreieich beklagt mangelnde Verkehrssicherheit. Alte Bäume könnten auf die Straße herabstürzen - und jemanden verletzten.

Dreieich – Wenn die Herbststürme kommen, könnte sich die Lage zuspitzen. „Das ist eine Gefahr für Leib und Leben“, meint Andreas Bogdan. Er wohnt am Geißberg, direkt neben der seit Jahren gesperrten Treppe zum Hainer Weg und einem Grundstück mit vielen alten Bäumen. Und von denen, sagt Bogdan, seien einige entwurzelt. Der Dreieichenhainer befürchtet, dass ein Baum auf die Straße oder den Gehweg fallen könnte – oder auf sein Grundstück und dass dabei möglicherweise jemand verletzt wird.

Als Beispiel nennt Bogdan einen Vorfall, der sich vor etwas mehr als zwei Monaten ereignet habe. Damals sei ein Baum auf die Straße gekracht. Den habe die Feuerwehr zerlegt und beseitigt – das Holz sei hinter dem Gitter der gesperrten Treppe gelandet. Der Baumbestand auf dem privaten Nachbargrundstück ist nach Bogdans Worten „seit Jahren problematisch“.

Dreieich: Fehlende Verkehrssicherheit - Anwohner meiden bestimmte Wege

Auch über dem Treppenweg zwischen Geißberg und Hainer Weg, der als Gemeindestraße unter dem Namen Am Steinbruch firmiert, seien schon Äste abgebrochen. Einer habe seinen Zaun beschädigt, schildert Bogdan. Seine Konsequenz: „Ich benutze meine Terrasse nicht mehr.“ Die Stadt habe er mehrfach darauf hingewiesen, aber es passiere nichts. „Dabei ist der Weg doch städtisches Gelände, für dessen Verkehrssicherheit die Stadt die Verantwortung trägt“, sagt Bogdan.

Inzwischen hat sich Sylvio Jäckel, Baumexperte beim städtischen Dienstleistungsbetrieb (DLB), nach Auskunft von Karin Eisenhauer ein Bild von der Lage gemacht. Die Bewertung durch die Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung fällt etwas anders aus. Da der Fußweg Am Steinbruch gesperrt sei und somit kein öffentlicher Verkehr stattfinde, bestehe im Bereich des Wegs zwischen den Grundstücken aktuell keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, so Eisenhauer. Auch für den Fußweg am Geißberg sei nach „visueller Prüfung“ des nachbarlichen Baumbestands keine akute Gefahr festgestellt worden.

Dreieich: Alte Bäume werden zur Gefahr - Handlungsbedarf besteht

Allerdings sieht Eisenhauer durchaus Handlungsbedarf. Ein Baumstamm, der in einem anderen Baum hängt, stelle eine latente Gefahr dar. „Vom öffentlichen Gehweg aus ist nicht feststellbar, wie stabil der Baum ist, in dem der Stamm festhängt. Eine fachliche Einschätzung zur exakten Gefahrenlage müsste ein Baumsachverständiger feststellen. Wir werden den Eigentümer mit dieser Erkenntnis auffordern, uns entweder durch ein Gutachten nachzuweisen, dass der Ast als gesichert anzusehen ist und keine Gefahr für den öffentlichen Gehweg des Geißbergs vorliegt, oder diesen zu entfernen“, teilt die Fachbereichsleiterin mit.

Im Zuge dieser Geschichte drängt sich natürlich eine andere Frage auf. Denn viele Hainer ärgern sich darüber, dass der 90 Meter lange Verbindungsweg seit Jahren gesperrt ist – aus Gründen der Verkehrssicherheit, weil das Treppenbauwerk nicht mehr den Sicherheitsvorschriften entspricht. Eine erste Reparatur brachte nicht den erhofften Erfolg. Eine Anfrage im Rathaus, ob und falls ja wann mit einer Wiedereröffnung zu rechnen sei, lief bis zum Redaktionsschluss für diese Seite ins Leere. (Von Frank Mahn)

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