Dreieich

Unterricht an Ricarda-Huch-Gymnasium bald auch im Container – Anbau soll Entlastung bringen

Schwarze Container an der Breslauer Straße an der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich nahe Offenbach.
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Hier ziehen nach den Sommerferien acht Klassen ein. Die Arbeiten an der Interimscontaineranlage an der Breslauer Straße an der Ricarda-Huch-Schule laufen auf Hochtouren.

An der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich nahe Offenbach ist bald schweres Baugerät zu Gast. Das Gymnasium soll erweitert werden – bis dahin müssen Container aushelfen.

Dreieich – Die Ricarda-Huch-Schule in Dreieich platzt aus allen Nähten. Immer mehr Eltern möchten, dass ihre Kinder das Sprendlinger Gymnasium besuchen. Um mehr Platz zu schaffen, nimmt der Kreis Offenbach viel Geld in die Hand. Unter anderem für eine doppelstöckige Containeranlage, die durch ihre schwarze Farbe auffällt. Sie ist allerdings nur eine Übergangslösung.

Aus den Wänden der doppelgeschossigen Containeranlage ragen etliche Kabel, Handwerker schleppen Leisten durch die Container und noch sind die acht neuen Klassenräume, die der Kreis Offenbach für die Ricarda-Huch-Schule (RHS) an der Grenze zur Breslauer Straße aufstellen lässt, eine große Baustelle. Wenn der Unterricht in etwas mehr als zwei Wochen beginnt, können die Schüler einziehen, sind sich die Verantwortlichen sicher. „Alle Räume bekommen digitale Tafeln, sie sind mit Fluren und einem Treppenhaus verbunden und bekommen auch ihre eigene Toilettenanlage“, erklärt Marita Hermes vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Kreises Offenbach.

Dreieich bei Offenbach: Ricarda-Huch-Schule in Zukunft mit sechs Klassen pro Jahrgang

Die Zahl der Schüler am Gymnasium in Sprendlingen steigt stetig, aktuell sind es rund 1150. „Wir mussten reagieren und erweitern die Schule jetzt von fünf- auf sechszügig“, sagt Landrat Oliver Quilling gestern bei einer Begehung. Und dafür braucht es kurzfristig weiteren Platz. Auch wenn die wegen ihrer schwarzen Farbe auffälligen Pavillons durchaus Komfort bieten, langfristig soll die Schule baulich erweitert werden. „Wir sind für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Dreieich sehr dankbar. Wir können einen schmalen Streifen des Sprendlinger Bürgerparks zur Erweiterung nutzen“, so Quilling. Noch im Herbst sollen die Architektenleistungen für den Anbau europaweit ausgeschrieben werden.

Gymnasium in Dreieich nahe Offenbach wächst weiter – Anbau soll Entlastung bringen

Bevor an der Ricarda-Huch-Schule das ganz große Rad gedreht wird, zeichnen sich schon Veränderungen im Gebäude ab. Die Rotunde im Eingangsbereich ist bereits Geschichte. „Das Ei ist geköpft“, erläutert Marita Hermes mit einem Lächeln. „Die halbrunden Mauern innerhalb des Gebäudes haben die Schule schon lange eher eingeschränkt. Wir haben die Ferien genutzt, um das Areal in eine richtige Aula umzubauen.“

In der Rotunde wird gewerkelt. Landrat Oliver Quilling (Mitte) sieht sich an, wo die Aula entsteht.

Pünktlich zum Besuch des Landrats wird ein 2 000 Kilo schweres Stahltragwerk in die Decke eingezogen. So kann der hintere Teil, der die halbrunden Mauern noch hat, als Bühne genutzt werden. In den Herbstferien werden an die Stahlträger eine mobile Trennwand und Verdunklungsvorhänge angebracht. Mit dem Einbau der passenden Technik hat das Gymnasium dann einen multifunktionalen Veranstaltungsraum, der für Zeugnisübergaben genauso nutzbar ist wie für Konzerte und Theateraufführungen. Auch die Akustik und die Belüftung des Raumes werden im Zuge der Arbeiten verbessert.

Größere bauliche Veränderungen erwarten Schule in Dreiech bei Offenbach – dafür fließen Millionen

Der nächste Sanierungsschritt betrifft Fassaden und Fenster des rund hundert Meter langen Hauptgebäudes. „Sie waren bei den Sanierungsarbeiten im PPP-Projekt noch in Ordnung, müssen jetzt aber gemacht werden“, weiß Oliver Quilling. In den Osterferien des nächsten Jahres soll damit begonnen werden. Aus Lärmschutzgründen machen die Arbeiter dann drei Wochen Pause, damit die Abiturienten sich konzentrieren können.

In Containeranlage, Sanierung und Anbau investiert der Kreis Offenbach 8,5 Millionen Euro. 1,2 Millionen Euro kostet die Sanierung, die aus Bundesmitteln des Kommunalen Investitionsprogramms II finanziert wird. Die Interimslösung mit der Containeranlage schlägt im Kreishaushalt mit 860 000 Euro zu Buche – inklusive der Vorarbeiten. Dazu gehört die Verlegung von Glasfaserkabeln für schnelles Internet in den Klassenräumen. (Nicole Jost)

Um das Gymnasium fit für die Zukunft zu machen, investieren auch Eltern in die Bildungsstätte: Zum Juni hat der Förderverein mit Spendengeldern drei Smartboards für die Schule erworben.

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