„Mich stört die Gleichgültigkeit“

Dreieich - Die Bewohner der Rosenau in Sprendlingen sind sauer auf Hundebesitzer, die ihre Schützlinge in den Baierhansenwiesen frei umherlaufen lassen und nicht unter Kontrolle haben. Die Vierbeiner sorgen nicht nur für unliebsame Hinterlassenschaften. In den vergangenen Tagen riss ein schwarzer Labrador ein Lamm. Von Holger Klemm

 Diese Gegend ist nach Meinung der Familie Winkler, die auch für viele Nachbarn spricht, das „große Auslauf-Areal“ aller Hunde in Sprendlingen. „Wir können dies tagtäglich in seiner hundertfachen Vielfalt erleben.“ Von den Besitzern bekommen die Bewohner regelmäßig zu hören, dass ihre Vierbeiner nichts tun, einfach nur neugierig sind oder auch nur spielen wollen. Mit der Folge, dass die dort lebenden Katzen im Innenhof gejagt werden oder die Hunde unvermittelt im Wohnhaus auftauchen und ihre kleinen und großen Hinterlassenschaften freizügig am Teich, auf den Terrassen und in der gesamten Gartenanlage verteilen.

Trauriger Höhepunkt sei in den vergangenen Tagen ein schwarzer Labrador gewesen, der seinen Jagdtrieb neu entdeckte. „Der Vierbeiner drang in die angrenzende Schafkoppel ein, scheuchte die zum Teil tragenden Muttertiere durch die angrenzenden Straßen und riss einem sechs Wochen alten Lämmchen beide Ohren aus dem Kopf, so dass es wenig später verblutete“, schildert die Familie Winkler.

Weg wird zur Schlammstrecke

Noch eine unangenehme Begleiterscheinung hat das Ausführen der Hunde in dieser Gegend. Durch den täglichen Autoverkehr zur Wiese habe sich der Weg ins Landschaftsschutzgebiet immer mehr in eine „Schlammstrecke“ verwandelt.

„Mich stört die Gleichgültigkeit mancher Hundebesitzer“, sagt Thomas Müller, Leiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung. 90 Prozent verhalten sich seiner Meinung nach zwar ordnungsgemäß, doch eine Minderheit bringe alle in Verruf. Die Probleme gebe es nicht nur in den Baierhansenwiesen, die sehr nahe an den Wohnungen liegen. „Wir versuchen es regelmäßig mit Information und Aufklärung“, betont Müller. Besitzer sollten bedenken, dass die Wiesen auch landwirtschaftlich genutzt werden und so Hundekot und -urin in die Nahrungskette gelangen.

Müller hat in den vergangenen Tagen von mehreren Fällen erfahren, in denen Hunde Tiere gehetzt haben sollen. Normalerweise sei davon eher im Frühjahr zu hören. Es gebe viele Vierbeiner, die sich gegenüber anderen Tieren gleichgültig verhielten. Wenn aber ein Halter wisse, dass sein Schützling nicht zu dieser Sorte gehöre, solle er diesen unbedingt an die Leine nehmen.

Besitzern droht mehr als ein Bußgeld

„Wir sind mit den Jagdpächtern im Kontakt“, so Müller. Sollten die Besitzer ermittelt werden, droht nicht nur ein Bußgeld. Sie haben mit einigen Konsequenzen zu rechnen.

Nach der Hundeverordnung droht die Einstufung des Vierbeiners in die Kategorie „gefährliche Hunde“. Damit verbunden sind eine höhere Steuer, die Wesensprüfung und der Sachkundenachweis des Halters. Müller: „Ein Bußgeld ist dagegen harmlos.“

Rubriklistenbild: © Thraniwen/pixelio.de

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