Für Engagement auf dem Energiesektor

SG Götzenhain erhält Umweltpreis

Dreieich - Die Sportgemeinschaft Götzenhain leistet seit Jahren Beispielhaftes im Bereich Energieeinsparung und Energieeffizienz. In Sven Engel hat der Traditionsverein sogar einen Klimaschutzbeauftragten. Das Engagement ist auch dem Kreisverband der Grünen nicht verborgen geblieben. Er zeichnet die SGG mit seinem Umweltpreis aus. Von Frank Mahn 

Was der Verein in den vergangenen Jahren alles bewerkstelligt hat, um die Energiekosten in seiner Halle an der Frühlingstraße zu senken und damit auch die Umwelt zu schonen, wird Sven Engel am nächsten Dienstag in Urberach keinem Geringerem als Tarek Al-Wazir erläutern. Der Offenbacher verantwortet in der hessischen Landesregierung nicht nur die Ressorts Wirtschaft und Verkehr, sondern ist unter anderem auch noch für Energie zuständig. Gemeinsam mit Vorstandsmitgliedern des Grünen-Kreisvorstands wird Al-Wazir der Abordnung der SGG den mit 500 Euro dotierten Preis überreichen. Die Arbeit des Vereins sei vorbildlich, hat die Jury befunden.

Die Götzenhainer arbeiten seit Jahren eng mit dem Landesportbund (LSB) Hessen zusammen. Im Zuge einer Ökocheck-Beratung war die Halle durch Fachleute des LSB mit Blick auf Einsparpotenziale untersucht worden. Gemeinsam entwickelten die Partner dann verschiedene Projekte zum Klimaschutz. Das alles natürlich auch mit dem Ziel, die Vereinskasse auf Dauer von den hohen Strom- und Gaskosten zu entlasten. Das ist der Sportgemeinschaft auf beeindruckende Weise gelungen. Der Verbrauch ist seit 2009 nahezu halbiert worden. Bezahlt machen sich die Erneuerung von Heizkreispumpen, Wärmedämmung und Beleuchtung, der Einbau intelligenter Steuerungsanlagen, vor allem aber die neue Heizungsanlage, die freilich eine hübsche Stange Geld kostete. Bei den Ausgaben von gut 100.000 Euro konnte der Verein allerdings etwa die Hälfte durch Zuschüsse generieren. Seit die neue Heizung läuft, spart die SGG etwa 6 500 Euro jährlich.

Der Verein ist in der glücklichen Lage, Sven Engel in seinen Reihen zu haben. Der Mann ist Energietechniker und der SGG seit Kindesbeinen an verbunden. Er hat sich sogar zum „Umweltberater im Sport“ ausbilden lassen und managt ehrenamtlich den SGG-Aktionsplan für den Klimaschutz. Letzterer ist seit der jüngsten Jahreshauptversammlung sogar in der Satzung des Vereins verankert, wonach bei der Verwendung von Mitteln auch ökologische Gesichtspunkte zu berücksichtigen sind.

Ökostrom-Förderung wird umgestellt: Mehr Wettbewerb

Ende 2014 hat der Landessportbund der SG Götzenhain für ihre Anstrengungen sieben Sterne für den aktiven Klimaschutz verliehen – als einem der ersten Vereine in Hessen. Nachholbedarf sahen die Prüfer damals nur beim Einsatz regenerativer Energien. Aber auch da sind die Götzenhainer schon längst dran. Ursprünglich war vorgesehen, schon in diesem Jahr eine Solaranlage für den Eigenverbrauch auf dem Hallendach zu installieren. Doch nachdem sich abzeichnete, dass die Stadtwerke ihr Programm Solar pur möglicherweise ausweiten werden, stellte der Verein dieses Projekt erstmal zurück. „Das Stadtwerke-Modell könnte für uns interessant sein“, meint Sven Engel.

Den Umweltpreis hatten die Grünen im vergangenen Jahr erstmals vergeben. In den Genuss der Auszeichnung kam der Obst- und Gartenbauverein Lämmerspiel für sein Engagement im Umwelt- und Naturschutz. Unter mehreren Projekten des Vereins gefiel den Juroren damals vor allem die „Streuobsterlebniswiese“, eine Kulturlandschaft von etwa 1000 Quadratmetern, die nebenbei die Apfelweinroute um ein lohnendes Ausflugsziel erweitert hat.

Rubriklistenbild: © dpa

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