Götzenhainer Künstlerin Tanja Slawik-Hoffmann

Mit US-Legenden nach Manhattan

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Tanja Slawik-Hoffmann wird auch ihr Bild von Jackie Kennedy ab der kommenden Woche in New York zeigen. Dort präsentiert die Götzenhainer Künstlerin sechs Wochen lang ihre Arbeiten in einer Galerie in Chelsea.

Götzenhain - In der linken hinteren Ecke des ehemaligen Tanzsaals des Hofgartens an der Rheinstraße steht ein Schlagzeug. Schräg gegenüber befindet sich eine schwarze Ledercouch und gleich rechts vom Eingang eine große Küche. Und: Überall sind Bilder. Von Enrico Sauda

Mal lehnen sie an einem der Tische, mal prangen sie von einer der Staffeleien oder sie hängen oder lehnen an einer Wand. Der legendäre Gitarrist Jimi Hendrix, US-Präsident Barack Obama oder Jackie Kennedy strahlen den Betrachter überdimensional an. Bald tun sie das nicht mehr in Götzenhain, sondern in New York. Dort stellt Tanja Slawik-Hoffmann ihre Bilder in der kommenden Woche aus.

Am Montag geht’s in den Flieger, der sie zum Big Apple bringt. Bis dahin hat die Mutter von vier Kindern alle Hände voll zu tun. Die zwei Mädchen und zwei Jungen sind untergebracht – mal bei den Großeltern, eine ist sogar schon in Amerika. Allerdings in einem weit entfernten Bundesstaat. Schließlich gilt es die zwölf Bilder, die sie mitnimmt, zu verfrachten. Das ist nicht nur aufwendig, sondern auch teuer.

Aber es scheint sich zu lohnen. „New York steht zurzeit auf europäische Künstler“, weiß Slawik-Hoffmann, die ihre Bilder im Stadtteil Chelsea ausstellt. „Es ist ganz ulkig, wie ich dazu kam“, erzählt sie. „Ich war bei Peter Ziegler, dem Promifriseur in Frankfurt, und der gab mit den Tipp, seinen alten Freund und Kollegen Chrystoph Marten zu besuchen.“ Der wanderte vor gut zwei Jahrzehnten von Mainhattan nach Manhattan aus und eröffnete einen Friseursalon mit Galerie. Mit ihren Kindern flog Slawik-Hoffmann im Frühjahr nach New York. „Ich zeigte Chrystoph Fotos meiner Bilder und er war sofort hin und weg, fand sie sensationell und lud mich ein.“

Nun packt die Künstlerin Jimi, Jackie und Co. ein, um sie in New York sechs Wochen auszustellen. Nicht vergebens – so hofft sie zumindest. In Deutschland kommen ihre Bilder gut an. Manche sind noch nicht mal trocken, da reißen die Käufer sie sich unter den Nagel. Günstig sind die Werke nicht wirklich. Eins ihrer Bilder könnte den Gegenwert eines Kleinwagens besitzen.

Im Laufe der Jahre erarbeitete sich die 43-Jährige einen Ruf in der Kunstszene und trägt seit einiger Zeit den Namen „Miss Goldfinger“. Doch es sind nicht nur ihre großformatigen Bilder, die die Götzenhainerin ausmachen, es ist ihre ganze Art. Wenn sie von ihrer Kunst spricht, tut sie das mit dem ganzen Körper – Hände, Arme, Augen, alles ist in Bewegung, um ihre Worte zu untermalen. Slawik-Hoffmann malt mit Vorliebe Porträts von Menschen und Tieren. „Landschaften sind nichts für mich.“

Ihre Inspiration kommt von Bildern, die sie unterwegs auf Reisen oder in ihrer unmittelbaren Umgebung mit ihrer Kamera macht. Daraus entstehen die Gemälde, deren kleinstes Format ein Meter mal 1,2 Meter misst. Dabei konzentriert sie sich ganz auf die Gesichter, „weil ich so versuche, dem Wesen der Menschen nahe zu kommen“, argumentiert sie. „Miss Goldfinger“ klebt oft Tapete, Zeitungen oder Packpapier als strukturgebende Elemente auf die Leinwand. Darüber wird Farbe in verschiedenen Schichten aufgelegt - Acryl, Öl, Ölkreide, Goldfarbe und Blattgold. Nicht nur den Untergrund und die Farben mischt sie, sondern auch die Techniken. Die Künstlerin spachtelt, klebt, kratzt, schabt, nimmt die Finger zur Hilfe, übermalt oder setzt mit wenigen Strichen Akzente. Manches bleibt auch weiß. Wenn sie malt, sind ihre Finger manchmal voller Goldfarbe. So kam es zum Pseudonym „Miss Goldfinger“.

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