Bei der Götzenhainer Kerb

Die Mädels müssen’s wieder richten

Auf ein Neues: Die Kerbmädels um Kerbmudder Katarina Egentenmeyer (hinten mit der blau-weißen Schärpe) werden ab dem morgigen Donnerstag zu Wiederholungstäterinnen

Götzenhain -  Was gut ist, kommt wieder: Zum zweiten Mal nach 2017 ist ein Teil der Götzenhainer Kerbtradition in Frauenhand. Die Kerbmädels mit Katarina Egentenmeyer an der Spitze springen in die Bresche, weil sich keine männlichen Kandidaten fanden.

Also rocken die jungen Damen das Fest, das am Freitag mit dem Aufstellen des Baums seinen Lauf nimmt. Sie sind zu neunt, zwischen 20 und 30 Jahre alt, wollen die Tradition erhalten und zur Attraktivität der vor einigen Jahren wiederbelebten Götzenhainer Kerb beitragen. Der Stadtteil liegt den Frauen am Herzen. Manche von ihnen kennen sich schon seit der Grundschule, sagt die neue alte Kerbmudder Katarina Egentenmeyer. „Wir sind gemeinsam hier aufgewachsen.“ Der Handball ist ein weiteres verbindendes Element. „Schon in der Jugend haben einige von uns beim HSV gespielt“, erzählt Egentenmeyer. „Wir beide sind sogar zusammen in den Kindergarten gegangen“, sagt sie und schaut zu Nena Gottschämmer.

Vor gut zwei Jahren kamen sie darauf, Kerbmädels zu werden. „Das war eigentlich eine Schnapsidee“, schildert Egentenmeyer. „Wir standen damals auf der Kerb, als noch Kerbborsche gesucht wurden und haben gefragt, ob sie auch Mädels nehmen würden.“ Das ging in Ordnung. Danach trommelten sie den Rest zusammen. Das erwies sich als gar nicht so einfach. „Denn erst mal haben alle Nein, auf gar keinen Fall gesagt“, berichtet die zweifache Kerbmudder. Schließlich trafen sie sich mal zum Essen und haben darüber geredet. „Eine Stunde später haben wir schon geplant, wer die Schärpen besorgt und wer die Fahne macht.“

Die Aufgaben der Kerbmädels unterscheiden sich nicht von denen ihrer männlichen Kollegen. „Wir stellen den Baum auf, genauso wie es die Kerbburschen auch machen“, stellt Egentenmeyer klar. „Die machen es auch nie allein. Denn allein die Stützen zu bewegen ist für acht oder neun Leute nicht möglich.“ Im vergangenen Jahr hat es recht ordentlich geklappt, obwohl es anfing, in Strömen zu regnen.

Die Frauentruppe legt großen Wert auf Tradition und findet es wichtig, den Ort zu repräsentieren. „So viele Dinge sind so extrem schnelllebig geworden, aber hier geben sich so viele Leute Mühe“, lobt Egentenmeyer. „Wir sind jetzt schon ein bisschen in die ganze Sache involviert, kennen uns aus, auch was den Kerbverein an sich betrifft. Wir sind ein Stück weit zusammengewachsen.“ Ein „Comeback“ stand allerdings nicht zur Debatte. Bis irgendwann in diesem Jahr der Anruf vom Kerbverein kam, weil sich keine Kerbborschen gemeldet hatten. Und auch keine Mädchen. Ausgerechnet im Jahr 30 nach Gründung des Kerbvereins und der ersten urkundlichen Erwähnung Götzenhains vor 700 Jahren. Es wäre das erste Mal gewesen, dass es gar niemanden gegeben hätte – also sagten sie zu. „Wir wären doch sowieso zur Kerb gegangen. Zum Feiern.“ Es wäre schade gewesen, „wenn wir uns einfach da hingestellt hätten und es wäre keiner dagewesen, der Kerbmädel oder Kerbborsch ist. Das wäre kein gutes Gefühl für uns gewesen“. Aber eins stellt Egentenmeyer klar: „Dreimal hintereinander machen wir das nicht.“ Obwohl bei den Kerbmädels schon Stimmen laut werden, dass aller guten Dinge doch drei seien. „Zweimal, das gab es schon. Aber dreimal noch nie“, wirft Sonja Zellner in die Runde.

Götzenhain feiert auf der Kerb: Bilder

Beste Stimmung herrschte auch in diesem Jahr auf der Kerb in Götzenhain.

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Doch die Kerbmudder winkt ab. „Was wir wollen, ist, das Thema Kerb den jüngeren Generationen zu vermitteln, um sie zu motivieren, selbst mal Kerbmädel oder Kerbborsch zu werden.“ Aber bei aller Liebe: „Wir können es nicht mehr so intensiv machen wie im vergangenen Jahr. Da haben wir es komplett durchgezogen, zum Teil Urlaub genommen. Wir waren jeden Tag auf der Kerb, komme, was wolle.“ Das wird anders, Familie und Beruf kommen während der vier Tage auch zu ihrem Recht. Wobei es in diesem Jahr streng genommen fünf Tage sind. Am morgigen Donnerstag ab 20 Uhr werden die Quietschboys die Mauern der SGG-Halle erzittern lassen – die vorgezogene Zugabe steigt zum 30. Geburtstag des Kerbvereins. An der Abendkasse gibt’s noch Karten. (es)

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