HSV-Halle aus den Angeln gehoben

Götzenhainer Oktoberfest wird zur Riesengaudi

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Da bleibt keiner ruhig sitzen: Beim Oktoberfest gingen die Besucher in der ausverkauften HSV-Halle begeistert mit.

Götzenhain -  Was für eine Super-Sause: Das mittlerweile neunte Oktoberfest des HSV Götzenhain sorgte wieder einmal für mächtig Stimmung. Verbunden war damit aber auch ein Abschied. Letztmals traten die Isartaler Hexen in Götzenhain auf und sorgten noch einmal für jede Menge Gaudi. Von Enrico Sauda

Dirndl, karierte Hemden und Lederhosen dominieren das Erscheinungsbild am Freitagabend in der Halle des Handballsportvereins Götzenhain (HSV). Ungefähr 800 Besucher sind gekommen, was zu glücklichen Gesichtern bei den Veranstaltern führt. Obwohl sie und die Helfer gut eine Woche lang Knochenarbeit beim Aufbau leisteten, bei der Veranstaltung selbst mit anpacken und später auch den Abbau managen. „Mit rund 20 Leuten haben wir alles vorbereitet“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Waltraud Kalusa. Während des Festes sind 80 Helfer aus dem ganzen Verein aktiv. „Wir machen das alles, weil es Spaß macht und für unseren Verein gut ist.“

Es stecke ein enormer Aufwand hinter dem Oktoberfest, das doch so leicht und locker rüberkommt. „Wir müssen jedes Jahr einen Bauantrag stellen“, berichtet Kalusa, die direkt nach dem Oktoberfest mit den Planungen für das nächste Jahr beginnt. Aber es lohnt sich. „Im April haben wir mit dem Kartenverkauf begonnen und in vier Tagen waren alle Tickets weg. Das ist super“, freut sie sich. Und eine gute Nachricht kann die stellvertretende HSV-Vorsitzende auch gleich mitteilen: „Es geht weiter. Wir machen im kommenden Jahr wieder ein Oktoberfest.“ Dann das zehnte. Im Verein werde gerade beraten, ob das kleine Jubiläum mit etwas Besonderem daherkommen wird.

Für die entsprechende Stimmung sorgten die Isartaler Hexen, die letztmals in Götzenhain auftraten und noch einmal so richtig loslegten.

„Wir brauchen auch das Geld“, gibt Kalusa zu bedenken. „Wir benötigen es für die Jugendarbeit, für den Sport und für den Unterhalt unserer Anlage.“ Außerdem hat der HSV noch weitere Projekte vor sich: „Wir müssen den Fußboden neu machen und möchten den Ballkastenraum umbauen für unseren Seniorensport und die Demenzsportgruppe. Da sind wir auf jeden Cent angewiesen“, so Kalusa. Im Januar soll es losgehen. Bis dahin ist noch Zeit und so feiern alle letztmals mit den Isartaler Hexen. Achtmal heizten sie dem Publikum an der Langener Straße ein, insgesamt 18 Jahre lang waren die Damen auf Achse, gaben im Monat bis zu 15 Konzerte. Doch nun ist Schluss. „Die Band löst sich auf“, berichtet Chefin Ulla Vater. „Ich möchte in Rente gehen“, so die 65-Jährige, die seit 43 Jahren als Profimusikerin unterwegs ist. „Ich hatte das mal in einer internen Besprechung angesprochen.“ Bei dieser Gelegenheit kam ans Tageslicht, dass sie nicht allein mit diesem Wunsch war. „Die eine will ein Kind bekommen, die andere das Geschäft ihrer Eltern übernehmen.“ Da steckten die Musikerinnen die Köpfe zusammen, berieten sich und kamen zu dem Entschluss: „Wir machen eine schöne Abschiedstour und das wird dann unser letztes Jahr.“ Musikmachen sei zwar ohne Altersbegrenzung möglich, „aber nicht in dem Ausmaß, wie wir das betreiben“, gibt Ulla Vater zu bedenken. „Wir sind in ganz Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und in Italien unterwegs und machen das schon seit 18 Jahren.“

Oktoberfest des HSV Götzenhain 2018: Bilder

Oktoberfest 2018 des HSV Götzenhain: Bilder
Oktoberfest 2018 des HSV Götzenhain: Bilder
Oktoberfest 2018 des HSV Götzenhain: Bilder
Oktoberfest 2018 des HSV Götzenhain: Bilder
Oktoberfest des HSV Götzenhain 2018: Bilder

Für viele ihrer Kollegen wäre das ein traumhaftes Leben. Aber nun sei genug und die Frauen gehen getrennte Wege. „Unsere Frontfrau macht weiter mit vier Männern und die anderen spielen dann in Formationen weiter, die das Musikmachen nicht auf diesem Level betreiben“, weiß Ulla Vater. Weitermachen ohne drei von acht Mitgliedern, das wollten die Hexen nicht. „Wir sind schon ein ziemlich homogener Haufen“, scherzt die Leiterin, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht. „Man muss sich vorstellen, wie wenig Zeit für das Privatleben bleibt, wenn man 15-mal im Monat spielt, probt und dann noch Fernsehtermine hat.“ Es gebe keine Zeit für Freunde, Familie, Hochzeiten oder Geburtstage und kein Wochenende zuhause.

„Genau das wird sich jetzt für mich ändern“, so die studierte Trompeterin. Doch erst einmal legen die Isartaler Hexen in Götzenhain richtig los und sorgen schnell für Betriebstemperatur. Schnell rückt der Abschied in den Hintergrund – angesichts der Super-Sause.

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