Deutsch-chinesische Fußballakademie

Grüne halten Eintracht-Pläne in Dreieich für bedenklich

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Dreieich - Der SC Hessen und die hinter dem Fußball-Hessenligisten stehende Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH (DSBM) wollen gemeinsam mit der Frankfurter Eintracht ein großes Rad drehen. Von Frank Mahn

Im Zuge einer Kooperation soll, wie am Dienstag im Sportteil berichtet, in der Lettkaut eine deutsch-chinesische Fußballakademie entstehen. Das kann freilich nur funktionieren, wenn der von der privatrechtlich aufgestellten DSBM betriebene Hahn Air Sportpark erweitert wird. Bei Dreieichs Grünen hat die vom SC Hessen herausgegebene Mitteilung Befremden ausgelöst. Sie wundern sich zum Beispiel über die Aussage, die Parteien arbeiteten aktuell gemeinsam mit der Stadt an einem zukunftsfähigen Konzept zur Erweiterung des Sportparks und Optimierung der infrastrukturellen Gegebenheiten in der Lettkaut. „Dass Parteien und Stadt an einem Nutzungskonzept arbeiten würden, ist uns nicht bekannt und beschlossen ist es schon gar nicht“, sagen die beiden Fraktionssprecher Roland Kreyscher und Heidi Soboll. Sie erwarten deshalb eine Stellungnahme des Magistrats.

Mit Erstaunen hat die Öko-Partei auch ein Zitat von Hans Nolte zur Kenntnis genommen. Er sei glücklich, dass sich Eintracht Frankfurt für den Standort Dreieich entschieden habe, hatte der Gründer des SC Hessen und DSBM-Initiator gesagt. Die Grünen fragen sich, warum der Bundesligist von einem Einvernehmen der Stadt ausgeht, bevor die eigentlichen Entscheidungen darüber in den zuständigen Gremien gefallen sind.

„Wir finden die Idee eines internationalen Sportcamps zwar sehr interessant und sie stößt an sich bei uns keinesfalls auf Ablehnung. Nach allem, was wir wissen, stehen wir jedoch dem Vorhaben am Standort Lettkaut sehr skeptisch gegenüber“, so die Fraktionsspitze. Das für das Schulungszentrum in Rede stehende Gelände sei im Dreieicher Grüngürtel angesiedelt. Das Gebiet am südwestlichen Ortsrand sei aus guten Gründen, nämlich ökologischen und klimatischen, weder in der Flächennutzungsplanung noch in der Stadtentwicklungsplanung als Standort für Hochbauten irgendwelcher Art ausgewiesen beziehungsweise vorgesehen, unterstreichen die Grünen ihre Bedenken. „Wir wollen, dass Dreieich die ,Stadt im Grünen’ bleibt, so wie es als Markenzeichen unter anderem auch im Masterplan des Vereins Zukunft Dreieich beschrieben wird. Und wir wollen weder die Kleingärtner noch die Vereine, die derzeit das Gebiet nutzen, von ihren Standorten vertreiben. Wir halten den Plan in mehrfacher Hinsicht für sehr problematisch.“

Bilder: Public Viewing in der Commerzbank Arena

Das Vorhaben werfe etliche Fragen auf, die der Magistrat beantworten müsse, falls er einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vorlegen wolle. So wollen die Grünen wissen, welchen Nutzen die Dreieicher von einer Akademie hätten und welche Auswirkungen ein solches Projekt für Natur und Landschaft im Grüngürtel hätte. Bürgerbeteiligung ist der Partei generell ein wichtiges Anliegen, erst recht bei einem Vorhaben dieser Größenordnung. Auch in diesem Punkt soll die Stadtregierung Stellung beziehen.

Kreyscher und Soboll rätseln zudem, was aus den derzeit in der Lettkaut ansässigen Kleingärtnern und den anderen Vereinen werden soll. „Ist an dem etwa zehn Hektar großen Standort an weitere Einrichtungen gedacht und wie passen diese gegebenenfalls zu den Festsetzungen im regionalen Flächennutzungsplan?“ Schließlich soll der Magistrat beantworten, wann er das Thema in den parlamentarischen Arbeitskreis zur Stadtentwicklung einzubringen gedenkt.

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