Grünen-Initiative erhitzt Gemüter

Wahlwerbung vorm Gebet

Dreieich - Zum Endspurt wird’s im Wahlkampf hitzig: Die von der Grünen-Landtagskandidatin Lisa Süß ins Gespräch gebrachte Idee, vor dem Freitagsgebet parteiübergreifend Wahlwerbung im Hof der Sprendlinger Moschee zu machen, quittiert ihr CDU-Kontrahent Hartmut Honka mit einer Absage.

„Ich verstehe einfach nicht“, so Honka, „warum ausgerechnet die Grünen, denen sonst die säkulare Struktur unserer Gesellschaft nicht weit genug geht, nun ausgerechnet Wahlstände im Hof einer Moschee aufbauen wollen.“ Die Türkisch-Islamische Gemeinde Dreieich gehöre zur Moscheengemeinschaft Ditib und sei daher über das Amt für religiöse Angelegenheiten der verlängerte Arm der türkischen Regierung. Vor nicht allzu langer Zeit, legt Honka nach, „waren die Grünen bei der Verurteilung der Menschenrechtsverletzungen der türkischen Regierung auf dem Taksim-Platz ganz vorne dabei.“

Lisa Süß hat mit derartigem Kontra als Reaktion auf ihren Vorschlag nicht gerechnet. Am Rande einer Podiumsdiskussion sei sie mit Sefa Sahin, dem Vorsitzenden der Türkisch-Islamischen Gemeinde, ins Gespräch gekommen. „Er regte an, vor der Wahl noch mal ein Format für Migranten zu organisieren, um auf die Wahl aufmerksam zu machen.“ Dabei ginge es nicht um den Ditib, sondern darum mit Muslimen als eine von vielen Gesellschaftsgruppen ins Gespräch zu kommen. „Als solch eine Gelegenheit nehmen das neben uns auch die im Landtag vertretenen Parteien von SPD und Linke wahr. Die FDP hat sich bisher nicht geäußert.“

Von der Prognose zum endgültigen Wahlergebnis

Von der Prognose zum endgültigen Wahlergebnis

Zu der Auseinandersetzung geäußert hat sich dafür die Linke, die Honka „ein billiges Wahlkampfmanöver auf Kosten von Muslimen“ vorwirft. Nach Worten von Bundestagskandidatin Christine Buchholz begrüßt ihre Partei die Initiative von Lisa Süß. „Ein solches Angebot ist ein Beitrag zum Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen. Selbstverständlich werden wir mitmachen.“ Die Wahlkampf-Aktion ist für 13 Uhr geplant, im Vorfeld des Freitagsgebets. Derweil betont Hartmut Honka, dass er den Kontakt mit weltoffenen, toleranten Muslimen natürlich offen gegenüberstehe. 

Superwahltag: Nachgefragt bei Erstwählern

Der Superwahltag am 22. September steht kurz bevor. Deshalb haben wir uns an Schulen der Region umgehört, ob und wie sich die Erstwähler mit Politik beschäftigen. Die Interviews sind am Adolf-Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm und an der Leibnizschule in Offenbach entstanden.

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cor

Rubriklistenbild: © dpa

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