CDU bleibt vermutlich stärkste Kraft

Grüner Höhenflug in Dreieich

Jede Menge Arbeit hatten die Helfer bei der Auszählung der Briefwahl im Bürgerhaus. Mehr als 11 200 Dreieicher hatten sich die Unterlagen nach Hause schicken lassen. Bewacht wurden die Paletten nicht nur von den Skulpturenhunden.
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Jede Menge Arbeit hatten die Helfer bei der Auszählung der Briefwahl im Bürgerhaus. Mehr als 11 200 Dreieicher hatten sich die Unterlagen nach Hause schicken lassen. Bewacht wurden die Paletten nicht nur von den Skulpturenhunden.

Die CDU bleibt nach dem Trendergebnis der Kommunalwahlen stärkste Kraft in Dreieich. Ein sattes Plus gab es für die Grünen, die nun auf Platz zwei stehen.

Dreieich – Wie aussagekräftig sind die aktuell vorliegenden Zahlen? Sagen wir mal so: Sie weisen in bestimmte Richtungen, sind aber mit einiger Vorsicht zu genießen, denn berücksichtigt wurden gestern Abend nur die Stimmzettel mit einem Listenkreuz. Alle Wahlzettel, auf denen Dreieicher bei der Kommunalwahl kumuliert und panaschiert haben, sind erst morgen an der Reihe.

Und nach deren Auszählung kann sich ein etwas anderes Bild ergeben.

Das Bild, das die Wähler gestern als vorläufigen Trend gezeichnet haben, hat zwei besondere Knalleffekte. Nach dem bisherigen Ergebnis wären die Grünen zweitstärkste Kraft im Stadtparlament. Für sie stehen nach Addition der Listenstimmen 24,6 Prozent zu Buche (2016: Endergebnis 15,5). Das wäre ein sattes Plus. Die SPD scheint abgestürzt zu sein, nach 28,9 vor fünf Jahren kommt die einstige Volkspartei augenblicklich nur auf bescheidene 19,6 Prozent.

Keine großen Verwerfungen scheint es bei der CDU zu geben. Sie lag bei der Wahl 2016 am Ende gleichauf mit der SPD, blieb aber mit 61 Stimmen mehr stärkste Fraktion. Ihr Resultat bewegt sich aktuell bei 28,9 Prozent, was exakt der Höhe von vor fünf Jahren entspricht.

Bei der FDP sieht es nach einer beachtlichen Steigerung aus. Wäre der Trend das Endergebnis, hätten die Liberalen mehr als drei Prozent zugelegt. Auch die Freien Wähler haben sich verbessert – für sie werden momentan knapp 8,5 Prozent notiert. Die Bürger für Dreieich, die aus der Linken hervorgegangen sind, holen an die sechs Prozent und verdoppeln damit fast das Ergebnis ihrer Vorläufer-Partei. Die AfD, in der Trend-Tabelle oben mit dem Ergebnis von 2016 gelistet, hatte die Segel gestrichen und war nicht mehr angetreten.

Nach jetzigem Stand sähe die Sitzverteilung im Parlament wie folgt aus: CDU 13 (vorher 13), Grüne elf (vorher sieben), SPD neun (13), FDP sechs (vier), FWG vier (drei), BfD zwei.

Mit der Bewertung tun sich die meisten zu diesem Zeitpunkt schwer. „Durchweg zufrieden“ ist man bei den Grünen, wie Fraktionschef Roland Kreyscher sagt. „Wir wollten um die Spitze mitspielen und hoffen, dass es der zweite Platz bleibt.“ Hartmut Honka, Spitzenkandidat der CDU, „kann in Anbetracht der Umstände mit dem Ergebnis leben“. Was er meint, ist der Maskenskandal in der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, „der uns Sympathien gekostet hat, ohne dass wir etwas dafür können“. SPD-Spitzenkandidat Holger Dechert geht davon aus, dass sich durch das Auszählen der kumulierten und panaschierten Stimmzettel noch deutliche Verschiebungen ergeben. Einen Grund für das schwache Abschneiden sieht er auch im stetigen Abwärtstrend der Bundespartei. FDP-Spitzenkandidat Alex Kowalski will sich noch nicht aus dem Fenster lehnen. Auch er erwartet noch deutliche Veränderungen.

Von Frank Mahn

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