Hartnäckigkeit der Klima-AG zahlt sich aus

Grüner Strom für Max-Eyth-Schule in Dreieich

Erfreuliche Nachrichten hatte der Geschäftsführer der Hannover Leasing, Sebastian Hartrott (links), für die Schulvertreter (weiter von links) Eva Walter, Anastasia Ereskovskyi, Leonardo Lorenz, Alex Varga, Florian Kraft und Matthias Wallich.
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Erfreuliche Nachrichten hatte der Geschäftsführer der Hannover Leasing, Sebastian Hartrott (links), für die Schulvertreter (weiter von links) Eva Walter, Anastasia Ereskovskyi, Leonardo Lorenz, Alex Varga, Florian Kraft und Matthias Wallich.

„Das ist eine großartige Erfahrung für die Schüler der Klima-AG. Sie haben erfahren, dass es sich lohnt, an einer Sache dran zu bleiben und sich zu engagieren“, freut sich Matthias Wallich, Lehrer an der Max-Eyth-Schule in Dreieich, gemeinsam mit seinen Kollegen Eva Walter und Florian Kraft. Die drei Pädagogen, die die AG an dem berufsbildenden Gymnasium betreuen, freuen sich, dass der Wunsch nach einer Solaranlage in Erfüllung gehen könnte.

Dreieich - Noch im März dieses Jahres hatte es so ausgesehen, als ließe sich der Wunsch der Schüler nicht realisieren – die Installation einer Solaranlage auf dem Dach des Hauses des Lebenslangen Lernens (HLL) für eine nachhaltige Stromversorgung der Schule (wir berichteten). Der Kreis Offenbach ist als Pächter nicht zuständig und der Gebäudeeigentümer, die Hannover Leasing, ist für die Schüler nicht zu erreichen. Doch die Jugendlichen lassen nicht locker – und ihre Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Mitte September empfängt der Geschäftsführer der Hannover Leasing, Sebastian Hartrott, die Schülergruppe im hessichen Firmensitz in einem Frankfurter Wolkenkratzer. „Allein das war schon ein Erlebnis für uns alle“, berichtet Matthias Wallich.

In einem Konferenzraum im 16. Stock kündigt der Geschäftsführer der Delegation der Max-Eyth-Schule an, dass auch der Eigentümer des HLL-Gebäudes ein Interesse an einer nachhaltigen Bewirtschaftung hat. Die Vermögensverwaltungsgesellschaft hat ein konzerneigenes Konzept für Umweltziele. Dementsprechend sei man grundsätzlich bereit, Dachflächen des Schulgebäudes einem geeigneten Betreiber zur Solarnutzung zu überlassen.

Ralph Stemper von Enviria Energy, das Frankfurter Unternehmen ist auf die Vermietung von Solaranlagen spezialisiert, erläutert den Besuchern das Konzept für eine passende Anlage. 676 Solarmodule könnten circa 30 Prozent des bisherigen Strombedarfs des Hessencampus Dreieich abdecken – die Gebäude des HLL werden neben der Max-Eyth-Schule auch von der Volkshochschule und der Schule für Erwachsene genutzt. Die geplante Solaranlage wird Strom in einem Umfang produzieren, der für ungefähr 90 Haushalte ausreichen könnte, dabei werden 160 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart. Die Installation einer solchen Solaranlage wird vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen, sodass der grüne Strom schon im Frühjahr nächsten Jahres genutzt werden könnte.

Jetzt hängt es noch am Unternehmen Koreal, das im Kreis Offenbach für die Bewirtschaftung der Schulen zuständig ist. Es müsste den von der Solaranlage produzierten Strom abnehmen. Ursula Luh, Pressesprecherin des Kreises, bestätigt, dass Verhandlungen im Gange sind.

Florian Kraft, Leiter der Klimagruppe, ist voll des Lobes: „Ich bin begeistert, dass das Schüler-Anliegen so ernst genommen und von einem Unternehmen umgesetzt wird.“ Die Klimagruppe sei nach diesem Erfolg beflügelt. Denn auf dem Weg zur Klimaneutralität der Schule gebe es viel zu tun. Müllvermeidung und -trennung sind weitere Themen. Die Klimagruppe sprüht nur so vor Ideen: Ein Solarstromzähler, der in der Pausenhalle angebracht werden soll und die Leistung der Solaranlage anzeigt, könnte die Schulgemeinschaft zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit den begrenzten Strom-Ressourcen anleiten. Von Nicole Jost

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