Kreis erteilt Baugenehmigung für Innenstadt-Projekt

Grünes Licht für Neue Mitte

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Das Fünf-Häuser-Quartier in der Hauptstraße soll der Sprendlinger Innenstadt zu neuer Attraktivität verhelfen und sie zu einem Anziehungspunkt machen. Mit der Erteilung der Baugenehmigung haben Investor und Stadt einen großen Schritt gemacht, bis zum Ziel ist es aber noch ein weiter Weg.

Dreieich - Darauf haben die Schoofs Immobilien GmbH und die Stadt lange hingearbeitet: Die Bauaufsicht des Kreises hat die Baugenehmigung für das Projekt Neue Mitte erteilt. Mit dem Abriss der Gebäude will der Investor im Herbst beginnen. Von Frank Mahn 

Ein Einkaufsmarkt, Wohnungen, Läden und Gastronomie sollen im Anschluss die Sprendlinger Innenstadt beleben. Bereits Ende 2016 hatte die Firma Schoofs den Bauantrag eingereicht. Doch die Bauaufsicht forderte wiederholt Nachbesserungen, unter anderem beim Entwässerungskonzept. Bei einem Projekt dieser Dimension ist ein solch langes Verfahren zwar nicht ungewöhnlich, aber natürlich hatte Mohamed Younis sich gewünscht, es wäre schneller gegangen. Jetzt ließ es sich der Schoofs-Geschäftsführer nicht nehmen und holte die Unterlegen in Dietzenbach persönlich ab. „Wir sind sehr froh, dass wir bei diesem sicher auch für uns sehr komplexen Projekt nunmehr alle Voraussetzungen für die Erteilung der Genehmigung schaffen konnten.“

Happy sind auch Bürgermeister Dieter Zimmer und Erster Stadtrat Martin Burlon. „Die Firma Schoofs hat sich gemeinsam mit der Stadt vor einiger Zeit auf den Weg gemacht, in der Sprendlinger Innenstadt etwas zu bewegen. Kein einfacher Weg, der auf allen Seiten auch viel Geduld erfordert und der auch noch nicht zu Ende gegangen ist, aber auf dem mit der Baugenehmigung ein wichtiger Schritt gemacht wurde“, heißt es in der Mitteilung des Magistrats. Als Voraussetzung hatte die Stadt im April 2017 den Bebauungsplan „Neue Mitte“ zur Rechtskraft gebracht.

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Das Fünf-Häuser-Quartier, wie es auch genannt wird, soll der Sprendlinger Innenstadt einen Kick geben. Von dem Supermarkt versprechen sich die Befürworter eine Magnetfunktion. „Wir erwarten uns neben einer Verbesserung der Versorgung der Bewohner insbesondere im südlichen Sprendlingen auch positive Effekte auf umliegende Geschäfte“, sagt Burlon. Auf gut 7 000 Quadratmetern sollen in der Hauptstraße 22-38a nach Abbruch der alten Gebäude ein Rewe mit einer Verkaufsfläche von 1 500 Quadratmetern, 60 barrierefreie Mietwohnungen, Läden, Büroräume, Praxen, Gastronomie und ein Quartiersplatz entstehen. In der Tiefgarage sind 95 Stellplätze angeordnet, oberirdisch sind es 65.

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Mohamed Younis plant aktuell, erst im Herbst mit dem Abriss zu beginnen. Das ist eine Änderung im Fahrplan. Stand März sollten die Bagger loslegen, sobald die Baugenehmigung vorliegt. Direkt im Anschluss will der Investor dann die vom Wuppertaler Architekten Markus Rathke ausgearbeitete Planung umsetzen. Mit der Fertigstellung des Gesamtprojekts rechnet Younis zum Jahreswechsel 2020/2021.

„Uns ist klar, dass wir bei einer Baumaßnahme dieser Größenordnung besondere Rücksicht auf die Menschen und die Gebäude im Umfeld nehmen müssen“, versichert der Geschäftsführer. Zudem bleibt abzuwarten, ob zwei derzeit beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel anhängige Klageverfahren den Fortgang des Projekts beeinflussen. Die Antragsteller sind Eigentümer von Grundstücken im Umfeld. Auf den Ausgang der gegen den Bebauungsplan gerichteten Normenkontrollanträge will Mohamed Younis dabei nicht warten: „Wir versuchen, mit den beiden Klägern intensive Gespräche zu führen, um zu verstehen, woran es liegt, dass ein Nachbar gegen den Bebauungsplan klagt und wie wir als Investoren seine Belange berücksichtigen können. So lange ich aber Baurecht habe, werde ich dies auch nutzen.“ Einen Termin für die mündliche Verhandlung in Kassel gibt es laut Stadt noch nicht. Nicht auszuschließen ist auch eine Klage gegen die Baugenehmigung beim Verwaltungsgericht Darmstadt.

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