CDU scheitert mit Änderungsantrag

Grünes Licht für Raddirektweg

Dreieich -  In der Sitzung der Stadtverordneten startet die CDU-Fraktion einen letzten Versuch, den von ihr ungeliebten Streckenverlauf der Raddirektverbindung durch Dreieich noch zu Fall zu bringen. Von Holger Klemm

Doch vergeblich: SPD, Grüne, FWG und AfD stimmen der Magistratsvorlage zu, die FDP enthält sich aus finanziellen Gründen. Damit fehlt nur noch die Zustimmung von Frankfurt zu dem Projekt, an dem sieben Kommunen beteiligt sind.

Die CDU sei von Anfang an gegen den Zick-Zack-Kurs durch Sprendlingen gewesen, unterstreicht Fraktionsvorsitzender Hartmut Honka. Er glaubt, dass Radler sich einen anderen Weg suchen und dass Parkplätze wegfallen werden. In den Nachbarkommunen führe die Strecke entlang der Bahn und des Waldes. Es werde zwar immer angeführt, dass das in Dreieich wegen des Bannwaldes nicht möglich sei. Honka fragt sich aber, warum in anderen Kommunen Asphaltierungen im Wald möglich seien. Als Alternative schlägt er die August-Bebel- und Hegelstraße vor. Für Erstere steht in diesem Jahr die Sanierungsplanung an.

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Siegfried Kolsch (SPD) wirft der CDU-Fraktion vor, infrage zu stellen, was von Experten und dem Runden Tisch Radverkehr erarbeitet worden sei. Es seien viele Varianten geprüft worden. Der gewählte Weg durch Sprendlingen sei der bestmögliche und erschließe Schulen, Kitas und Kirchengemeinden. Die August-Bebel-Straße eigne sich dagegen nicht für den Raddirektweg. Die Stadt bekomme nach der Ost-West-Verbindung zwischen dem Bahnhof Buchschlag und Sprendlingen auch eine Nord-Süd-Verbindung für den Radverkehr. Jetzt fehle noch eine Strecke zwischen Offenthal und Sprendlingen.

Alexander Kowalski spricht sich für die FDP-Fraktion für die Planung aus. Allerdings könnten die Liberalen wegen der fehlenden Kostenschätzung nicht zustimmen. Das könne schnell einen sechsstelligen Betrag für Dreieich geben, befürchtet er. Da aber Stadtverordnete von SPD und Grünen fehlen, bietet Kowalski eine Sicherung der Mehrheit für die Vorlage an.

Welches Pedal taugt für welchen Radler

Schnell wird klar, dass das nicht notwendig ist. Natascha Bingenheimer (Bürger für Dreieich) lobt das Vorhaben als „Leuchtturmprojekt für die Nahmobilität“, auch wenn sie mit der Strecke nicht glücklich ist. Allerdings sei der Spatz in der Hand besser als die Taube auf dem Dach. Vielleicht ergebe sich ja noch später die Möglichkeit, eine Strecke entlang der Bahn zu schaffen.

Die Freien Wähler seien in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses angetan vom CDU-Vorschlag gewesen, erklärt Marco Lang. Nachdem sich die Fraktion aber noch einmal informiert habe, spreche man sich für die Magistratsvorlage aus. Die August-Bebel-Straße sei dagegen ein Nadelöhr. Auch die Grünen stimmen zu. Heidi Soboll spricht von einem Grundsatzbeschluss und geht davon aus, dass Änderungen noch möglich sind.

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Erster Stadtrat Martin Burlon berichtet davon, dass unabhängig vom Raddirektweg die Strecke entlang des Waldes in Zusammenarbeit mit dem Kreis attraktiver gestaltet werden könnte. So könnten beide Varianten realisiert werden.

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