Die guten Vorsätze sorgen für Zulauf

Dreieich - Zum Jahresbeginn verzeichnen Fitness-Studios Andrang / Trend zu individueller Beratung und ganzheitlichem Training

Dreieich Nur Hartgesottene haben in den vergangenen Tagen Sport an der frischen Luft getrieben. Nun ist es zwar wärmer, aber der Regen lädt auch nicht unbedingt zu körperlichen Aktivitäten im Freien ein. Und das, wo man sich für das neue Jahr wieder einmal vorgenommen hat, gesünder zu leben, wieder regelmäßig sportlich aktiv zu sein und die in der Weihnachtszeit angesammelten überflüssigen Pfunde auf ein Minimum zu reduzieren. Eigentlich sind dies ideale Voraussetzungen für Fitness-Studios, die unter den gegebenen Umständen restlos überfüllt sein müssten.

„Gute Vorsätze und der angesammelte Winterspeck sind allerdings nicht ausschließlich Gründe dafür, dass zu Beginn eines Jahres verhältnismäßig mehr Kunden kommen. Bei uns ist die Auslastung gleichmäßig verteilt, aber im Winter wird unser Studio natürlich besser besucht als im Sommer“, so Tim Schlick, Manager der „Fitness Company“ in der Frankfurter Straße 151a.

Auch im Sportstudio „Vita fit“ in der Rostädter Straße 14 hat Geschäftsführerin Kristiane Uhl beobachtet, „dass tendenziell viele Leute mit guten Vorsätzen zu Beginn des Jahres mit dem Training anfangen. Aber wir werden auch im Sommer gut besucht.“

Bei „Calory Coach“ in der Frankfurter Straße 19 verzeichnet man jeweils am Jahresanfang vermehrten Zulauf, „wegen der guten Vorsätze“, so Inhaberin Jutta Bittner. Allerdings sei auch im Frühjahr ein zusätzlicher Andrang zu beobachten: „Der Sommer kommt, die Kleidung wird offener und die Bikini-Figur wird angestrebt.“

„Calory Coach“ sieht sich als „Bewegungs- und Abnehme-Institut für Damen: „Die Nachfrage wird grundsätzlich immer größer, denn die Deutschen sind mittlerweile die statistisch dicksten Menschen in Europa. Bei uns geht es nicht nur um das Training, sondern auch die Beratung zur Ernährung ist wichtig.“ Übergewichtige Menschen gebe es das ganze Jahr über, deswegen sei der Zulauf nicht nur zu Jahresbeginn und im Frühjahr groß.

Auch „Mrs. Sporty“ in der Hauptstraße 74 hat das Angebot speziell auf das weibliche Geschlecht beschränkt. „Im Dezember war es sehr ruhig“, berichtet Geschäftsführerin Inge Round. Im Januar sei schon bemerkbar gewesen, dass viele Kunden neu kamen. Das habe natürlich viel mit guten Vorsätzen zu tun, wobei es jedoch nicht nur darum ginge, Gewicht abzunehmen: „Viele wollen einfach fit bleiben.“ Um potenziellen Studiobesucherinnen das Angebot einmal vorzuführen, veranstaltet der Club am heutigen Samstag von 10 bis 18 Uhr in der Hauptstraße 44 einen Tag der offenen Tür, „wo interessierte Frauen direkt vor Ort das Trainings- und Ernährungskonzept kennenlernen können.“

Auch die Fitness-Company rüstet für das neue Jahr um: Ab 29. Januar wird die Kette in „Fitness First“ umbenannt und der Trainingsbereich werde erweitert. „Wir machen fortlaufend Schulungen zu neuen Trainingsmethoden. Unser Programm richtet sich nach der Nachfrage“, so Tim Schlick.

Bei „Mrs. Sporty“ wird ebenfalls auf die Anwendung neuester Methoden gesetzt: „Wir bieten ein Zirkeltraining an, das den Bedürfnissen einer berufstätigen und beschäftigten Frau entgegenkommt, denn in 30 Minuten hat man das Optimum für den Körper getan.“ Der Trend im Fitness-Sport sei vor allem auch die „individuelle Betreuung“.

Kristiane Uhl ist der Meinung, man solle solche Trends im Fitness-Bereich allerdings nicht überbewerten: „Wichtig ist, dass man das Richtige für seinen Körper tut und nicht ständig nach neuesten Trends sucht.“ Es gebe nie etwas komplett neues, sondern es werde nur neu verpackt. Doch auch sie hat einen vermehrten Bedarf an „ganzheitlichem Training“ und „individueller Beratung“ bemerkt.

„Den meisten Menschen ist Aussehen und Gesundheit viel wert, deswegen wird sich die Wirtschaftskrise kaum auf das Fitness-Geschäft auswirken“, glaubt Tim Schlick. „Zumindest gab es bei uns bisher nicht mehr Austritte oder weniger Neu-Eintritte.“ Dem widerspricht aber Kristiane Uhl: „Auch in diesem Bereich müssen die Leute wohl kürzer treten.“

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