Gutes für eilige Gäste

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Festspielzeit

Dreieichenhain (hov) - Für die Gastronomie sind sie Segen und Herausforderung zugleich: Die Burgfestspiele locken an Sonnentagen schon vor Beginn der Veranstaltungen viele Besucher in die Hainer Altstadt.

Gastronomie zu Festspielzeiten ist schon eine widersprüchliche Angelegenheit. Der Biergarten oder das Wirtshaus, wo die Leute normalerweise nach Feierabend stundenlang mit Freunden zusammensitzen und viele Gläser leeren, wird während dieser Wochen für manchen gewissermaßen zu einer edlen Form des Schnell-Restaurants. Es sind Besonderheiten, mit denen auch die Theatergastronomie klarkommen muss: Die Gäste sollen frische Speisen bekommen, bringen aber in der Regel deutlich weniger Zeit mit, weil sie auf dem Sprung in eine Vorstellung sind.

Vielen Festspielbesuchern fehlt die Zeit

Eine Situation, die auch Maik Salewsky kennt. Seit vier Jahren betreibt er die Burgbeiz; zu den Festspielen setze er auf eine spezielle Karte, erzählt er auf Anfrage. Überbackenes und andere Gerichte, die nun mal Weile haben wollen, haben darauf nichts verloren.

Denn vielen Festspielbesuchern fehlt schlicht die Zeit, um es sich schon Stunden vor einer Aufführung unter den Sonnenschirmen im Burghof gemütlich zu machen. Die meisten Gäste kann der Gastronom ab kurz vor 19 Uhr begrüßen. Dann ist zügiger Service gefragt. Und nicht selten gute Nerven beim Restaurant-Team; bei ganz Eiligen müsse man „auch manchmal diplomatisch sein“. Fest steht für Salewsky, dass die Burgfestspiele „immer professioneller werden“ und immer mehr an Bedeutung gewinnen. Sein Fazit – trotz einiger Regentage in diesem Jahr: „Super!“

Lebendig geht es auch außerhalb der Burgmauern zu. Schlangen am Eiscafé in der Fahrgasse zeugen in diesen Tagen vom Wunsch der Passanten nach Abkühlung; ausgestreckte Glieder auf den Liegestühlen am Wirtshaus „Zum Faselstall“ vom Wunsch nach Entspannung. „Die Festspiele lohnen sich immer“, sagt Gaby Emmer vom Faselstall. „Wir haben in diesen Wochen wesentlich mehr Gäste – die kommen alle gegen 19 Uhr, und um Viertel vor Acht sind alle wieder weg“.

Rund 200 Plätze hat das Wirtshaus

Eine logistische Herausforderung. „Man braucht zusätzliches Personal für diese zwei Stunden, das man danach eigentlich wieder heimschicken könnte“, erzählt Emmer. „Aber wer kommt schon für zwei Stunden?“ Rund 200 Plätze hat das Wirtshaus draußen zu bieten, dort verkaufe man dank der Festspiele durchaus regelmäßig - „wenn man die kleinen Sachen wie Handkäs mitzählt“ - 150 Essen; und „relativ häufig“ sei auch der letzte Platz besetzt. Gerne bestellt werden von der auch hier „angepassten“ Karte kleine Sachen, „was Leichtes, was Kaltes“, aber auch Schnitzel. „Es reservieren leider zu wenige vor“, sagt Emmer. „Das würde es leichter machen.“

Während am Dienstag im Burghof die Gruppe Badesalz vom Band in breitestem Hessisch vor Beginn des Feidman-Konzerts erklärt, was die Gäste lieber lassen sollten, kommt im so idyllischen wie gut besuchten Hof der Gaststätte Alte Burg kurz leichte Unruhe auf: „Zahlen, bitte!“ ruft es aus allen Ecken. Und manches Glas bleibt gefüllt zurück.

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