Kritik an der neuen Buslinienführung hält an

Hainer fühlen sich abgeschnitten

Dreieich - Es gibt weiter Kritik an dem Wegfall der Buslinie 661 und dem neuen Schnellbus X 83, der einige Haltestellen in Dreieichenhain und im Sprendlinger Norden nicht mehr anfährt. Die Bürger für Dreieich (BfD) fordern eine zeitnahe Nachjustierung. Von Holger Klemm 

Seit dem 10. Dezember werden die Haltestellen Alter Friedhof, Säuruh und Heckenweg in Dreieichenhain nur noch durch das Anrufsammeltaxi und die Haltestellen im Sprendlinger Norden durch die Linie 67 bedient. Die BfD-Stadtverordneten Natascha Bingenheimer und Tino Schumann sprechen von gekappten Leistungen, die nur zu beschränkten Teilen ersetzt worden seien, und massiven Klagen von Anwohnern. Diese seien nicht nur bei der Fraktion, sondern auch bei der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) und den Dreieicher Verkehrsbetrieben eingegangen. Petra Schoch-Schmitt, die eine IG zum Erhalt der Linie 661 gegründet hatte, spricht von schlimmen Zuständen nach der Fahrplanumstellung. Das eingesetzte AST funktioniere nicht gut, komme unpünktlich und sei nur auf den Fahrplan der Dreieichbahn Richtung Frankfurt abgestimmt. „Das braucht niemand.“ Eine Anpassung an den Bus nach Langen gebe es nicht. Dabei habe man früher mit dem 661er bequem von Dreieichenhain in die Nachbarstadt fahren können.

Zudem seien die Dreieichbahnen ab Weibelfeld im Berufsverkehr momentan so überfüllt, dass manche Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen bleiben müssten. Sie bezieht sich dabei auf den Zug, der um 8.13 Uhr nach Frankfurt fährt und dazu nur über einen Wagen verfüge. Das Anrufsammeltaxi sei kein gleichwertiger Ersatz, da viele ältere Leute mit Rollstuhl oder Rollator nicht mitfahren könnten. Sie habe gehört, dass viele Senioren in ihrer Umgebung nicht mehr den ÖPNV nutzen, und spricht von einer Einschränkung der Mobilität.

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Schoch-Schmitt fordert, den alten Zustand wieder herzustellen. Bis dahin sollte das AST zumindest bis zur ehemaligen B3 fahren, um von dort ein Umsteigen in den Bus Richtung Langen zu ermöglichen. Klaus Böttcher (KVG) kann von keinen großen Klagen nach der Fahrplanumstellung sprechen. Diese habe es im Vorfeld gegeben. In der Stellungnahme der BfD sieht er keine neuen Argumente. Böttcher räumt ein, dass das stündlich fahrende AST nur auf die Dreieichbahn abgestimmt sei. Es gebe aber in der Nähe die Bushaltestelle an der Ludwig-Erk-Schule mit der Verbindung nach Langen. Der längere Fußweg und die Nachteile für die dortigen Bewohner seien unbestritten, aber zumutbar. Es gebe vergleichbare Gebiete im Bereich der KVG.

Der RMV, der den Bus X83 ausgeschrieben und bestellt hat, setzt auf Schnellbuslinien, um die wichtigsten Umsteigepunkte im Ballungsraum direkter zu verbinden und Bus sowie Bahnen optimal zu verknüpfen. Mit dem X83 verringere sich die Fahrzeit von Offenbach nach Langen um 20 Minuten. Noch keine Angaben konnte Böttcher zur Akzeptanz der neuen Linie machen. Dazu sei es noch zu früh. Zudem müssten sich die schnellere Verbindung und die Vorteile gerade bei Sprendlingern und Neu-Isenburgern noch herumsprechen.

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Auch die Einschränkungen für den Sprendlinger Norden seien zumutbar, zumal die bisherigen Haltestellen durch den Stadtbus 67 angefahren werden. Außerdem halte der X83er am Hirschsprung. Der Fußweg sei nicht weit. Die bisherige Schleife der Buslinie 661 durch den Sprendlinger Norden sei von vielen Fahrgästen als störend und zeitintensiv empfunden worden. Böttcher gibt zu, dass viele mit dem AST fremdeln. Man könnte den Leuten das aber nehmen. Interessierte haben die Möglichkeit, das Anrufsammeltaxi weit im Voraus zu bestellen, auch schon Tage vorher. Es gebe keinen Grund, es nicht zu nutzen.

Keine Hinweise auf einen Kapazitätsengpass bei der Dreieichbahn nach der Umstellung sieht RMV-Sprecher Maximilian Meyer. Es gebe eine Ausnahme, die aber mit dem neuen Fahrplan nichts zu tun habe. Dabei handelt es sich um die von Petra Schoch-Schmitt genannte Verbindung um 8.13 Uhr. Diese werde nicht von der Deutschen Bahn AG, sondern vom Unternehmen Vias betrieben, das auch für die Odenwaldbahn zuständig ist. Dort gebe es momentan Engpässe bei den Fahrzeugen, die aber so schnell wie möglich behoben werden sollen.

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