Kaum Platz in der Kettelerstraße

Nach Park-Chaos in Sprendlingen: Stadt erlässt kurzfristig Halteverbot

Mit einem eingeschränkten Halteverbot möchte die Stadt die Probleme entschärfen.
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Mit einem eingeschränkten Halteverbot möchte die Stadt die Probleme entschärfen.

Die Stadtverwaltung von Dreieich nahe Offenbach verhängt nach reichlich Frust über die Parksituation in Sprendlingen ein eingeschränktes Halteverbot.

Sprendlingen - Peter Reich traute seinen Augen nicht. Da wurden am Donnerstagvormittag in der Kettelerstraße im Sprendlinger Norden mobile Halteverbotsschilder aufgestellt. Schon länger hat der Anwohner sich über die chaotische Parksituation in der Straße geärgert und bei der Stadt darauf hingewiesen. Doch getan hatte sich bis dahin nichts.

Nach den Osterfeiertagen meldete sich Reich bei der Redaktion. In der Straße zwischen dem Sudetenring habe die Müllabfuhr mal wieder nicht die Gelben Säcke mitnehmen können, da Engstellen und Zufahrten zur Straße so zugeparkt waren, dass das Fahrzeug nicht durchkam. Erst am Donnerstag konnten die Säcke entsorgt werden. „Das ist kein Einzelfall“, berichtet Reich. Immer wieder könnten Müllfahrzeuge die Straße nicht passieren. Im Ernstfall hätte auch die Feuerwehr Schwierigkeiten, befürchtet er.

Sprendlingen in Dreieich nahe Offenbach: Müllwagen kommen zum Teil nicht durch

Das Problem ist nach seinen Angaben nicht neu. Es gebe im Sprendlinger Norden generell zu wenig Parkplätze und die vorhandenen Garagen würden zum Teil anderweitig genutzt. Und wenn ein Besitzer seine Garage für sein Auto nutzt, habe er in einigen Fällen Probleme beim Ausfahren, wenn gegenüber die Straße zugeparkt ist. Reich fragt sich, warum nicht schon längst ein Halteverbot erlassen wurde. Schon öfter hatte sich der Anwohner bei Bürgermeister und Ordnungsamt gemeldet, ohne dass etwas passiert ist. Vom Ordnungsamt habe er mal die Empfehlung bekommen, falsch parkende Autos zu fotografieren und zu melden. Das könne es aber nicht sein.

Auf Anfrage teilte der Dienstleistungsbetrieb (DLB) mit, dass die Probleme in der Kettelerstraße für die Müllfahrzeuge natürlich bekannt seien. Man versuche mit dem Abfuhrunternehmen Remondis und dem Ordnungsamt zu klären, wie die Müllfahrzeuge besser durch die Straße kommen können.

Kein Durchkommen für die Müllabfuhr: Im Sprendlinger Norden gibt es schon lange ein Park-Problem.

Die städtische Pressesprecherin Claudia Scheibel teilt mit, dass die Informationen zur zunehmend schwierigen Parksituation in der Kettelerstraße bei der Straßenverkehrsbehörde angekommen sind: „So ist es wirklich sehr ärgerlich, dass die Müllabfuhr wegen der Falschparker manchmal nicht mehr in die Straße einfahren konnte. Daher wurden die Kontrollen des ruhenden Verkehrs dort intensiviert.“ Entsprechend habe es Verwarnungen gegeben. Darüber hinaus sei die Situation geprüft worden und für die gesamte Kettelerstraße ein eingeschränktes Halteverbot angeordnet worden. „Bis diese Maßnahme umgesetzt wird, werden zunächst kurzfristig mobile Schilder mit eingeschränktem Halteverbot aufgestellt, um eine rasche Entschärfung der Parksituation umzusetzen“, führt sie weiter aus.

Vorläufige Lösung: Parkverbot soll Verkehr in Sprendlingen in Dreieich bei Offenbach helfen

Auch die Freien Wähler haben schon mehrfach auf den unhaltbaren Zustand hingewiesen, „den wir ja im letzten Jahr offensiv angegangen sind“, wie Fraktionschef Marco Lang betont. So habe es einen Antrag zur Anbringung und Erneuerung der Parkplatzmarkierungen gegeben, der zwar angenommen wurde. Entsprechende Mittel im Haushalt seien aber abgelehnt worden.

„Das Beispiel der Kettelerstraße zeigt die Dramatik der Situation, wenn durch die Parkplatznot sogar die Grundversorgung gefährdet ist. Was ist dann erst mit noch kritischeren Feuerwehr- oder Krankenwageneinsätzen?“, fragt Lang. Neben der Prüfung der im Bebauungsplan festgelegten Parkplatzzahl im Sprendlinger Norden (insbesondere durch die Nassauische Heimstätte) sollte auch untersucht werden, ob im Bereich der Sprendlinger Ringe ein Bewohnerparken rechtlich möglich ist. Die FWG hält das für die einzige Maßnahme, um das Problem zukünftig nachhaltig zu beheben.

Nach Angaben von Stadtbrandinspektor Markus Tillmann hat es für die Feuerwehr in dem Bereich bislang noch keine Probleme gegeben. Es gebe aber in der gesamten Stadt verschiedene enge Stellen wie beispielsweise in Götzenhain und Offenthal. Falsch geparkte Fahrzeuge tragen da noch zu einer Verschärfung bei. Die Brandschützer gehen präventiv vor. „Wir fahren solche Stellen ab“, berichtet Tillmann. An falsch geparkten Fahrzeugen würden dann Hinweise hinterlassen, dass sie im Ernstfall ein Hindernis darstellen. (Holger Klemm)

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