Vom Hamburger Zoll ins Rathaus der Heimatstadt:

Bürgermeisterkandidat Martin Burlon im Porträt

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Mainz, Hamburg und sogar Miami – trotz allem zog es Martin Burlon wieder zurück nach Sprendlingen. In seiner Freizeit gehen er und seine Frau Viola Nimmerrichter gerne tanzen oder spazieren. Oder legen einfach mal in ihrer Wohnung die Füße hoch.

Dreieich - Für den Posten als Erster Stadtrat hat Martin Burlon sogar einen guten Job beim Zoll in Hamburg sausen lassen. Jetzt will er bei der Bürgermeisterwahl am 28. Oktober die nächsthöhere Stufe erklimmen. Beim Hausbesuch erzählt der 43-Jährige auch, was er und seine Frau privat gerne unternehmen. Von Julia Radgen 

Hohe Bücherregale, viele Pflanzen und Kunst an jedem freien Eckchen Wand – das fällt im Wohnzimmer von Bürgermeisterkandidat Martin Burlon und seiner Frau Viola Nimmerrichter sofort ins Auge. Seit 2010 lebt das Paar in der Wohnung in der UImenstraße, von der gemütlichen Essecke aus blickt man ins Grüne. Dort schenkt er sich noch einen Süßen ein – natürlich von der Sprendlinger Kelterei des Vertrauens – und beginnt zu erzählen.

Der kleine Martin Burlon wächst ganz in der Nähe auf. In der Lindenstraße steht das Elternhaus des 43-Jährigen. „In Dreieich ist vielen der Name Marmor-Burlon noch ein Begriff“, sagt er. Sein Großvater hat die Natursteinbearbeitung nach Sprendlingen gebracht, sein Vater Bruno und zwei seiner Onkel haben sie fortgeführt. „Bei vielen Dreieichern hat einer von den Burlons die Treppe gemacht“, erzählt er lachend. Sein Vater hat ihm das Mosaik geschenkt, das das Wohnzimmer schmückt. Das Motiv: der Heilige Martin, der seinen Mantel teilt.

In die handwerklichen Fußstapfen tritt der junge Burlon aber nicht. „Früher wollte ich Arzt werden“, erinnert er sich – um Menschen zu helfen. In der Oberstufe wird das vom Interesse für Politik und Gesetze abgelöst. Burlon entscheidet sich nach dem Besuch der Heinrich-Heine- und Ricarda-Huch-Schule, an der er 1994 sein Abi macht, für ein Jurastudium in Mainz – „das war ein bisschen raus, aber nicht so weit, dass man den Kontakt verliert“. Im Studium stattet er Dreieich auch für sein Referendariat einen Besuch ab, als er im Rechtsreferat der Stadt arbeitet.

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Dann folgt ein krasser Ortswechsel: Burlon verbringt mit 27 Jahren drei Monate beim deutschen Generalkonsulat in Miami. „Das war wirklich toll und sehr spannend“, erzählt er. Dort arbeitet er bei Erbrechtsangelegenheiten im deutschen Konsulat mit. „Ich habe auch sehr bewegende Gespräche mit Holocaustüberlebenden geführt, die in die USA emigriert sind.“ Der auswärtige Dienst kommt für ihn dauerhaft aber nicht in Frage. „Zu heimatverbunden“, sagt Burlon lächelnd und blickt zu seiner Frau. Mit der Diplom-Pädagogin, die im Zulassungsbüro einer privaten Wirtschaftsuni in Frankfurt arbeitet, ist er seit 20 Jahren zusammen, seit fast acht verheiratet.

Bürgermeister und Landräte aus der Region

„Ich habe dann in Richtung Finanzverwaltung geschielt“, erzählt er. 2003 geht Burlon zur Bundeszollverwaltung, arbeitet in Darmstadt und wechselt dann 2009 nach Hamburg, wo er die Sicherung des damaligen Freihafens leitet. „Das war eine schöne Zeit.“ Seinen Lebensmittelpunkt hat das Paar aber noch nicht komplett an die Elbe verlagert, denn auch Nimmerrichter hat gerade den Job gewechselt. Zum Glück – rückblickend – denn im Laufe des Jahres wird die Stelle des Ersten Stadtrats in Dreieich frei. „Da habe ich mich ganz klassisch drauf beworben“, sagt Burlon. In einer „spannenden Wahlnacht“ hat er sich bekanntlich durchgesetzt. Also packt das Paar wieder Kisten. „Wenn wir heute in Hamburg an dem Briefkasten vorbeikommen, in den ich damals die Bewerbung eingeworfen habe, muss ich schmunzeln“, sagt Burlon. Bereut habe er den Wechsel nie.

Bei Hobbys druckst der Erste Stadtrat herum: Freizeit sei knapp, betont er. „Wenn wir mal Zeit haben, gehen wir gerne tanzen und spazieren – an der Nahtstelle zum Wandern“. Die letzten Ausflüge führten in den Odenwald und Rheingau. Auch Konzerte verbucht Burlon nach dezentem Hinweis seiner Frau auf dem Hobbykonto. Da zieht es ihn zum Rock, zuletzt stand das Paar vor Bryan Adams’ Bühne. „Ansonsten sind wir auch gern einfach mal zuhause und lassen die Seele baumeln.“

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