Hayner Burgfest

Was Kerb und Kelten gemein haben

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In der Nacht zum Sonntag wird auf dem Burggelände das keltische Beltaine-Fest nachvollzogen. Ein Vergleich zur Kerbverbrennung (unser Bild) zeigt, wie jahrtausendealtes Brauchtum auch heute noch in Dreieichenhain gepflegt wird.

Dreieichenhain - Magische Gestalten, Ritter und jede Menge Feuer – am Wochenende wird wieder das Hayner Burgfest gefeiert. Das dreht sich um die 300. Haaner Kerb und nimmt alte keltische Bräuche auf.

Seit dem vergangenen Wochenende hat der Aufbau für das Hayner Burgfest begonnen. Die Zufahrten und Straßen rund um die Burg von Dreieichenhain sind geschmückt und der zweite Notausgang für den Burggarten fertiggestellt. Von Freitag, 7., bis Sonntag, 9. September, steigt das Hayner Burgfest, das nach Angaben der Veranstalter – der Kultur-Gesellschaft Hayner Vereine GbR, zu der sich Geschichts- und Heimatverein, Hayner Burgfestverein, IG Haaner Kerbborsche, Obst- und Gartenbauverein und Turnverein Dreieichenhain zusammengeschlossen haben – zu den größten Mittelalter-Spektakeln Deutschlands zählt.

Mit einem großen Kultur-Programm, dem ausgedehnten Mittelalter-Markt „Herrenborn“ und mitreißenden Shows wollen die Organisatoren den Besuchern diesmal die Welt der Kelten nahebringen. Anlass ist das 300-jährige Jubiläum der Haaner Kerb. Die Bräuche der Kirchweih in Dreieichenhain reichen aber weit über die 300 Jahre hinaus. So hat das praktizierte Brauchtum der Haaner Kerbborsche in wesentlichen Teilen seinen Ursprung in keltischer Zeit: Das Aufstellen des Kerbbaums, das Verbrennen von Strohkreuzen und einer Puppe sowie das Überspringen des Feuers gehen auf 4 000 Jahre alte Traditionen zurück.

In der Nacht zum Sonntag wird deshalb unter Mitwirkung der diesjährigen Kerbborsche und zahlreicher Feuerkünstler das keltische Beltaine-Fest in seiner Ursprungsform nachvollzogen. Ein Vergleich zur Kerbverbrennung am Ende des Festes soll verdeutlichen, wie authentisch jahrtausendealtes Brauchtum noch heute in Dreieichenhain gepflegt wird.

Zuvor greift am Samstagabend nach einer gigantischen Feuershow mit fast 20 Feuerkünstlern ebenfalls ein Spektakel kultische Bräuche auf. Die Künstler zeigen zu Pferde den Sieg der Sonne über die Finsternis und versetzen die Zuschauer in eine längst vergessene Welt.

Tagsüber werden basierend auf den Hayner Kerbtraditionen in die diesjährigen Turniershows viele mystische Elemente aus der Keltenzeit eingebunden. Magische Gestalten, strahlende Ritter, schöne Göttinen und waghalsige Aktionen zu Pferde erwarten das Publikum. Unterstützt wird diesmal das Herold Flynn Team neben heimischen Künstlern auch von der keltischen Mittelaltergruppe „The Historic Saltire Society“ aus Schottland.

Hayner Burgfest 2017: Bilder aus Dreieichenhain

Zudem gibt es ein wissenschaftliches Begleitprogramm, das mit Vorträgen die Verbindung des Kerbbrauchtums zum Keltentum aufgreift. Unter anderen geht der Haaner Kerbborsch Norbert Erb auf dieses Thema ein.

Im Bergfried (Runder Turm) werden erstmals Kammerkonzerte angeboten. Die Band „Strings & Drones“ spielt irisch-keltische Melodien. Neben keltischen Lagergruppen bereichern zahlreiche Künstler und Mittelalterbands das Programm. An allen Tagen spielt Saor Patrol, Schottlands erfolgreichste Mittelalterband, die 2009 ihren ersten Auftritt auf dem Burgfest hatte.

Außerdem lockt wieder der vor 481 Jahren erstmals erwähnte Mittelalter-Markt „Herrenborn“ – die älteste urkundlich überlieferte Veranstaltung Dreieichenhains. Vor den Toren der Burg präsentieren rund hundert Handwerker, Händler, Hökerer und Schankwirte ihre Waren Seiler, Bierbrauer, Scherenschleifer, Krautwickler, Waldglaser oder Hornschnitzer stellen den Festbesuchern ihre beinahe vergessene Handwerkstechniken vor. Für Kinder gibt es ein Märchenzelt, einen Schminkpfau, Bauernkegeln und Bogenschießen. Zudem dreht ein von Muskelkraft angetriebenes Karussell seine Runden vor den Toren des Stadtteils. (jrd)

Burgfest 2015 in Dreieichenhain: Bilder

Geöffnet ist das Burgfest am Freitag von 16 bis 23, Samstag von 13 Uhr bis 23 und Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Tagestickets kosten zwischen 7,50 und 9,50 Euro (ermäßigt 6/8), Dauerkarten 15/13 Euro. Wie immer fließt ein Euro pro Besucher in die Erhaltung der Burganlage.

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