Dreieicher Talentschmiede

Hessen Dreieich und JFC Frankfurt wollen fusionieren

Dreieich - Fußball-Hessenligist SC Hessen Dreieich (SCHD) will sich künftiger noch intensiver um die Nachwuchsförderung kümmern. Ein wesentlicher Baustein des Konzepts ist die Verschmelzung mit dem Jugendfußballclub (JFC) Frankfurt. Von Frank Mahn 

Dazu liegt den Mitgliedern des SC Hessen ein Antrag des Präsidiums um Reinhold Gerhardt vor, über den heute Abend (20. 15 Uhr, SKG-Halle) in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung abgestimmt werden soll. Der SC Hessen hat in der Winterpause mit Rudi Bommer und Ralf Weber nicht nur ein prominentes Trainergespann verpflichtet, unter dessen Regie die erste Mannschaft sich inzwischen auf Rang acht der Tabelle vorgearbeitet hat. Als ehrenamtlicher Vorstand Sport ist auch Eintracht-Legende Karl-Heinz „Charly“ Körbel eingestiegen. Körbel verbindet eine langjährige Freundschaft mit Unternehmer Hans Nolte, auf dessen Initiative hin Dreieich 2013 um einen Sportverein reicher geworden ist. Der Ex-Nationalspieler und Bundesliga-Rekordspieler will vor allem im Nachwuchsbereich neue Impulse geben. Die Voraussetzungen in Dreieich sind dafür nach Körbels Einschätzung glänzend – vor allem auch durch die Infrastruktur im neuen Sportpark an der Lettkaut.

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Körbel ist ein exzellenter Kenner der Jugendfußballszene im Rhein-Main-Gebiet. Er hat 2001 die Fußballschule der Frankfurter Eintracht gegründet und ist Präsident des 2007 ins Leben gerufenen JFC Frankfurt, der sich die gezielte Förderung von Talenten aus der Region auf die Fahne geschrieben hat. Problem des Vereins: Er hat keine sportliche Heimat, Trainings- und Spielbetrieb müssen auf unterschiedlichen Plätzen in Frankfurt abgewickelt werden. Eben diese lange vermisste Heimat soll der JFC in Dreieich finden.

Während der SC Hessen aktuell drei Jugendteams im Spielbetrieb hat, sind es beim JFC sechs. Wenn der Antrag des Präsidiums befürwortet und die Verschmelzung auch vom Hessischen Fußball-Verband abgesegnet wird, wollen die Dreieicher in der nächsten Saison mit sieben Mannschaften ab der D-Jugend am Spielbetrieb teilnehmen. Das Projekt sei längerfristig angelegt, sagt Rudi Bommer. Als Ausbildungsklub wolle man Talente mit professionellen Trainern individuell fördern und einen Unterbau für die U 23 (spielt in der Kreisoberliga) und für die erste Mannschaft schaffen.

Bilder: SC Hessen gewinnt gegen Sportfreunde

Bommer weiß, dass dieses Vorhaben von manchen auch skeptisch beäugt wird. Er sieht dafür aber keinen Grund. „Wir werden hier nicht die Vereine in der Region abgrasen“, sagt der frühere Bundesligaprofi. Im Gegenteil: Diese könnten von der Arbeit des SC Hessen profitieren. Nämlich zum Beispiel, wenn Spieler ob des Konkurrenzkampfs nicht oft genug zum Einsatz kommen. Dann, so Bommer, wäre ein Wechsel eine sinnvolle Option.

Professionell wird beim SC Hessen im Nachwuchsbereich heute schon gearbeitet. So trainiert mit Ervin Skela ein weiterer Ex-Eintrachtler die U 15. Zum Übungsleiterstab wird sich demnächst unter anderem Norbert Nachtweih gesellen.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dani

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