Für Umbau des Sportparks bleiben nur gut drei Monate

SC Hessen Dreieich: Mit Volldampf in die Regionalliga

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Auf Plakatwänden im Stadtgebiet suchen der SC Hessen und die DSBM Mitstreiter für die Premierensaison in der Regionalliga Südwest. Den Aufstieg hat der Spitzenreiter der Hessenliga so gut wie sicher.

Dreieich - Alles deutet darauf hin, dass es in der nächsten Saison in der Regionalliga Südwest zum Derby zwischen dem SC Hessen Dreieich und den Offenbacher Kickers kommt. Dem Spitzenreiter der Hessenliga ist der Aufstieg kaum noch zu nehmen, während der OFC weiter von der 3. Liga träumen muss. Von Frank Mahn 

Der SC Hessen muss sich indes gewaltig strecken, um die Anforderungen des Fußballverbands zu erfüllen. Nur etwas mehr als drei Monate bleiben der Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH (DSBM), um den Hahn-Air-Sportpark in der Lettkaut fit für die 4. Liga zu machen. Die Runde in der Regionalliga soll am ersten August-Wochenende beginnen, bis dahin wartet eine Menge Arbeit auf die Verantwortlichen um Geschäftsführer Sascha Schnobrich.

Es ist aber nicht damit getan, die baulichen und infrastrukturellen Voraussetzungen im Stadion zu schaffen. Der SC Hessen braucht in der Regionalliga – der Vorstufe zum Vollprofitum – deutlich mehr Manpower. Deshalb hat der erst 2013 von Hahn-Air-Chef Hans Nolte gegründete Verein eine groß angelegte Kampagne gestartet. Die Plakate sind im Stadtgebiet nicht zu übersehen. Unter dem Motto „Komm ins Team der ersten Stunde“ suchen Klub und DSBM Mitstreiter, die sich in der neuen Saison engagieren. Bis Ende Mai wollen Schnobrich und DSBM-Marketingleiter Dennis Schemel mit wechselnden Motiven Menschen aus der Region animieren, ihre Talente und Fertigkeiten einzubringen. Die Aufgaben sind vielfältig: Ob Kleinbusfahrer, Ordner, Platzwart, Pressebetreuer, Veranstaltungstechniker, Anti-Doping- oder Fan-Beauftragter, Würstchenbräter oder Grafikdesigner – der designierte Aufsteiger braucht jede Menge Leute, um einen reibungslosen Ablauf vor allem bei den Heimspielen gewährleisten zu können. Die Tätigkeiten würden auf 450-Euro-Basis vergütet, sagt Schnobrich. „Anders können wir den Bedarf gar nicht decken. Es wird ja generell immer schwieriger, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden.“

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Die Aktion hat sich nach Angaben des Geschäftsführers gut angelassen. Bis gestern hätten sich um die 50 Leute gemeldet, zwei seien schon verpflichtet. „Wir treffen uns mit jedem Bewerber“, schildert Schnobrich den Aufwand. „Das Spannende ist, dass wir ganz am Anfang stehen. Bei uns verdrängt ein neuer Mitstreiter keinen etablierten, altverdienten Vereinsmenschen. Die meisten im Team sind noch keine Jahrzehnte in der Gegend, obwohl auch einige Pensionäre, die schon auf bewegte Vereinszeiten in und rund um Dreieich zurückblicken, noch einmal Spaß an einer neuen Betätigung finden.“ Alle weitere Informationen finden sich unter www.hessen-dreieich.de/jobs im Internet.

Sportlich wäre der Aufstieg in die Regionalliga schon in der vergangenen Saison möglich gewesen, doch damals verzichtete der Hessenmeister. Die Mannschaft von Trainer Rudi Bommer war zu schnell zu erfolgreich. Dieses Mal haben sich die Verantwortlichen frühzeitig auf das Abenteuer Regionalliga eingestellt und von Anfang an darauf hingearbeitet. Die DSBM als Eignerin des Stadions hat die Planungen für den Umbau frühzeitig vorangetrieben. Gestern Abend absolvierte der Tabellenführer gegen Baunatal sein vorerst letztes Heimspiel in der Lettkaut. Die beiden letzten Hessenligaspiele in Dreieich trägt der Club am 5. und 19. Mai bei der Susgo Offenthal aus.

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Schon an diesem Wochenende beginnt eine Firma damit, einen neuen Rasen nach Bundesliga-Standards anzulegen. Die DSBM wird den Sportpark gleichzeitig an ein erhöhtes Zuschaueraufkommen und die damit verbundenen Infrastruktur- und Sicherheitsanforderungen für die Spielzeit 2018/2019 anpassen. Dazu gehören mehrere Tribünen, ein Sicherheitszaun ums Feld, ein Spielertunnel und ein separierter Bereich für Gäste-Fans. Insgesamt wird im „rot-weißen Schmuckkästchen“ (Schnobrich) für mehr als 2 600 Zuschauer Platz sein, gut 1000 können sitzen. Investitionsvolumen: mindestens eine Million Euro.

Um die Parkplatzkapazität zu erhöhen, führt die DSBM Gespräche mit Biotest. Das Parkhaus des Unternehmens hat gut 700 Stellplätze. Dann müsste im Feld kein weiterer Parkplatz angelegt werden. Für die älteren Besucher will die DSBM vom Gewerbegebiet aus kleine Shuttle-Busse ins Stadion anbieten.

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