Tag und Nacht im Einsatz

Hilfe für Hund, Katze, Schwan und Reh

Erfolgreicher Einsatz für den engagierten Dreieichenhainer: Abel Tesfay konnte den mächtigen Schwan bei einer passenden Tierrettungsstation unterbringen. 
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Erfolgreicher Einsatz für den engagierten Dreieichenhainer: Abel Tesfay konnte den mächtigen Schwan bei einer passenden Tierrettungsstation unterbringen.

Schon seit gut einem Jahr ist der Dreieichenhainer Abel Tesfay für die Tierrettung UNA im Einsatz. 

Dreieich – Der mächtige Schwan auf dem Arm von Abel Tesfay bringt den jungen Mann nicht aus der Ruhe. Auch wenn die Wasservögel schon mal ungnädig sein können, der professionelle Tierretter weiß, wie er mit dem Federvieh umgehen muss.

„Ihn haben wir von einer Tierrettungsstation zu einer anderen gebracht, die für Schwäne Platz haben“, erläutert er mit Blick auf die Fotografie seinen zurückliegenden Auftrag.

Schon seit gut einem Jahr ist der Dreieichenhainer für die Tierrettung UNA im Einsatz, ein bundesweit tätiger medizinischer Tierrettungsdienst, deren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter sich um Notfälle und Transporte von Haus-, Nutz- und Wildtieren kümmern. In dieser Zeit hat er verunfallte Hunde in die Tierklinik gebracht, den Umzug eines Tierhalters mit vielen Hunden und Katzen organisiert und eine Frau vor ihrer eigenen Katze gerettet. „Das war eine besonders verrückte Geschichte. Das Tier hat die Frau nicht mehr in die eigene Wohnung gelassen, sie hat sie direkt beim Betreten der Wohnung aggressiv angefallen. Ich habe sie mithilfe eines Katzenkeschers ins Bad getrieben und anschließend in eine Box befördern können. Wir haben sie in eine Katzenpension gebracht, die auf aggressive Tiere spezialisiert ist“, berichtet er vom skurrilen Einsatz.

Als ehrenamtlicher Helfer hat der 18-Jährige alle tiermedizinischen Schulungen des Vereins durchlaufen und weiß, wie man in Notsituationen richtig agiert und tierische Erste Hilfe leistet – egal ob Hund oder Katze Patient sind, oder eben Schwan, Reh oder Laufente. Mit erfahrenen Rettern war er dutzendfach unterwegs und konnte von deren Wissen profitieren. Jetzt wird das Hobby zum Beruf: Ab dem 1. Juni ist Abel Tesfay hauptamtlicher Tierretter für die UNA für das Rhein-Main-Gebiet. Dreieichenhain wird damit die Zentrale für Tier-Notfälle in der Region.

Die Notfall-Anrufe gehen bundesweit über die Rufnummer 0700 95295295 in der Leitstelle ein. „Ich nehme den Auftrag von dort entgegen und fahre dann sofort los“, erzählt der junge Mann. Hinter dem Steuer ist meist Gisela Schäfer, die Ersatz-Großmutter von Tesfay, die ihn schon seit seiner Kindheit kennt und bei der er auch schon seit zwei Jahren lebt. „Keiner der Tierretter geht alleine auf Tour, wir sind immer zu zweit“, erklärt Tesfay. Zum Transport diente bislang das private Auto von Schäfer, aber künftig hat er als hauptberuflicher Tierretter ein Dienstfahrzeug zur Verfügung. „Ein mit vielen Hilfsmitteln ausgestatteter Caddy, eben wie ein Tier-Rettungswagen, in dem ich auch große Hunde liegend zum Tierarzt bringen kann. Denn diese Krankentransporte sind ein großer Anteil unserer Arbeit“, berichtet Tesfay.

Durchschnittlich acht Einsätze fährt das Team am Tag und in der Nacht, wann immer seine Hilfe notwendig ist – ein Vollzeitjob, der durchaus anstrengend ist. Die Fahrten führen das Team Tesfay und Schäfer nach Dreieich, durch den Kreis Offenbach und auch häufig nach Frankfurt und Umgebung.

Nicht immer gehen die Einsätze gut aus. Schon mehrfach hat der Tierretter tote Wildtiere von der Straße gehoben oder konnte für einen verletzten Hund oder eine Katze nichts mehr tun – diese traurigen Momente gehören eben auch zu dieser Arbeit.

Die Tierliebe und der Wunsch zu helfen stecke schon immer in ihm, erzählt der Dreieichenhainer. In seinem Engagement für die Feuerwehr Dreieichenhain erlebt er viele Noteinsätze, bei denen er sich in Ruhe und Besonnenheit bei Gefahr üben konnte – eine Routine, die ihm bei den Einsätzen mit den Tieren hilft. Tesfay freut sich auf seine UNA-Zukunft: „Ich habe das Glück, dass ich mein Hobby und meine Leidenschaft zum Beruf machen kann“, sagt der 18-Jährige.

Ganz ohne Ehrenamt geht es aber auch in der Tierrettung nicht. UNA ist ein Verein, der sich mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert. Die hauptamtlichen Kräfte, die rund um die Uhr für die Tiere im Einsatz sind, brauchen Helfer, die Zeit investieren, sich der Aufgabe rund um die verletzten Tiere gewachsen fühlen und die Tierretter begleiten können. „Ich bin gerne dabei, aber irgendwann möchte ich auch in Tierretter-Rente gehen“, sagt Gisela Schäfer, die hofft, dass Abel Unterstützung bekommt. Wer sich für dieses spannende Ehrenamt interessiert, kann sich bei der UNA unter Telefon 0700 95295295 oder 01578 4995295 in der Leitstelle melden.

VON NICOLE JOST

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