Parteien beklagen Vandalismus und Diebstahl von Wahlplakaten

Hirnlos mit Hang zur Zerstörungswut

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Nach Ansicht der Grünen waren hier „hirnlose Idioten“ am Werk. Mit dieser Meinung stehen sie nicht alleine da. Die Verunglimpfung und der Diebstahl von Wahlplakaten nehmen überhand.  

Dreieich - Zerrissen, zerschnitten, beschmiert oder gestohlen – seit Wochen schon haben es Hohlköpfe auf Wahlplakate verschiedener Parteien im Stadtgebiet abgesehen. Von Frank Mahn 

Nach der Linken haben jetzt auch die Grünen Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet, nachdem in der Frankfurter Straße eines ihrer Großplakate verschandelt worden ist.
Im August hatte Die Linke von einer „beispiellosen Zerstörungswelle“ in Sprendlingen und Götzenhain gesprochen und sich an die Polizei gewandt. Fast 30 Plakate der Partei waren in einer Nacht aus teils großer Höhe heruntergerissen worden. Für Sprecher Jürgen Klei stand damals schon fest, dass die große Zahl der Beschädigungen nicht auf zufällige Randale schließen lasse, sondern auf ein systematisches, politisches Vorgehen. Mit dieser Einschätzung lag der Mann offenbar richtig.

Zu den jüngsten Opfern zählen die Grünen. Eines ihrer Großflächenplakate ist zur Zielscheibe „hirnloser Idioten“ geworden, wie sie Grünen-Sprecher Peter Süßmuth nennt. „Unsere Wahlwerbung wurde mit Schmierereien übermalt. Das ist keine Art der politischen Auseinandersetzung, sondern schlicht kriminell.“ Er und seine Mitstreiter hoffen, dass die Polizei den Tätern auf die Schliche kommt. Nach Süßmuths Ansicht offenbaren die Schmierfinken nicht nur ihre integrationsfeindliche Haltung, sondern auch ihre Vorliebe für eine bestimmte Partei. Wen er meint, ist klar: Mit schwarzer Farbe haben die Vandalen „AFD!“ auf das Plakat gesprüht. Die Grünen haben darunter einen Aufkleber platziert. „Beschmiert von den Feinden der Demokratie“ steht da geschrieben.

Große Verluste beklagt die SPD. „Wir kommen gar nicht nach mit dem Nachbestellen der Wahlwerbung“, schildert Rainer Jakobi, einer von zwei Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten. „Die Sache nimmt überhand“, wettert Parteichef Thomas Vortmüller. Besonders betroffen waren Plakate mit dem Konterfei des Bundestagskandidaten Tuna Firat. Sie verschwanden in großer Zahl.

Bilder: OB-Wahl in Offenbach

Auch CDU und FDP bleiben nicht verschont von den Sinnlos-Attacken. Von der CDU wurden vor allem in Sprendlingen Plakate zerstört, wie Fraktions- und Parteichef Hartmut Honka berichtet. Angesichts der Häufigkeit und der diskreditierenden Botschaften glaubt er nicht, dass sich hier gelangweilte Jugendliche austoben, sondern dass politische Motive hinter dem Vandalismus stecken. Die FDP zählt ebenfalls zu den Betroffenen, wobei sich die Beschädigungen nach den Worten von Fraktionschef Alexander Kowalski in Grenzen halten.

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