Magistrat spricht sich für Aufnahme in Bund-Länder-Förderprogramm aus

Hoffnung auf Schub für die Innenstadt

Dreieich - Man muss schon glühender Lokalpatriot sein, um die Sprendlinger Innenstadt schön zu finden. Von vereinzelten Lichtblicken abgesehen, lässt die Attraktivität unter dem Strich klar zu wünschen übrig. Doch der Magistrat lässt sich nicht entmutigen.

Er hofft auf die Aufnahme in das Bund-Land-Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“, der Antrag muss noch durch die politischen Gremien. Morgen berät darüber der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie, das Stadtparlament entscheidet am 19. Juni. Mit einer breiten Zustimmung ist zu rechnen. Bereits seit den 1970er Jahren gibt es laut Magistrat Bemühungen, das Zentrum des Stadtteils neu zu gestalten und aufzuwerten. Aktuell arbeitet der zuständige Fachbereich am Entwurf für einen Bebauungsplan „Kernbereich Sprendlingen“. Die verfolgten Ziele ließen sich jedoch nur zu einem Teil erreichen, weil die der Stadt dafür zur Verfügung stehenden Instrumente des Planungsrechts an ihre Grenzen stießen, so Erster Stadtrat Martin Burlon. Die Neuauflage des Förderprogramms „Aktive Kernbereiche“ kommt da gerade recht. Burlon: „Es bietet uns die Chance, auch Maßnahmen anzugehen, die über die Möglichkeiten des Bebauungsplans hinausgehen.“

Für die Fortführung des Programms wurden die Erkenntnisse aus der ersten Förderperiode berücksichtigt und die Inhalte angepasst. Zukünftig zielt es noch stärker auf Maßnahmen ab, die das Wohnen verschiedener Zielgruppen in den Zentren stärken. Dazu zählen die Förderung von baulichen Maßnahmen, die bestehenden Wohnraum qualifizieren und barrierefrei entwickeln oder auch vereinzelt der Umbau von gewerblichen Leerständen zu Wohnzwecken. Auch Handlungsfelder, die das Wohnen im Kern der Stadt reizvoller machen, wie besondere Aufenthaltsqualität, Infrastruktur- und Versorgungsangebote in fußläufiger Entfernung, bilden einen Schwerpunkt des Programms.

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Der Ablauf sieht zunächst die Erstellung eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts vor, um Anhaltspunkte für Defizite zu bekommen. Auf dieser Grundlage erfolgt die Festlegung eines Fördergebiets, in dem konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. In Sprendlingen sind nach Burlons Worten die Weiterentwicklung der Innenstadt als Wohnstandort vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung des Stadtteils sowie die Sicherung der Nahversorgung und eine Ergänzung des aktuellen Angebots vordringliche Ziele. Daneben seien auch die Stärkung der Aufenthaltsqualität und der Umgang mit dem Verkehr wichtige Themen. Das habe jüngst auch die Bürgerbeteiligung für den Bebauungsplan gezeigt, so der Planungsdezernent.

Wenn die Politik grünes Licht gibt, kann der Magistrat die Bewerbung rausschicken. Im Laufe des Jahres wird das Land alle Anträge prüfen und die Kommunen informieren, ob sie dabei sind. Burlon: „Wir hoffen sehr, dass wir mit unserem Antrag Erfolg haben und 2019 in die Bearbeitung einsteigen können.“ (fm)

Rubriklistenbild: © dpa

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