Sepa-Umstellung

IBAN ist gar nicht so schrecklich

+

Dreieich - Waltraud Schäfer hat keine Angst vor „IBAN, dem Schrecklichen“. Sie ist die Vorsitzende der Hayner Altstadt-Initiative, einem kleinen Verein mit einer Handvoll Mitglieder. Trotzdem kommt auch sie um die Sepa-Umstellung nicht herum. Von Manuel Schubert

Zwar ist der Mitgliedsbeitrag nur einmal im Jahr fällig, trotzdem muss sie alle informieren, wo das Geld künftig landen soll. Auch wenn in ihrem Verein alles „ganz klein und familiär“ ist, wolle sie rechtlich auf der sicheren Seite sein, sagt Schäfer. Deshalb sitzt sie mit knapp 40 weiteren Vereinsvorsitzenden und Firmeninhabern aus der Region zusammen, um sich von Armin Gerhardt aufklären zu lassen. Der Vorstandsvorsitzende des Zahlungsverkehrsdienstleisters Efis beschäftigt sich schon lange mit der Umstellung auf das europäische Zahlungssystem Sepa und erklärt, was es mit der Verlängerung der Übergangsphase bis zum 1. August „wirklich auf sich hat“.

Der Aufschub sei nur Wahlpropaganda, meint Gerhardt. Der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier habe „einfach nur Angst, dass es schiefgeht und er im Mai nicht wiedergewählt wird“. Auch wenn er von der Umsetzung nicht überzeugt ist, findet Gerhardt Sepa alles andere als verkehrt: „Wir brauchen einen europäischen Wirtschaftsraum.“ Und der betreffe eben auch kleine, lokale Vereine. Gerhardts Ratschlag: Zunächst sollte jeder Vereinsvertreter in seine Satzung schauen. Ein kleines Wort könne hier den Unterschied machen: „Wenn dort Abbuchung statt Einzugsermächtigung steht, ist das nach dem 31. Januar nicht mehr gesetzeskonform.“

Kein Grund zur Panik

Doch kein Grund zur Panik: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die in so einem Fall Strafen verhängt, sei zurzeit mit ihrem Umzug ins neue Gebäude der Europäischen Zentralbank beschäftigt. „Bei denen passiert in den nächsten fünf bis sechs Monaten gar nichts“, gibt Gerhardt Entwarnung. Für Firmen sei es darüber hinaus wichtig, Kunden eine Referenznummer zu erteilen, die auf dem Kontoauszug auftaucht. So könne man genau zuordnen, von wem das Geld kommt. Unerlässlich sei auch das Beantragen einer Gläubiger-ID. Die beweise zwar nichts, da aufgrund des Datenschutzes niemand herausfinden könne, wer sich dahinter verbirgt. „Aber ohne kommt man eben nicht aus.“

Wer seinen Mitgliedern oder Kunden Grübeleien ersparen wolle, sollte zudem seine IBAN-Nummer stets übersichtlich aufschreiben. Sprich: in die einzelnen Bestandteile getrennt und nicht als einen langen Zahlenstrang. Besonders wichtig für Vereine: Wer Beiträge einzieht, muss diesen Vorgang mindestens sechs Tage vorher ankündigen. „Wenn man das im Vereinsblatt mitteilt, reicht das“, erklärt Gerhardt und appelliert: „Jeder, der die Chance hat, sollte so schnell wie möglich auf Sepa umsteigen. Man sollte die vielen guten Funktionen, die Sepa mit sich bringt, nutzen.“

Waltraud Schäfer hat fleißig mitgeschrieben. „Hilfreich fand ich den Tipp, kein genaues Datum für den Einzug der Beiträge anzukündigen, sondern zur Sicherheit einfach zu schreiben: Anfang des Monats.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare