Mitglieder stimmen Auflösung zu

IG ist am Ende ihres Weges

Dreieich - Die Interessengemeinschaft Baugenossenschaft Dreieich ist Geschichte. Die verbliebenen Mitglieder haben einer Auflösung zugestimmt, nachdem das Konkursverfahren gegen die frühere Baugenossenschaft am 17. September 2015 eingestellt worden war.

Dieses habe sich über 40 Jahre hingezogen und wegen der langen Verfahrensdauer möglicherweise Rechtsgeschichte geschrieben, betont der bisherige IG-Vorsitzende Henry von Moltke. Die IG hatte sich in Folge des Konkursverfahrens der Baugenossenschaft 1975 gegründet, um Forderungen gegenüber dem Unternehmen durchzusetzen. Einiges Unheil sei von „den leidgeprüften Mitgliedern der Genossenschaft abgewendet worden“, meint von Moltke.

Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Dreieich (GBD) hatte einst mehr als 1300 Mitglieder und war in vielen Kommunen des Kreises aktiv. Wer mit ihr bauen oder selbst eine Sozialwohnung mieten wollte, musste der GDB beitreten. Eine Spekulation auf eine Bebauung der Baierhansenwiesen in Sprendlingen hatte dem Unternehmen Mitte der 70er Jahre das Genick gebrochen. Dort sollte ursprünglich auf 41 000 Quadratmetern Bauerwartungsland ein Wohngebiet entstehen. Dies scheiterte, nachdem der Regionalentwicklungsplan nicht genehmigt wurde.

Im Oktober 1975 eröffnete das Amtsgericht Langen ein Vergleichverfahren, das aber nicht zustande kam. Ein Jahr später folgte ein Anschlusskonkursverfahren. Insgesamt beliefen sich die Forderungen auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Die IG, die von Anfang an an dem Verfahren beteiligt gewesen ist, vertrat 33 Prozent aller Forderungen gegen die Baugenossenschaft. „Es gab wenig Hoffnung auf eine Quote“, erinnert sich von Moltke. Ein Mal habe noch eine kleine Quote ausgeschüttet werden können. Danach sei Schluss gewesen.

„Eigentlich hätte das Verfahren schon in den 80er Jahren beendet werden können“, so von Moltke. Der bisherige IG-Vorsitzende führt die lange Dauer von 40 Jahren zurück auf „das Unvermögen oder die Unwilligkeit der Rechtspflege, Ermessensspielräume auszunutzen oder entscheidungsfreudig zu sein.“ Erst ein neuer Anlauf mit neuem Gläubigerausschuss habe den Durchbruch gebracht. Von Moltke: „Damit ist auch die IG am Ende ihres Weges.“ (hok)

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