Abfalleimer sind extrem voll

Illegal Müll entsorgt: Abfälle werden zum Problem

Dieser alte Teppich wurde auf dem Spielplatz am Hirschsprung entsorgt.
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Dieser alte Teppich wurde auf dem Spielplatz am Hirschsprung entsorgt.

Das neue Jahr ist noch keine Woche alt und schon gibt es in Dreieich bei Offenbach wieder unschöne Nachrichten rund um den Müll: Gleich mehrere Fälle wurden bekannt.

Dreieich - Eine Anwohnerin am Hirschsprung in Sprendlingen meldet sich in der Redaktion, auf dem benachbarten Spielplatz fliegen Bodenbeläge herum. Auf Nachfrage bei Petra Klink, der Geschäftsführerin des Dienstleistungsbetriebs (DLB), gibt es die Auskunft: Es ist ein Teppich, den irgendjemand auf dem Spielplatz illegal entsorgt hatte. Ihre Mitarbeiter haben ihn bereits eingesammelt.

Müllproblem in Dreieich bei Offenbach: Urinbeutel in Sprendlingen

Noch viel fieser als nur ein oller Teppich sind die Funde, von denen die Sprendlingerin Katrin Rose berichtet. „Wir sind regelmäßig mit unserem Sohn draußen, um Müll zu sammeln. Wir müssen ohnehin mit dem Hund an die frische Luft und für das Kind wird es beinahe zur Schatzsuche“, erzählt sie von der Motivation der Familie, die Umwelt sauber zu halten. Schon seit einiger Zeit fallen ihr immer wieder volle Urinbeutel am Wegesrand unweit der Herrnröther Straße im Feld auf. „Ich halte mein Kind davon ab, sie mit der Zange einzusammeln, es wäre zu widerlich, wenn die Dinger in unseren Müllbeutel aufgehen“, erzählt Rose, dass sie die Funde über den Mängelmelder beim DLB gemeldet hat. Für Petra Klink sind diese Hinterlassenschaften keine Neuigkeit: „Wir haben einen weiteren Sprendlinger, der die Beutel regelmäßig bei uns meldet. Manchmal liegen benutzte Seniorenwindeln dazwischen. Es ist für unsere Mitarbeiter alles andere als witzig, diese Dinge wegzuräumen“, betont die DLB-Chefin.

Volle Urinbeutel am Wegesrand: In Sprendlingen liegt immer wieder medizinisches Material in der Gegend.

Die ordentliche Entsorgung solcher Beutel erklärt Klink: Das Urin wird in die Toilette geschüttet und die Beutel kommen in den Restmüll.

Müllproblem: Der Dienstleistungsbetrieb in Dreieich bei Offenbach hält Augen nach Verursachern offen

Für Seniorenwindeln sind sogar spezielle Windelsäcke beim DLB käuflich zu erwerben. „Ich kann mir auch nicht erklären, wer so etwas immer wieder in die Gegend wirft. Ein Sanitätsdienst, der zur Entsorgung beauftragt ist? Eine kranke Person? Sicher ist, wir werden das beobachten und den Verursacher hoffentlich ausmachen“, kündigt Petra Klink an.

Sonst, so sagt die Geschäftsführerin, gebe es pandemiebedingt nicht unbedingt mehr Müll in der Umwelt. Menschen, die rücksichtslos ihren Abfall in Feld, Wald und auf den Straßen einfach fallen lassen, gebe es immer. „Was wir aber deutlich spüren, dass die städtischen Mülleimer extrem voll sind mit Kafferbechern und den Abfällen der verschiedensten Restaurants. Die Menschen können, wenn sie nicht gerade zu Hause sind, derzeit ja nicht drinnen essen. Dann setzen sie sich eben auf die Parkbänke. Die Abfälle werden dann in den Mülleimern entsorgt, die damit schneller voll sind“, sagt Klink. Ihre Mitarbeiter müssen an den markanten Plätzen im Moment schon öfter die Tonnen leeren.

Der Schaumteppich ist kein Problem – wohl aber der Müll, der einfach am Hengstbach entsorgt wurde.

Dreieich nahe Offenbach: Müllproblem betrifft auch den Buchschlager Wald

Die dritte „Müllgeschichte“ dieser Woche kommt von Henry Schmidt. Er schickt Fotos vom Hengstbach im Buchschlager Wald, unweit der Dreieicher Kläranlage. Das Ufer des Baches ist übersäht mit Flaschen und Plastik, auf dem Gewässer schwimmt ein Schaumteppich, der zunächst Übles vermuten lässt. „Auch der Wald ist voller Müll“, ärgert sich Schmidt. Zumindest zu dem Schaumteppich gibt es Entwarnung: „Die Mitarbeiter der Kläranlage sind rausgefahren und haben direkt eine Probe entnommen“, erläutert Karl Markloff, Ressortleiter Infrastruktur und Umwelt im Dreieicher Rathaus. Als Ursache sieht er Laub, das im Wasser Gerbstoffe bilde. Kommt es durch ein Hindernis im Wasser zu Sauerstoffanreicherungen, entsteht der Schaum. Auch die ausgewertete Wasserprobe war demnach unauffällig. (Nicole Jost)

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