Ein Parcours für Parkourläufer

Im Sprendlinger Bürgerpark entsteht langersehnte Sportanlage

Symbolischer Spatenstich: Über den Startschuss der Bauarbeiten freuen sich (von links): László Boroffka, Julian Schäfer, Maxim Kuznetsov, Bürgermeister Martin Burlon, Michael Ramroth (Biotest), Jutta Nothacker (Flughafen-Stiftung), Dirk Neumüller (Biotest), Jutta Strothoff (MHK Group) und Steffen Arta (Geschäftsführer Stadtwerke). 
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Symbolischer Spatenstich: Über den Startschuss der Bauarbeiten freuen sich (von links): László Boroffka, Julian Schäfer, Maxim Kuznetsov, Bürgermeister Martin Burlon, Michael Ramroth (Biotest), Jutta Nothacker (Flughafen-Stiftung), Dirk Neumüller (Biotest), Jutta Strothoff (MHK Group) und Steffen Arta (Geschäftsführer Stadtwerke). 

Seit 2017 hat das Dreieicher Jugendparlament für den Dreieicher Parkourpark gearbeitet - jetzt endlich ist die Baustelle in Arbeit. Schon im Frühjahr können die Sportler über die Hindernisse im Sprendlinger Bürgerpark springen.

Dreieich - Der Bagger schaufelt Unmengen Erdreich aus dem Areal hinter dem Hallenbad im Sprendlinger Bürgerpark. „Wir waren auch überrascht, als wir das zum ersten Mal gesehen haben. Aber es macht Sinn, aufgrund der großen Parkour-Elemente, an denen die Beton-Fundamente dran sind, alles auszuheben und dann alles wieder zuzuschütten“, so Landschaftsarchitektin Miriam Hampe-Laupus von LS2 Landschaftsarchitekten. Darmstädter Büro ist mit der ausführenden Baufirma seit Mitte November auf der Baustelle im Bürgerpark beschäftigt. Endlich, nach vielen Jahren Planung, Standortsuche und umfangreicher Spendenakquise, wird der Parkourpark Dreieich Realität.

Für Maxim Kuznetsov, Julian Schäfer und László Boroffka ist der offizielle Spatenstich ein großer Tag. Seit 2017, damals vom Dreieicher Jugendparlament angestoßen, haben die drei jungen Männer sich für die Anlage engagiert, Geld gesammelt und aktiv mitgeplant. „Es war schon sehr emotional, als die Mail kam, dass die Bauarbeiten jetzt wirklich starten. Inzwischen sind wir schon wieder voll drin. Ich bin sicher jeden zweiten Tag hier“, sagt Julian Schäfer. Darüber, dass die Initiatoren sich so engagieren, freut sich Miriam Hampe-Laupus: „Wir haben ja schon mehrere solcher Anlagen realisiert. Aber hier in Dreieich haben wir eng mit den Jungs zusammengearbeitet, sie haben sich sehr konkret in die Planung eingebracht und hatten genaue Vorstellungen, wie der Park am Schluss aussehen soll.“ Es sei auch für das Büro ein außergewöhnliches Projekt, der Standort am Rande des Bürgerparks besonders schön und mit nicht alltäglichen Materialien geplant: neben Mauern und Stangen auch mit Natursteinen und immer von dem Wunsch getragen, dass sich die Sportanlage optisch in den Park einfügt.

Der Auftrag für das Darmstädter Büro hat ein Gesamtvolumen von 125 000 Euro brutto, mit Genehmigungen und Planungsleistungen wachsen die Kosten auf rund 150 000 Euro an. Dass der finanzielle Kraftakt gelang, ist vielen Beteiligten zu verdanken. Durch Kleinspenden und Crowdfunding-Aktionen kamen gut 40 000 Euro zusammen. Die Stiftung Flughafen Frankfurt spendete 30 000 Euro, die MHK Group und die Biotest AG jeweils 15 000. Die Stadtwerke sind mit 6 000 Euro dabei. Weitere 5 000 Euro kommen aus dem Gewinn des Rotary-Sozialpreises. „Wir hatten als Stadt ursprünglich 30 000 Euro zugesagt – das sollte die Hälfte des Projekts finanzieren. Inzwischen ist die Spendensumme ja deutlich höher. Fehlt am Ende ein kleiner Betrag, soll es daran nicht scheitern“, sichert Bürgermeister Martin Burlon beim Spatenstich zu. Einmal mehr lobt der Rathauschef die Jugendlichen für ihr Durchhaltevermögen und ihren Einsatz.

In den kommenden Wochen entsteht jetzt eine 200 Quadratmeter große Bewegungsfläche, die in verschiedene Zonen gegliedert ist. Ein Bewegungsbereich, aus Naturmaterialien gebaut, soll vor allem Parkour-Neulinge ansprechen. Das Herzstück der Anlage wird die zentrale Aktivzone, in der bis zu 2,60 Meter hohe Hindernisse aus Beton und Stahlrohren zu sportlichen Höchstleistungen motivieren. Der komplette Park soll Sportler vom Anfänger- bis zum Profilevel ansprechen. Noch bis zum Schluss wurde diskutiert, ob der Fallschutz aus Kunststoffböden gestaltet werden soll oder das Areal mit Holzschnitzeln aufgefüllt wird. Letztlich ist die Entscheidung zugunsten das Naturmaterials gefallen. Die Untere Naturschutzbehörde wollte die Flächenversiegelung nicht und für die Initiatoren ist das in Ordnung. „Das Holz sieht natürlicher aus und man fällt auch ein bisschen weicher, wenn man doch mal stürzt“, sagt Maxim Kuznetsov.

Wann können die Dreieicher Parkour-Sportler die Anlage einweihen? „Ich denke, mit der eigentlichen Baustelle werden wir noch vor Weihnachten fertig“, ist Miriam Hampe-Laupus optimistisch. Mit der Abnahme durch den TÜV wird es vermutlich Ende Januar, bis der Park nutzbar ist. Ein Termin für die offizielle Einweihung ist noch nicht bekannt. » Angemerkt

Von Nicole Jost

Die Elemente für die Sportanlage sind massiv und schwer. Sie werden samt Beton-Fundamenten versenkt.

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