Knackpunkt Entwässerung

Investor hofft auf baldige Baugenehmigung für Neue Mitte

+
Blick von Osten auf das geplante Fünf-Häuser-Quartier. Sämtliche Dächer sollen begrünt werden, auch um den Kanal zu entlasten. Der Einkaufsmarkt ist in dem oberen Gebäuderiegel vorgesehen, der rechts an die Fünfhäusergasse grenzt.

Dreieich - Es ist verdächtig ruhig geworden um das Projekt Neue Mitte. Vor mehr als einem Jahr hat das Stadtparlament den Bebauungsplan abgesegnet, der als Grundlage für die Neuordnung des Areals Hauptstraße 22-38a dient. Von Frank Mahn 

Lesen Sie dazu auch:

Klage gegen die Neue Mitte

Große Mehrheit beschließt Bebauungsplan

Ein Supermarkt, Wohnungen, kleinere Läden und Gastronomie sollen die Innenstadt beleben. Nun zeichnet sich ein Ende des komplexen Genehmigungsprozesses ab. „So um Ostern herum“ rechne er mit dem Beginn der Abrissarbeiten. So kann man sich täuschen, denn diese Prognose wagte Mohamed Younis im Januar 2017. 14 Monate später hat sich auf dem Gelände nichts getan. Natürlich zum Bedauern von Younis, „denn jeder Tag kostet uns Geld“, sagt der Geschäftsführer der Schoofs Immobilien GmbH, die als Projektentwickler und Investor hinter der Neuen Mitte steht und das Vorhaben mit Unterstützung der Stadt umsetzen will.

Doch Younis ist zuversichtlich, dass die Hürden auf dem Weg zur Baugenehmigung nun aus dem Weg geräumt sind. Vor allem das Entwässerungskonzept habe viel Zeit gekostet, weil Umplanungen erforderlich gewesen seien. Doch das Problem sei jetzt gelöst, so der Geschäftsführer. So würden auf dem Grundstück mehrere Stauräume geschaffen, die bei starkem Regen die Zufuhr des Wassers in das Kanalnetz drosseln und damit eine Überlastung verhindern sollen. Eine „Pufferfunktion“ ist nach Younis’ Worten zudem durch die begrünten Dächer der fünf Gebäude gegeben.

Die Stadt hat das Konzept nach Angaben des Ersten Stadtrats Martin Burlon genehmigt, nun ist noch die Bauaufsicht beim Kreis gefragt. Dessen Pressesprecherin Ursula Luh bestätigt, dass alle erforderlichen Nachbesserungen eingereicht worden sind und nun geprüft würden. Der Bauantrag liegt bereits seit November 2016 in Dietzenbach. Bei einem solch großen Projekt von öffentlichem Interesse sei eine umfangreiche Prüfung notwendig, sagt Luh. Deshalb sei es nicht ungewöhnlich, dass das Verfahren so lange dauere.

Alles zur Neuen Mitte Sprendlingen auf unserer Themenseite.

Mohamed Younis geht davon aus, dass er in einigen Wochen das „Go“ der Bauaufsicht bekommt. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, will der Geschäftsführer die Bagger anrollen lassen. Den Antrag zum Abriss der alten Gebäude hat der Kreis längst abgesegnet. Die Arbeiten, schätzt Younis, werden vier bis sechs Monate dauern. Danach möchte die Schoofs Immobilien GmbH natürlich so schnell wie möglich mit der Bebauung loslegen.

An den Plänen für das „Fünf-Häuser-Quartier“ hat sich in den vergangenen Monaten nichts geändert. Sie sehen einen Supermarkt mit einer Fläche von 1 500 Quadratmetern Verkaufsfläche, 60 barrierefreie Wohnungen, Läden, Gastronomie und einen Quartiersplatz vor. In der Tiefgarage sind 95 Stellplätze angeordnet, oberirdisch sind es 65. Partner für den Markt, von dem sich die Stadt eine Magnetfunktion für die Innenstadt verspricht, ist weiterhin Rewe. Dort sollen zudem ein Bäcker samt Café und Pizzeria unterkommen.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Dreieich

Die Wohnungen werden laut Younis nicht verkauft, sondern vermietet. Die Ausstattung sei hochwertig, sagt der Geschäftsführer und nennt Parkett und Fußbodenheizung als Beispiele. Younis spricht dennoch von „bezahlbaren Preisen“. Die Gesamtinvestition für die Neue Mitte beziffert der Geschäftsführer auf mittlerweile fast 30 Millionen Euro.

Bekanntlich hat das Projekt aber nicht nur Freunde, vor allem in der Nachbarschaft stößt es auf Ablehnung. Im Oktober hatte der Magistrat mitgeteilt, dass gegen den Bebauungsplan zwei Normenkontrollverfahren beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel angestrengt worden seien. Die Antragsteller sind Eigentümer von Grundstücken im Umfeld. Bis dort ein Urteilsspruch ergeht, kann viel Zeit ins Land gehen – Stichwort Heckenborn. Möglich ist auch eine Klage gegen die Baugenehmigung beim Verwaltungsgericht Darmstadt. Dort könnte schneller entschieden werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare