Untersuchung zu Ampeln vorgestellt

Kreuzungen mit vielen Defiziten

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Die Kreuzung an der Lettkaut könnte nach Angaben von Professor Dr. Jürgen Follmann ohne großen Aufwand in einen Kreisel umgewandelt werden. Damit würde auch das Risiko von Unfällen beim Linksabbiegen in die Straße An der Trift sinken. 

Dreieich - Handlungsbedarf sieht Professor Dr. Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt an Straßenkreuzungen in Sprendlingen. Er stellte entsprechende Untersuchungen von Studenten in seinem Vortrag „Qualitätsmanagement von Lichtsignalanlagen (LSA)“ im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie vor. Von Holger Klemm 

In den Fokus rückten vor allem zwei Kreuzungen in Sprendlingen, die etliche Defizite aufweisen. Dabei handelt es sich um die an der Darmstäder Straße/Hainer Chaussee/Theodor-Heuss-Straße sowie die an der Darmstädter Straße (L3262)/An der Trift/An der Lettkaut, wo häufig Unfälle passieren. Studenten nahmen diese beiden Knotenpunkte im Rahmen einer Arbeit zum „Regelwerk für Richtlinien für das Sicherheitsaudit an Straßen“ unter die Lupe. Untersucht wurden auch Kreuzungen in den Kreiskommunen Dietzenbach, Langen, Neu-Isenburg und Rödermark.

Zentrale Fragen waren dabei, ob eine sichere Benutzung für alle Verkehrsteilnehmer möglich ist und die Anlage regelkonform genutzt wird. Bei beiden untersuchten Kreuzungen in Dreieich lautete die Antwort Nein. An der Kreuzung an der Hainer Chaussee seien die Gegebenheiten für Fußgänger und Radfahrer mangelhaft. Die Studenten listeten fehlende Fußgängerfurten, ungünstig gestaltete Aufstellflächen und eine weitgehend fehlende Infrastruktur für Radler auf. Hinzu kämen ein sehr großzügig dimensionierter Knotenpunkt, eine nicht vorhandene Barrierefreiheit, veraltete Ampeln, ein schadhafter Fahrbahnbelag, abgefahrene Markierungen, eine fehlende Beschleunigung für Busse sowie eine eingeschränkte Sichtbarkeit.

Im Rahmen einer Magisterarbeit beschäftigte sich eine Studentin aber nicht nur mit den Mängeln, sondern auch mit den Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation. Bei einer Umgestaltung sollten demnach die Belange für Fußgänger und Radler besser berücksichtigt werden – mit besseren Übergängen und Aufstellflächen. Die Magisterarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass es an der Hainer Chaussee mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen weiterhin eine Kreuzung mit Ampeln geben sollte, wenngleich deutlich umgestaltet. Das könnte auch zum Musterbeispiel für den Umbau anderer Kreuzungen werden. Ein Kreisel komme dort dagegen nicht infrage.

Anders sehe die Situation an der Darmstädter Straße/An der Trift/An der Lettkaut aus, wo ein Kreisel mit relativ geringem Aufwand umsetzbar sei. Auch dort fehle ein barrierefreier Ausbau, die Ampeln seien veraltet, die Spurrinnen schadhaft, die Oberflächenentwässerung schlecht und die Markierungen teilweise abgefahren. Die beiden Bushaltestellen wiesen Schäden auf. Hinzu komme eine Infrastruktur für Radler mit Schwächen. So fehle beispielsweise eine Abbiegespur von der Trift auf die Darmstädter Straße. Besonders auffällig seien in diesem Bereich die häufigen Unfälle vor allem beim Linksabbiegen in die Straße An der Trift mit Personenschäden. 2015 hat es demnach fünf, 2016 sechs und 2017 bis Ende September schon fünf Unfälle gegeben. Es müsse also etwas getan werden.

Bilder: So soll der Kaiserleikreisel nach dem Umbau aussehen

Follmann sieht dort die Voraussetzungen für einen Kreisverkehr gegeben und verweist auf die Magisterarbeit. Der Durchmesser könnte wegen des vorhandenen Platzes 32 Meter betragen. Hessen Mobil sei einer solchen Lösung nicht abgeneigt, wie sich bei einem Ortstermin gezeigt habe. Die Straßenoberfläche müsse dort in absehbarer Zeit sowieso erneuert werden. Nach Meinung von Follmann könnte dann ein solcher Kreisel auch erst einmal provisorisch angelegt und für einige Zeit getestet werden. Dasselbe sei ja beim Minikreisel am Scharfen Eck in Götzenhain der Fall, wo die geänderte Vorfahrtsregelung zuvor immer wieder zu Blechschäden geführt habe.

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