Zwölfjähriges Kind zusammengetreten

Dreieich/Offenbach - Mit kaum vorstellbarer Gewalt hat in Dreieich-Sprendlingen ein 14-Jähriger aus reiner „Lust“ einen Zwölfjährigen zusammengeschlagen und -getreten. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen und liegt noch im Krankenhaus. Ob er je wieder richtig hören kann, ist unklar. Von Ralf Enders

Besonders erschreckend - selbst für hartgesottene Polizisten - war die Lockerheit mit der der geständige 14-Jährige seine Tat schilderte: Er habe einfach „Lust“ gehabt, jemanden zu verprügeln, da sei ihm der Zwölfjährige gerade recht gekommen, zumal er sich stets Kleinere aussuche. Er habe den Jungen zu Boden geschlagen und dann fünf- bis sechsmal „wie bei einem Fußball“ gegen den Kopf getreten. Der jordanische Täter wurde seinen Eltern übergeben.

Wie die Offenbacher Polizei gestern berichtete, ereignete sich die brutale Tat bereits am Donnerstag vergangener Woche in der Sprendlinger Friedrichstraße. Der zwölf Jahre alte Deutsche, er wohnt wie der Täter in Neu-Isenburg, war gegen 15 Uhr auf dem Heimweg von der Schule, als er auf den ihm bekannten Täter traf.

Der Junge musste operiert werden

Der Junge erlitt schwere Kopfverletzungen, sein Trommelfell platzte, Gehör und Gleichgewichtssinn sind gestört. Er musste operiert werden. Ob er wieder wird hören können, steht laut Polizei noch nicht fest. Die Eltern des Kindes waren Polizeisprecher Henry Faltin zufolge tagelang so sehr in Sorge, dass sie sich erst am Dienstag an die Beamten gewandt hätten. Diese nahmen am Mittwoch den 14-Jährigen fest. Er ist kein Unbekannter: Bereits im September 2009 hatte er in Gravenbruch einem Buben so lange gegen den Kopf getreten, bis dieser blutete.

Rechtlich gesehen ist seine jüngste Tat gefährliche Körperverletzung, eventuell eine schwere. Deshalb ist der 14-Jährige auch wieder bei seinen Eltern. Faltin: „Unsere Gesetze sehen das so vor, wir können den Jugendlichen nicht einfach in Untersuchungshaft stecken.“ Just gestern hat der Offenbacher Polizeipräsident Heinrich Bernhardt bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für 2009 darauf hingewiesen, dass Gewalt von Kindern und Jugendlichen gegen Gleichaltrige das größte Problem sei. Er kritisierte die Jugendämter und plädierte erneut leidenschaftlich für Einzelfallkonferenzen oder konsequenten Strafvollzug.

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