Räumung eines Areals in den Baierhansenwiesen

Kampf dem Müll, Schutt und Wildwuchs

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In Handarbeit räumten gut 30 Helfer am Samstagvormittag ein städtisches Grundstück im Süden der Baierhansenwiesen auf. Die zugänglich gelegene Parzelle soll schon im Mai einen Wildkräutergarten beheimaten.  

Dreieich - Es sieht wüst aus auf dem Gelände im südlichen Bereich der Baierhansenwiesen. Von Enrico Sauda 

Stundenlang sind Mitglieder des Vereins Zukunft Dreieich und des Sprendlinger Kerbteams damit beschäftigt, das aufzuräumen, abzureißen, wegzutragen und zu reinigen, was auf dem gut 2 500 Quadratmeter großen städtischen Areal jahrzehntelang an Müll angehäuft wurde. „Wenn wir hier fertig sind, haben wir bestimmt 150 Kubikmeter Müll weggeschafft“, vermutet Klaus Rehwald, Vorsitzender der AG Umwelt- und Naturschutz, unter deren Regie die Putz-Aktion auf diesem Gebiet abläuft. Auch an anderer Stelle haben Dreieicher am Wochenende die Ärmel hochgekrempelt, um die Natur im Rahmen des Aktionstags „Sauberhaftes Dreieich“ von Abfall und Unrat zu befreien.

Die Menge Müll kommt unter anderem deshalb zusammen, weil auf dem Grundstück zuletzt drei Hütten standen. „Eine davon mussten wir vor einer Woche von einer Firma abreißen lassen. Alles andere wäre zu gefährlich gewesen“, schildert Rehwald. An diesem Vormittag sind es gut 30 Männer, darunter auch drei Flüchtlinge, die das Gelände mit viel körperlichem Einsatz auf Vordermann bringen. „Die Flüchtlinge, die uns helfen, besuchen einen Deutsch-Sprachkurs, den die Frau eines Helfers gibt. Da wollten sie unbedingt mitmachen“, berichtet Rehwald. Das Areal soll in einen Kräutergarten gewandelt werden. Zwar gibt es viele ähnliche Schollen, doch diese sei ideal, „weil in diesem Bereich das Anlegen von Kleingärten erlaubt ist. Außerhalb dieses Bereiches ist es nicht gestattet“. Rehwald weiß, wovon er spricht: „Wir kennen von den gut 900 Grundstücken in den Baierhansenwiesen etwa 400 durch Begehungen – und dieses liegt sehr günstig, ist gut zugänglich und gehört der Stadt.“

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Das Vorhaben unterstützen der Kräuterverein Darmstadt, drei Privatleute und wenn’s nach den Initiatoren geht, auch eine Schule. „Diesbezüglich sind wir gerade im Gespräch“, berichtet der Vorsitzende. In zwei Wochen gebe es eine Sitzung mit allen Interessenten, bei der festgelegt wird, was im Detail gemacht wird.

Mit dem Einsatz am Wochenende ist derweil noch lange nicht alle Arbeit erledigt. „Steine müssen noch aus dem Boden geholt und die Fläche von einem Landwirt beackert werden.“ Obwohl das nach noch sehr viel Schufterei klingt, rechnet Rehwald damit, dass es möglich ist, in 14 Tagen mit dem Pflanzen anzufangen. Denn bis Mai soll alles fertig sein. Zudem warten noch etliche andere Areale darauf, dass der Verein Hand anlegt. Wann das nächste Grundstück an der Reihe ist, weiß Rehwald allerdings noch nicht. „Wir müssen jetzt ein bisschen die Füße still halten, weil momentan Brut- und Setzzeit ist, in der man keine Büsche entfernen kann.“ Geplant ist aber, „bis Weihnachten insgesamt acht Parzellen zu schaffen“.

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Der stadtweite Frühjahrsputz geht bereits seit etlichen Jahren über die Bühne. Dieses Mal haben sich 450 Helfer beteiligt. „Es waren acht Vereine, das Jugendparlament und der Waldkindergarten bei der Sache, darüber hinaus etliche Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde und Privatleute“, zählt Petra Klink, Chefin des Dienstleistungsbetriebs (DLB), auf. Es seien über 30 Kubikmeter Müll zusammengekommen. Mehr als erwartet, denn nachdem zwei Zwölf-Kubikmeter-Container voll waren, musste der DLB extra einen weiteren beschaffen.

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