August-Bebel-Straße

Der Karren steckt im Dreck

In der Diskussion über den Umbau der August-Bebel-Straße in Dreieich hat auch die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses keine Fortschritte gebracht.

Dreieich - Nachdem sich die Baufachleute im Ausschuss für Stadtentwicklung nicht hatten einigen können (wir berichteten), scheint der Karren kurz vor der entscheidenden Sitzung der Stadtverordneten hoffnungslos im Dreck zu stecken.

Unstrittig ist die vorgesehene Umgestaltung zwischen Eisenbahnstraße und Stettiner Straße. Über den Abschnitt bis zur Fichtestraße aber gehen die Meinungen weit auseinander. Und ein Konsens ist auch im Haupt- und Finanzausschuss nicht in Sicht. Für die vom Magistrat favorisierte Variante zeichnet sich weiterhin keine Mehrheit ab. Lediglich FDP und FWG können sich mit der Vorlage anfreunden, CDU und Grüne lassen sie durchfallen, während die SPD sich enthält. Deren Änderungsantrag rasselt ebenso durch wie der, den die CDU vorlegt. Die SPD will keinen Gehweg auf der Ostseite, der auch für Radler frei ist, sondern fordert Fahrradschutzstreifen auf beiden Seiten. Der CDU geht unter anderem gegen den Strich, „dass für 50 Zentimeter Raumgewinn mindestens zehn Bäume fallen sollen“.

Grundsätzlich unzufrieden mit allen Varianten inklusive der vorgeschlagenen Änderungen sind die Grünen. Deren Sprecher Roland Kreyscher zieht ordentlich vom Leder. „Der ganze Prozess ist unglücklich gelaufen. Wir fühlen uns schlecht beraten“, konstatiert er und spricht von lauter schlechten Kompromissen. Das Planungsbüro sei für diese Aufgabe nicht die beste Wahl gewesen, meint Kreyscher.

Der Beitrag fuchst den Rathauschef. „Ich dachte, wir sollten den Prozess mit den Bürgern erarbeiten“, entgegnet Burlon und erinnert an die Einbeziehung der Anwohner und des Runden Tischs Radverkehr. Hartmut Honka (CDU) ist nach eigenen Angaben verwundert. „Es gab im Herbst Konsens für eine Planung und keine Diskussion darüber in der Stadtverordnetenversammlung.“ Danach geht’s verbal noch ein bisschen zu wie bei den Kesselflickern, aber Bewegung in der Sache ist Fehlanzeige.

Und wie geht’s nun weiter? Burlon will noch mal auf die Fraktionen zugehen und versuchen, bis zur Sitzung des Parlaments am Dienstag einen Kompromiss herbeizuführen. „Wenn wir keinen Beschluss vorlegen können, hat Hessen Mobil nichts zu prüfen.“ 2,633 Millionen Euro sind für den Umbau eingeplant. Der Bürgermeister rechnet aber mit einer ordentlichen Förderung durch das Land. „Wenn jetzt nichts beschlossen wird, ist die für 2019 definitiv passé.“

Von Frank Mahn

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