„Kein Schlussstrich unter Thema Südumgehung“

Dreieich ‐ Für die Dreieicher Freien Wähler ist das Thema Südumgehung noch längst nicht abgeschlossen, auch wenn das Amt für Straßen- und Verkehrswesen dem Projekt die Geschäftsgrundlage entzogen sieht. Von Klaus Hellweg

Die Aufwertung des Innenstadtbereichs von Sprendlingen bleibt ein wichtiges Zukunftsthema für unsere Stadt und deswegen darf die Südumgehung nicht einfach begraben werden“, meint Holger Gros, Vorsitzender der FWG Dreieich. Gros ist deswegen der Auffassung, dass in jedem Fall die Anschlussstelle an die A 661 im Dreieichenhainer Gewerbegebiet mit Verbindung zur ehemaligen B 3 (Darmstädter Straße) gebaut werden muss. Nur dadurch sei die für die Aufwertung der Sprendlinger Innenstadt entscheidende Verkehrsentlastung erreichbar.

Es spricht vieles dafür, die Südumgehung abschnittsweise anzugehen und den Abschnitt des Anschlusses A 661 zur Darmstädter Straße mit Priorität ins Auge zu fassen“, meint Gros.

Die FWG strebt eine pragmatische und realistische Vorgehensweise an. Das Zukunftsprojekt der Aufwertung der Sprendlinger Innenstadt darf nicht in Frage gestellt werden, indem es nur ein emotionales Ja oder Nein zur Südumgehung gibt“, sagt Gros.

Der FWG-Vorsitzende stellt klar, dass seine Wählergruppe weiterhin für die Südumgehung in ihrer Gesamtheit einstehe.

Höheres Verkehrsaufkommen in der West-Ost-Achse

Seiner Einschätzung nach wird die Südumgehung im Abschnitt von der Darmstädter Straße bis zum Gewerbegebiet Buchschlag zum großen verkehrspolitischen Thema, wenn Fraport das dritte Terminal für den Frankfurter Flughafen baut. Dann werde ein ungleich höheres Verkehrsaufkommen in der West-Ost-Achse entstehen, das die Langener Nordumgehung nicht aufnehmen könne. Das Land Hessen werde dann die Unterführung der Buchschlager Allee am Bahnhof Buchschlag auf die politische Agenda setzen, prophezeit Gros.

Wie berichtet, hat das Amt für Straßen- und Verkehrswesen die Stadt wissen lassen, das Projekt Südumgehung dann zu den Akten zu legen, wenn die Stadtverordnetenversammlung ihr Nein zur eigenen Planung nicht zurücknimmt. Damit allerdings ist kaum zu rechnen, weil die FDP als Zünglein an der Waage auf ihrem Nein beharren wird mit dem Argument, es habe sich nichts Wesentliches geändert.

Dreieich muss nur noch fünf Millionen Euro tragen

Dem aber widerspricht Gros: Geändert habe sich, so der FWG-Vorsitzende, die Kostenfrage. Dreieich habe statt der zunächst prognostizierten gut elf Millionen Euro nur noch gut fünf Millionen zu tragen; und dafür gebe es Zuschüsse in Höhe von rund 80 Prozent.

Auch die CDU will, wie man hört, das wahrscheinliche Aus nicht so ohne Weiteres akzeptieren und überlegt sich Schritte, die den Bau der Südumgehung möglicherweise doch noch zulassen. Die könnten in einer Befragung der Bürger bestehen; Genaueres war gestern allerdings nicht in Erfahrung zu bringen.

Martin Burlon, seit Montag als Erster Stadtrat im Amt und zuständig für das Dezernat Planung und Bau, mochte sich noch auf keine Position festlegen. Burlon: „Ich bin weder grundsätzlich für noch grundsätzlich gegen die Südumgehung.“ Neu im Amt, brauche er etwas Zeit, um sich anhand der Unterlagen ein Bild zu verschaffen, um dann abzuwägen.

Insgesamt hatte - wie seinerzeit auch die Stadt - im Rahmen der Stellungnahme zu den veröffentlichten Planfeststellungsunterlagen eine vierstellige Zahl von Einwendern Nein zur Planung der Südumgehung gesagt. Diese Einwendungen will das Regierungspräsidium in Darmstadt aber nur dann bearbeiten, wenn zuvor die Dreieicher Stadtverordnetenversammlung ihr ablehnendes Votum vom April 2009 kippt. Geschieht das nicht, erübrigt sich die Bearbeitung, weil dann das Thema Südumgehung ohnehin vom Tisch ist.

Rubriklistenbild: © pixelio/ knipseline

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