Kein Schutz mehr vor der Sonne

Unwetter hat das Gelände der evangelischen Kita in Götzenhain verwüstet

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Gewaltige Schäden hat das Unwetter auf dem Außengelände der Kita angerichtet.

Keine Sonne heißt Freude im evangelischen Kindergartens in Götzenhain, denn der Sturm vor wenigen Wochen hat die großen schattenspendenden Bäume weggefegt.

Götzenhain – Zwar sind die gröbsten Schäden beseitigt, aber noch ist die Gefahr groß, dass Äste brechen oder Totholz herabfällt. Der Großteil des Geländes ist gesperrt, der Bewegungsdrang der Kinder folglich stark eingeschränkt. Ihnen bleiben nur der Innenhof und ein kleines Eckchen, um mal an die frische Luft zu kommen. Die Situation zerrt an den Nerven – von kleinen und großen Leuten.

Dreieich: Bäume knickten um

Krisentreffen: Dominique Völker (Mitte) und Ulla Bales (rechts daneben) schilderten den SPD-Vertretern Siegfried Kolsch, Dietlind Schwalb und Michael Löhr (von links) ihre Sorgen.

„Die letzte Woche war hart“, berichtet Dominique Völker, die gemeinsam mit Ulla Bales die Kita leitet. Hart, weil’s sehr heiß war. Mehr als 15 große Bäume hat das Unwetter umgestürzt oder geknickt. Viele von ihnen dienten bislang als natürliche Schattenspender für die beiden zum Hengstbach hin ausgerichteten Gruppenräume. Nun knallt die Sonne voll auf die Fenster. In der vergangenen Woche seien die Räume nicht nutzbar gewesen, so Völker. Spätestens wenn die Temperaturen über 30 Grad klettern, darf sich dort keiner mehr aufhalten. So will es die Unfallkasse, die für den Versicherungsschutz der Kinder verantwortlich ist. „Wir müssen an heißen Tagen regelmäßig Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen“, berichtet Völker. 30 Grad braucht es allerdings nicht, damit es nicht mehr auszuhalten ist.

Improvisieren ist gefragt. Mehrfach mussten Erzieher und Kinder in Räume ausweichen, die eigentlich andere Funktionen erfüllen. „Wir nutzen dann zum Beispiel das Atelier, in dem sonst gemalt wird“, erzählt Völker. Natürlich ist ihr bewusst, dass im gesamten Stadtgebiet Aufräumarbeiten anstehen und die entsprechenden Fachfirmen schwer zu bekommen sind. „Aber wir brauchen schnelle Hilfe, damit wir das Außengelände freigeben können.“ Für diese Woche habe der Dienstleistungsbetrieb eine Firma avisiert, bis gestern Nachmittag ward jedoch niemand gesehen.

Unwetter trifft Kindergarten

Vertreter der SPD-Fraktion haben sich dieser Tage ein Bild von der Lage gemacht und sind bestürzt über den Kahlschlag. Auch der neue stabile Stahlzaun hat den orkanartigen Böen nicht standgehalten. Es muss also dringend gehandelt werden. Eigentümerin von Gebäude und Gelände ist die Stadt, die Kirche ist Pächterin. Die Kommunikation mit den Vertretern von Stadt und DLB sei nicht immer einfach, meint Völker. Auf Anfragen gebe es oft keine Antwort.

Förderverein und Elternbeirat stehen nach ihren Worten Gewehr bei Fuß, würden im Außengelände gerne anpacken. Geht aber erst, wenn die Sicherheit gewährleistet ist. Für Völker ist klar: „Der Garten muss komplett neu gemacht werden. Es sind auch Platten und Wege kaputt.“ Zeitnah sei ein Sonnenschutz notwendig.

Das elfköpfige Betreuerteam, das sich aktuell um 82 Mädchen und Jungen kümmert, hat aber noch eine andere große Sorge, erfuhren die SPD-Parlamentarier. Mit Ausnahme des neuen Anbaus für den Mittagstisch sei die Lärmproblematik in allen Räumen gravierend. Das habe auch die Unfallkasse mit Hinweis auf das Arbeitsschutzgesetz schon mehrfach angemahnt, so Völker. Da dieses Thema auch bei der Befragung der städtischen Erzieherinnen eine wichtige Rolle spielte, will sich die SPD für eine schrittweise Umsetzung des Lärmschutzes in allen Kitas stark machen.

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