„Es ist keinesfalls üblich, dass Scheidungsverfahren so lange dauern“

Wie bewertet das Amtsgericht Langen den Vorwurf der Überlastung? „Es ist keinesfalls üblich, dass Scheidungsverfahren so lange dauern“, sagt Direktor Volker Horn auf Anfrage. Er hat sich die Aktenberge angesehen und kommt zu dem Schluss: „Das ist ein außergewöhnliches Verfahren.

Je größer das Vermögen ist, desto erbitterter wird gestritten. Zumal diese Werte ja nicht auf der Bank liegen. Es geht um Immobilien, Autos und Geschäftsanteile, die unter den Partnern aufgeteilt werden müssen. “.

Horn sieht nur einen „kleinen Teil Schuld“ bei „den in der Tat sehr überlasteten Gerichten“. So habe der Antragsgegner offensichtlich ein Interesse daran, das Verfahren zu verzögern, meint Horn nach Studium der Akten. Die im Juli 2012 ausgesprochene Vermögensauskunft wurde erst im Jahr 2014 vor Gericht eingebracht, das Gutachten über die Vermögenswerte hat von 2016 bis 2019 drei weitere Jahre gedauert.

„Es gab ein Güteverfahren, dem beide Verfahrenspartner zugestimmt haben. Das ist aber am Oberlandesgericht im November 2019 wieder ohne Einigung gescheitert“, bedauert Horn. Wann das Paar endlich als geschiedene Leute getrennte Wege gehen kann, vermag er nicht zu sagen. „Es wird jetzt vor allem daran liegen, wie sich die Beteiligten verhalten.“

Die mit dem Fall betraute Familienrichterin Anja Möller bezeichnet die Situation als „hochkomplex“. Sie macht aber Hoffnung auf eine Abtrennung der Verfahren, damit Susanne Müller zumindest geschieden ist. Über die Aufteilung des Vermögens könnte in einem zweiten Verfahren entschieden werden. njo

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