Das große Fest der Sprendlinger

Sprendlingen - Die Gefahr war durchaus gegeben. Über die Jahre hatte das Interesse an der Sprendlinger Kerb immer weiter nachgelassen, sodass sich so manche um den Fortbestand sorgten. Das ließ eine Gruppe von Aktiven nicht ruhen. Von Holger Klemm

So entstand das Kerbteam, das mit neuen Ideen für eine Bewahrung der Tradition eintritt - mit Erfolg. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für die 296. Kerb vom 10. bis 14. August auf Hochtouren.

Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1999 zurück. „Damals gab es keine Kerbborschen“, erinnert sich der zweite Vorsitzende Uwe Wegner. Ehemalige wurden angesprochen, um das Traditionsfest im Millenniumsjahr auf die Beine zu stellen. „Es kamen 60 Leute, meist ehemalige Kerbborschen, zusammen. Daraus ist dann der Verein entstanden“, berichtet Pressesprecher Peter Held. Was eine einmalige Aktion bleiben sollte, wurde zur festen Einrichtung. Seitdem hat das Kerbteam mit seinen aktuell 95 Mitgliedern dafür gesorgt, dass die Veranstaltung wieder ihren festen Platz im Sprendlinger Bewusstsein gefunden hat. Einen großen Sprung gab es im vergangenen Jahr, als 19 der 26 Kerbborschen dem Team beitraten.

So lässt sich der Rückschlag verkraften, dass es 2012 keine Kerbborschen geben wird. „Es gab schon Interessierte, doch es waren zu wenige“, bedauert Beisitzer Bodo Leonhardt. Ehemalige und die Mitglieder des Teams werden nun die Veranstaltung stemmen. Die Aktiven sind sicher, dass es auch in diesem Jahr eine schöne Kerb gibt.

Treffpunkt alter Kerbborsche

„Wir haben ein straffes Programm vor uns, aber es macht Spaß“, betont Wegner. Bei der Kerb treffe man Leute, die man sonst das ganze Jahr über nicht sehe. Mittlerweile reisten auch frühere Kerbborschen an, die längst nicht mehr hier leben.

„Man sieht doch sonst keine Leute mehr“, beobachtet Held. Deshalb seien Traditionen wie die Kerb so wichtig. Die Sprendlinger sollen rauskommen und ihren Spaß haben, beschreibt er seinen Wunsch.

Und dieser ist in Erfüllung gegangen. Alte Kerbborschen treffen sich - unabhängig vom Fest - wieder regelmäßig und haben teilweise ihre Fahnen neu nähen lassen. Und die, die vor 50 Jahren an der Reihe waren, haben sich goldene Schärpen besorgt.

Das sind alles Zeichen dafür, dass die Kerb wieder fest verankert ist. Großen Anteil hatte die vor einigen Jahren umgesetzte Idee des Kerbteams, die Eröffnung am Freitagabend auf dem Lindenplatz zu feiern. „Die Altstadt sorgt für ein besonderes Flair“, so Held. Zugleich rückt das Fest näher an die Kirche und damit näher an seinen Ursprung. Trotz des Riesenaufwands habe sich die Entscheidung bewährt. „Das wird toll angenommen“, freut sich Held. In diesem Jahr sorgt am 10. August wieder die Band Party Xpress für Stimmung, die bereits vor einigen Jahren auf dem Lindenplatz begeisterte.

Gemeinschaft spielt große Rolle

Am Samstag verlagert sich das Geschehen mit dem Umzug und der Baumaufstellung auf den Platz vor der SKG mit dem Vergnügungspark. Besonders heben die Mitglieder des Kerbteams auch den stimmungsvollen Gottesdienst sonntags um 10 Uhr in der Erasmus-Alberus-Kirche mit anschließendem Frühschoppen sowie das Fahnentreffen am Sonntag um 20 Uhr hervor. Die ehemaligen Kerbborschen treffen sich bereits um 17 Uhr bei den „Bermer Buben“ in der Schulstraße und ziehen von dort zur SKG. Und da bietet sich ein schönes Bild, wenn die Teilnehmer über die Hauptstraße ziehen.

Eine große Rolle spielt für die Mitglieder die Gemeinschaft im Team. „Jung und Alt arbeiten gemeinsam. Da hilft jeder jedem“, freut sich Uwe Wegner. Ziel ist es, die Kerb langfristig zu sichern und auch wieder Kerbborschen zu haben. Deshalb wird schon jetzt für 2013 gesucht. Interessierte können sich per E-Mail an kerbteam2000@sprendlinger-kerb.de wenden. Gesucht werden zudem weitere Unterstützer des Kerbteams.

Ein weiteres Vorhaben ist, dass die Kerb im Stadtbild stärker präsent ist. Dazu sollen die Sprendlinger Flaggen dienen, die das Team verkauft. Bis zur 300. Kerb sollen möglichst viele an den Häusern hängen.

Bis zur Eröffnung am 10. August ist zwar noch einiges zu tun, doch die Mitglieder freuen sich auf die nächsten Wochen.

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