Vor dem Sprung auf die große Bühne

Kinderchor der Burgkirchengemeinde tritt in Alter Oper auf

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Sehr zufrieden ist Martin Flohr mit dem Kinderchor der Burgkirchengemeinde. Der Artistic Director probte im Liszt-Salon der Alten Oper mit den Mädchen und Jungen aus Dreieichenhain für deren Auftritt in „Jesus Christ Superstar“. Das Musical ist vom 22. bis 27. März zu sehen.

Dreieich/Frankfurt - Der Kinderchor der Burgkirchengemeinde tritt bald in Alter Oper in Frankfurt auf. Von Enrico Sauda

Sie ist erst sieben Jahre alt und doch schon ein „alter Hase“, was Musicals angeht. Linja, Erstklässlerin der Ludwig-Erk-Schule, stand bereits vor wenigen Wochen vor großem Publikum auf der Bühne und sang bei der Show „Die Eiskönigin - völlig unverfroren“. In Kürze singt sie erneut bei einer großen Produktion vor etlichen tausend Zuhörern. Ab Dienstag, 22. März, tritt sie beim Andrew Lloyd Webber-Musical „Jesus Christ Superstar“ in der Alten Oper in Frankfurt auf. Anders als bei der Eiskönigin steht sie aber nicht als einziges Kind auf der Bühne, sondern es sind bis zu zwölf Mädchen und Jungen. Sie haben eins gemeinsam, sie alle kommen vom Burgkirchenchor unter Claudia von Savigny. „Wir üben bereits seit Dezember“, so die Chorleiterin. „Schwierig waren nicht die Noten, sondern die englischen Texte“, weiß sie.

Für die englische Version des Stückes habe man sich bei BB Promotion, dem Veranstalter des Musicals, entschieden, „weil sie noch ein wenig treffender ist als die deutsche Übersetzung“, so Martin Flohr, der Artistic Director, der vor einigen Tagen mit den Kindern die beiden Songs „Hosanna“ und „Jesus Christ Superstar“ in einem Raum der Alten Oper übte. „Da sind einige sehr gute Stimmen dabei“, lobt der Fachmann. „Es ist ein sehr guter Chor“, findet Flohr, der seit zehn Jahren im Geschäft ist und weit mehr als 300 Chöre gehört hat. „Das merkt man daran, dass man fast nichts mehr machen musste.“

Das hört die Chorleiterin gern. „Wir sind durch eine Mutter auf die Idee gekommen, uns für die Musicals zu bewerben“, berichtet von Savigny. Flohr erzählt die Geschichte vom jungen Xavier Naidoo, der damals noch kein Superstar war, und bei einem Casting für eine Gospelshow war. „Das ist schon lange her, mehr als 20 Jahre“, weiß Flohr, der übrigens nicht verraten will, ob Naidoo damals genommen wurde.

Doch zurück zum Chor. „Wir haben uns für den Burgkirchenchor entschieden, weil wir ihn schon von einer früheren Zusammenarbeit her bei kannten“, so Alisia Findling von BB Promotion. Vier Kinder des Chors sangen bereits bei den „Jesus Christ Superstar“-Aufführungen in Mannheim. „Ich war da schon dabei“, erklärt die Weibelfeldschülerin Nele, die zu den Routiniers der Gruppe gehört. Die Elfjährige hat einen ganz konkreten Berufswunsch: „Ich will Musical-Darstellerin werden.“

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Dieses Mal sind es insgesamt 18 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis elf Jahren, die intensiv für die acht Auftritte proben - inklusive Generalprobe sind sie von 22. bis zum 27. März „gebucht“. „Wir hätten gerne noch mehr und eventuell auch ältere Chormitglieder mitgenommen, aber eine der Voraussetzungen war, dass die Kinder nicht größer als 1,50 Meter sein durften“, erklärt von Savigny. Doch eins ist ihnen allen gemein: Sie freuen sich auf die Auftritte. „Ich singe, seitdem ich fünf Jahre alt bin, weil es einfach unendlich viel Spaß macht“, sagt Helen. Die Neunjährige geht in die dritte Klasse der Ludwig-Erk-Schule. „Ich bin schon jetzt ein wenig aufgeregt. Aber es wird sicher super, vor so vielen Menschen in der Alten Oper mein Lieblingslied zu singen“. Von Aufregung ist bei Linja nichts zu merken. „Bei der Eiskönigin war ich schon nervös, aber jetzt nicht mehr“, erzählt die Siebenjährige, die durch einen Zufall zur Eiskönigin kam. „Eigentlich hätte ich die Partie singen sollen“, sagt ihre große Schwester Leara. Die Zehnjährige hatte beim Casting vorgesungen. „Linja kam auch mit. Zwei Tage später riefen sie an und wollten meine kleine Schwester haben“, berichtet Leara, die darüber aber kein bisschen traurig zu sein scheint. Im Gegenteil.

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