Aktion „Wünsch Dir was!“

Kleine Flucht aus dem Heimalltag

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Mitarbeiter der Volksbank Dreieich, mit im Bild ist Kursana-Bewohnerin Ute Preuß, halfen beim Bedienen oder beim Gang zur Toilette. Kurzum: Sie packten an, wo sie gebraucht wurden.

Dreieich -  Abwechslung in das Leben betagter Menschen bringen, kleine Fluchten aus dem Alltag ermöglichen, kurzum Senioren Freude bereiten. Darum geht es den Initiatoren der Gemeinschaftsaktion „Wünsch Dir was!“, die in der Vorweihnachtszeit 2016 ihre Premiere erlebte. Von Daniel Untch 

Weil unsere Leser fleißig spendeten, konnte jetzt der erste Wunsch in Erfüllung gehen. Sonnenschein, leckeres Essen, kühle Getränke und Musik; mit allen Zutaten, die für einen gelungenen Tag nötig sind, haben knapp 60 Senioren der drei Dreieicher Seniorenheime Haus Dietrichsroth, Ulmenhof und Kursana den Sonntagmittag verbracht. Möglich wurde der Ausflug durch die Spendenaktion „Wünsch Dir was!“ der Bürgerstiftung Dreieich in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung. Diese hat Spenden gesammelt, um für die Bewohner der Seniorenheime verschiedene Ausflüge zu organisieren. Dazu zählen neben einer Schifffahrt Kabarettaufführungen von Senioren für Senioren für diejenigen, die einen Ausflug gesundheitlich nicht mehr mitmachen können. Deshalb wird die Theatergruppe „Die Silberdisteln“ aus Höchst in den Dreieicher Pflegeheimen für Unterhaltung sorgen. Den Auftakt der drei Events bildete der Ausflug am Sonntag zur Thomashütte in Eppertshausen.

Mit einem Bus, gesponsert von der Volksbank Dreieich, werden die Bewohner, die sich angemeldet haben, in den verschiedenen Seniorenheimen abgeholt und dann geht es bei bestem Wetter los. An der Thomashütte angekommen, erwarten neben dem Personal des Lokals zwölf Mitarbeiter der Volksbank die Seniorengruppe. „Zu unserem 125-jährigen Jubiläum haben wir das Motto: 125 Jahre, 125 gute Taten ausgerufen“, verrät Angelika Fröschle den Hintergrund. Anstatt sich selbst zu feiern, wolle die Bank lieber etwas für die Region und die Menschen tun. „Da sind wir in verschiedenen Punkten aktiv, zum Beispiel im Tierheim oder bei Renovierungsarbeiten in Kindertagesstätten“, erzählt Carolin Reul. „Das ist mal eine nette Abwechslung zum Büroalltag“, ergänzt Silke Schenk. Zudem sei für viele der anwesenden Helfer ein Bezug leicht herzustellen, da die eigenen Eltern in einem ähnlichen Alter wie die Teilnehmer des Ausflugs seien. Und so kommt es, dass zwölf Mitarbeiter an ihrem freien Sonntag dafür sorgen, dass die Senioren sicher vom Bus zum Lokal und anschließend die Teller auf die Tische kommen.

„Ich hoffe, dass wir alle bei Musik, Essen und Trinken einen schönen Tag verbringen. Vielen Dank an alle Helfer und Unterstützer unserer Spendenaktion“, sagt Peter Diederich zur Begrüßung. Er ist Vorsitzender des Ulmenhof-Heimbeirats und Ideengeber von „Wünsch Dir was!“. Er freue sich, wenn die Teilnehmer ihren Angehörigen von der Aktion erzählen, denn diese speise sich ausschließlich durch Spenden.

Erster Eindruck zählt - Das richtige Pflegeheim finden

Dann kommen zum Empfang erst einmal Schmalzbrote auf den Tisch. „So etwas Kleines ist immer gut als Appetithappen“, freut sich Maria Müller. Später werden aus der Küche Teller mit Handkäse, Grüner Soße und Schnitzeln gebracht. Dazu lassen sich die Senioren, Bier, Apfelwein oder auch eine Cola schmecken. „Es ist toll, dass so etwas für die Alten gemacht wird“, freut sich Müller. „Es ist wirklich ein schöner Tag“, stimmt ihr Axel Helm zu. „Einen großen Dank an die Initiatoren, alle Spender und alle Menschen, die heute hier helfen“, lässt seine Frau Heli verlauten und der Rest des Tisches stimmt zu. Zwei Tische weiter freut sich auch Ute Preuß, die im Kursana lebt: „Wenn ich mit meiner Tochter telefoniere, werde ich ihr erzählen, dass ich einen wunderschönen Tag hatte.“

Zur musikalischen Unterhaltung ist die Sängerin Bea aus Frankfurt dabei. „Ich singe heute vor allem Lieder aus den 1930er bis 1960er Jahren“, gewährt sie einen Einblick in ihr Programm, das beim Publikum viele Erinnerungen weckt. Dr. Heidi Soboll, Vorsitzende der Bürgerstiftung, zeigt sich ebenfalls hoch zufrieden. „Für eine Stiftung wie unsere sind natürlich Ideen und Engagement entscheidend, denn die Geldmittel sind begrenzt“, schildert Soboll. Peter Diederich bleibt zum Abschluss nur noch eins zu sagen: „Wir freuen uns weiterhin über Spenden, die unsere Projekte unterstützen.“

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