Bauträger verweist auf innovatives Konzept

Kleines Wohnquartier im Nordosten Sprendlingens geplant

Auf dem bisherigen Gelände der Gärtnerei In der neuen Lach in Sprendlingen soll das Baugebiet Oberwiesen entstehen.	Foto: strohfeldt
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Auf dem bisherigen Gelände der Gärtnerei In der neuen Lach in Sprendlingen soll das Baugebiet Oberwiesen entstehen. Foto: strohfeldt

Das Bauprojekt Oberwiesen im nordöstlichen Teil des Dreieicher Stadtteils Sprendlingen macht Fortschritte. Den Stadtverordneten liegt der städtebauliche und Erschließungsvertrag mit dem Bauträger Oberwiesen GmbH vor. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie stimmt die Koalition (CDU, SPD und FWG) dafür.

Dreieich - Das Wohnquartier soll auf einem 9 000 Quadratmeter großen Grundstück entwickelt werden. Bebaut ist es momentan auf einer Fläche von 3 200 Quadratmetern mit den Gewächshäusern des dortigen Gärtenereibetriebs. Zusammen mit den folienbedeckten Beeten umfasst die bebaute Fläche etwa 4 000 Quadratmeter. „Das Grundstück eignet sich, eingebettet in Kleingärten, einer Sportanlage und angrenzend an bestehende Wohnflächen mit sehr heterogener Struktur, besonders gut als Arrondierungsfläche für eine Wohnbebauung“, heißt es in der Magistratsvorlage.

Gedacht ist an einen geschlossenen Bauriegel aus Mehrfamilienhäusern am Übergang zur Landschaft im Osten und Einzelhäuser im Westen im Übergang zur bestehenden Siedlungsfläche. Hinzu kommen in der Mitte ein zentraler Freiraum und eine Stichstraße, die im Norden an die Straße In der neuen Lach angeschlossen ist. Geplant sind an die 50 Wohnungen, darunter 13 geförderte Einheiten.

Die Oberwiesen GmbH freut sich über die Zustimmung des Ausschusses. „Seit 2018 arbeiten wir an dem Projekt, wobei zunächst der Schall-, Artenschutz sowie die verkehrstechnische Anbindung geprüft werden mussten. Nach umfangreicher Absprache und vielen Gutachten konnten wir das Vorhaben Ende 2019 erfolgreich im Stadtplanungsamt vorstellen“, berichtet Anton Seuß für die GmbH. Er spricht von einem innovativen Energiekonzept und unterschiedlichen Wohnformen, die dem Klimaschutz und dem demografischen Wandel gerecht werden. „Wir möchten ein nachhaltiges kleines Quartier mit großer Wirkung auch für zukünftige Bauprojekte in Dreieich schaffen“, betont Seuß. Die Stichstraße soll verkehrsberuhigt als Spielstraße entstehen. Gedacht ist an eine gezielte Planung der Außenanlagen zur Erweiterung der Freiflächen im Quartier. „So wollen wir einen Treffpunkt für Jung und Alt schaffen, der ein lebendiges nachbarschaftliches Miteinander ermöglicht“, sagt er.

Von gefördertem Wohnungsbau über altengerechte Wohnungen bis hin zur Doppelhaushälfte für Familien mit Kindern werde ein breites Spektrum angeboten. Bei der Bepflanzung sollen nur heimische Gehölze zum Einsatz kommen. „Das gesamte Gebiet wird dadurch besonders schön, grün und nachhaltig. Wege, Parkflächen und Zufahrten werden zwingend wasserdurchlässig hergestellt“, führt Seuß weiter aus. Für die Spielstraße sei eine wasserdurchlässige Oberfläche geplant. Das Entwässerungskonzept werde mit Dach- und Fassadenbegrünungen und Zisternen zur Regenwasserzurückhaltung und -nutzung abgerundet. Die Wärmeversorgung werde weitgehend auf dem Gelände sichergestellt. Zum Einsatz sollen Luftwärmepumpen kommen, die ihre Wärme wiederum aus innovativen und nachhaltigen Energiequellen gewinnen. Die Parkplätze sollen unter anderem durch eine Tiefgarage gebündelt werden.

Hinzu kämen künstliche Nisthilfen für die im Rückgang befindlichen Gebäudebrüter Haussperling und Mauersegler sowie Auf- und Unterputzquartiere für Fledermäuse und Insektenschutzlampen. Solche Elemente tragen laut Seuß dazu bei, die Biodiversität in Dreieich zu erhalten beziehungsweise zu fördern.

Es gibt auch kritische Stimmen im Ausschuss. Anwohner beschweren sich, dass die Stadt auf ihre Bedenken bislang nicht eingegangen sei. Die Grünen sind grundsätzlich gegen den Vertrag, die FDP hätte sich eine ergebnisoffene Formulierung gewünscht, um der konkreten Planung nicht vorzugreifen.

Ein Video findet sich unter dreieich.de (Bauen, Planen & Wohnen) unter dem Stichwort Aktuelles.

Von Holger Klemm

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